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Flößerwegla Wallenfels – Auf den Spuren der Flößer durch das Tal der Wilden Rodach

Start und Ziel: Wallenfels
Länge: 7,6 km | HM: 200 m | Gehzeit: 2,5 Std. | Gesamtzeit: 4 Std.
Bewertung: ★★★★☆

Kaum eine Wanderung könnte besser zu unserem Aufenthalt in Wallenfels im Frankenwald passen als das Flößerwegla. Statt nur durch Wälder und über Wiesen zu führen, verbindet der Rundweg abwechslungsreiche Landschaften mit der jahrhundertealten Flößertradition von Wallenfels.

An insgesamt 28 Hörstationen erfahren wir, wie die Flößer lebten, welche Gefahren sie auf ihren Fahrten erwarteten und wie in der Region so viele Kapellen und Kirchen aus Dankbarkeit für glücklich überstandene Floßfahrten entstanden sind.

Wir starten unsere Wanderung direkt am Gasthof Roseneck. Da das Flößerwegla ein Rundweg ist und die Hörstationen nicht aufeinander aufbauen, könnt ihr die Tour genauso gut an jeder anderen Stelle beginnen. Der offizielle Einstieg befindet sich am Flößerhaus in Wallenfels. Hier werden die Flöße gelagert und genau hier enden auch die historischen Floßfahrten auf der Wilden Rodach.

Schon nach wenigen Metern fällt uns auf, dass das Flößerwegla anders funktioniert als die meisten Themenwege. Statt großer Infotafeln begleiten uns kleine Schilder mit QR-Codes. Dahinter verbergen sich kurze Hörbeiträge, die jeweils nur ein bis zwei Minuten dauern und sich angenehm auch während des Gehens anhören lassen.

Allerdings übersehen wir unterwegs immer wieder einzelne Stationen, da die Schilder mit QR-Code recht unauffällig sind. Deutlich hilfreicher ist deshalb der kostenlose Flyer, in dem alle Hörstationen eingezeichnet sind. Er liegt unter anderem an Tourist-Informationen sowie direkt an Station 1 aus.

Vom Hotel aus sind es nur wenige Meter auf den Deich der Rodach. Anfangs ist dieser Gras bewachsen, aber gerade frisch gemäht. Kurz danach gehen wir am Ortsrand, erst auf der linken Seite des Flusses, und dann wechseln wir auf die ortsabgewandte Seite, und folgen dem Fluss immer weiter bis zum Flößerhaus. Immer wieder passieren wir historische Wehre, mit deren Hilfe früher genügend Wasser angestaut wurde, damit die schweren Holzflöße überhaupt talwärts fahren konnten.

Nach der Überquerung der Wilden Rodach führt uns das Flößerwegla zunächst durch den Ort, bevor wir in das ruhige Selzachtal abbiegen. Der Weg verläuft bis hierhin meist auf asphaltierten Wegen, teilweise Gehwege an der Rodach entlang und durch den Ort auf ruhigen Nebenstraßen. Kurz darauf kommen wir an einem außergewöhnlichen Gewächshaus vorbei, das bis unter das Dach mit Kakteen gefüllt ist – ein unerwarteter Anblick mitten im Frankenwald.

Anschließend steigen wir in die Hänge oberhalb von Wallenfels auf. Über einen breiten Forstweg gewinnen wir schnell an Höhe und der Blick über den Ort wird mit jedem Schritt schöner. Spontan entscheiden wir uns deshalb für einen kleinen Abstecher. Statt der offiziellen Route zu folgen, steigen wir weiter auf den Schlossberg hinauf.

Oben angekommen erwartet uns die kleine Schlossbergkapelle. Sie steht auf dem Gelände der ehemaligen Burg Waldenfels und blickt weit über das Tal der Wilden Rodach. Auch wenn der Abstecher ein paar zusätzliche Höhenmeter kostet, würden wir ihn jederzeit wieder machen.

Zurück führt ein schmaler Serpentinenweg entlang des Kapellenwegs mit seinen Kreuzwegstationen bergab bis zum Bergfriedhof von Wallenfels. Einen Friedhof wie diesen haben wir bisher noch nicht gesehen. Die Gräber verteilen sich auf mehrere Ebenen am steilen Hang und wirken mit ihren aufwendig gestalteten Grabmalen beinahe pompös. Gleichzeitig sind die Grabstätten durch den mangelnden Platz im Steilhang sehr klein.

Von hier geht es vorbei an der Kirche zurück in den Ortskern. Das Flößerwegla beschreibt nun einen kleinen Schlenker durch Wallenfels. Wer die Wanderung etwas verkürzen möchte, findet hier eine gute Gelegenheit für eine Abkürzung.

Hinter dem Ort steigt der Weg noch einmal leicht an. Auf ruhigen Nebenstraßen und überwiegend asphaltierten Wegen erreichen wir den Reupoldsberg. Am Waldrand und entlang weiter Wiesen genießen wir schöne Ausblicke auf Wallenfels und das Tal der Wilden Rodach.

Kurz darauf erreichen wir unser persönliches Highlight der Wanderung. Am äußersten Punkt des Flößerweglas lädt ein liebevoll gestalteter Erlebnisbereich mit Barfußpfad, Kneippbecken, Seilbrücke und einem großen Wasserspielplatz zum Verweilen ein. Besonders schön finden wir, dass Kinder hier spielerisch nachvollziehen können, wie das Flößen früher funktionierte. Mit kleinen Wehren lässt sich Wasser stauen und anschließend kontrolliert wieder freigeben – fast wie bei den echten Flößen auf der Wilden Rodach.

Nach der Pause verändert sich der Charakter der Wanderung noch einmal deutlich. Der Weg führt nun direkt an das Ufer der Wilden Rodach. Auf schmalen grasbewachsenen Dammwegen begleitet uns der Fluss auf den letzten Metern zurück zum Hotel.

Das Flößerwegla ist weit mehr als ein klassischer Themenweg. Die kurzen Hörstationen lassen die Geschichte der Flößer lebendig werden, ohne die Wanderung zu stören, und vermitteln auf unterhaltsame Weise viel Wissenswertes über Wallenfels. Zusammen mit den Ausblicken, dem Abstecher zur Schlossbergkapelle und dem Wasserspielplatz entsteht eine abwechslungsreiche Runde. Allerdings ist der Asphaltanteil, insbesondere unten im Ort, sehr hoch und es handelt sich um keine klassische Wanderung auf schmalen Pfaden durch Wälder oder Berge, sondern zu großen Teilen eher um einen informativen Ortsrundgang. Lediglich die QR-Code-Schilder sind etwas unauffällig – mit dem Flyer ist das aber kein Problem.

Auch ohne Flyer und QR-Codes könnt ihr über diesen Link einfach in die Hörstationen des Flößerweglas reinhören.

Gesamtstrecke: 7636 m
Maximale Höhe: 471 m
Minimale Höhe: 351 m
Download file: Floesserpfad_Wallenfels.gpx

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