„Der heißt ja genauso wie ich!“ Kaum haben wir den Gasthof Roseneck in Wallenfels betreten, stellt unser Sohn begeistert fest, dass der Enkel des Hauses denselben Vornamen trägt wie er. Wenig später folgt die nächste Überraschung: Der Chef des Hauses heißt wie sein Opa. Das Eis ist sofort gebrochen – und wir ahnen noch nicht, dass uns in den nächsten Tagen nicht nur herzliche Gastgeber, sondern auch jede Menge schmale Pfade und überraschende Erlebnisse erwarten.
Wir verbringen im Juli vier Tage Frankenwald und freuen uns zunächst vor allem auf abwechslungsreiche Wanderungen. Schnell merken wir jedoch, dass die Region weit mehr zu bieten hat. Zwischen schmalen Waldpfaden entdecken wir die jahrhundertealte Flößertradition, begleiten einen Ranger auf den Spuren der Biber, besuchen ein Besucherbergwerk und stoßen immer wieder auf kleine Erlebnisse, mit denen wir so nicht gerechnet hätten.
In diesem Artikel stellen wir euch unsere persönlichen Highlights im Frankenwald vor. Außerdem zeigen wir euch unsere Unterkunft, geben Tipps für weitere Ausflugsziele und stellen euch unsere einzelnen Touren in ausführlichen Wanderberichten vor.
Unsere Unterkunft: Gasthof Roseneck in Wallenfels
Während unseres Aufenthalts wohnen wir im Gasthof Roseneck in Wallenfels im Oberen Rodachtal. Das familiengeführte Hotel erweist sich für uns als idealer Ausgangspunkt, denn viele Wanderungen und Ausflugsziele im Frankenwald sind von hier aus in kurzer Zeit erreichbar.

Schon beim Frühstück merken wir, wie aufmerksam und herzlich wir hier umsorgt werden. Ganz nebenbei entstehen immer wieder kleine Gespräche mit den Gastgebern, die sich viel Zeit für ihre Gäste nehmen. Neben Brötchen, süßen Teilchen, Wurst, Käse, Rührei und gekochten Eiern finden wir jeden Morgen auch selbstgemachtes Granola, Bircher Müsli, Obstsalat, Tomate-Mozzarella und kleine Snacks wie Mini-Frikadellen am Buffet. So starten wir jeden Tag bestens gestärkt in unsere Wanderungen.
Auch abends bleiben wir meist im hauseigenen Restaurant. Die Speisen schmecken durchweg hervorragend und nach einem langen Wandertag genießen wir es, nicht noch einmal ins Auto steigen zu müssen. Die Zimmer selbst sind modern, schlicht eingerichtet, bieten aber alles, was wir für unseren Aufenthalt benötigen. Besonders schön fanden wir eine kleine Aufmerksamkeit des Zimmerservice – liebevoll zu Tieren gefaltete Handtücher auf dem Bett und einen Schwan in der Duschwanne.






Wandern im Frankenwald
Das Wandern steht im Mittelpunkt unseres Aufenthalts. Der Naturpark Frankenwald zählt zu den waldreichsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. Charakteristisch ist der landschaftliche Dreiklang aus dichten Wäldern, aussichtsreichen Hochflächen und den tief eingeschnittenen Tälern der Floßbäche. Trotzdem gilt die Region bei vielen Wanderern noch immer als echter Geheimtipp. Wir kannten vorher nur die nahe gelegene Fränkische Schweiz.
Vor Ort gibt es unzählige Wanderwege. Ein guter Startpunkt sind die 40 FrankenwaldSteigla. Das fränkische „la“ ist eine Verniedlichung und bedeutet frei übersetzt genau das, was wir besonders mögen: Schöne Wege mit schmalen Pfaden. Die Rundwanderwege sind zwischen fünf und knapp zwanzig Kilometern lang und reichen von gemütlichen Familientouren bis zu anspruchsvollen Wanderungen. Sie erfüllen die Qualitätskriterien des Deutschen Wanderverbands und verlaufen überwiegend auf naturnahen Wegen. Asphalt und breite Forststraßen werden bewusst vermieden – etwas, das uns auf unseren Wanderungen immer wieder positiv auffällt.
Während unserer vier Tage lernen wir fünf ganz unterschiedliche Touren kennen, die eindrucksvoll zeigen, wie vielseitig der Frankenwald ist.
Wenn du dies siehst, nachdem deine Seite vollständig geladen wurde, fehlen leafletJS-Dateien.
Flößerwegla
Unser erster Wandertag führt uns auf dem Flößerwegla rund um Wallenfels (7,6 km / 200 hm / 4 h). Hörstationen geben spannende Einblicke in die Geschichte der Flößerei und abwechslungsreiche Wege machen die Tour zu einem gelungenen Einstieg. Gerade Familien finden mit dem Wasserspielplatz in Wallenfels einen schönen Ort für eine längere Pause. Alle anderen können die Füße im Kneippbecken mit eiskaltem Flusswasser entspannen.
Unser Wanderbericht zum Flößerwegla

FrankenwaldSteigla Höllentour
Die Höllentour (8,2 km / 375 hm / 4 h) zählt schnell zu unseren persönlichen Favoriten. Schmale Pfade, eindrucksvolle Felsformationen und das wildromantische Höllental sorgen dafür, dass wir immer wieder stehen bleiben und die Landschaft genießen. Die Aussichten vom König David und dem Hirschsprung sind toll und über schöne Steige verbunden. All unsere Erlebnisse findet ihr in unserem Bericht der Höllentour.

FrankenwaldSteigla Dreierknock
Der Dreierknock (12,3 km / 335 hm / 5,5 h) überrascht uns mit seiner Vielseitigkeit. Nach einem eher gemütlichen Beginn wird der Weg zunehmend naturnaher und führt über schmale Pfade durch den Wald. Aussichtsturm, Niederseilgarten, Barfußpfad und Murmelbahn machen die Tour besonders für Familien abwechslungsreich. Wir haben unsere Erfahrungen zum Dreierknock in unserem Wanderbericht festgehalten.



FrankenwaldSteigla Lamitzpfad
Gemeinsam mit Ranger Jan entdecken wir den Lamitzpfad (5,3 km / 200 hm) aus einer ganz besonderen Perspektive. Statt einfach am Ufer der Lamitz entlangzugehen, erfahren wir viel über Biber, vielfältige Zusammenhänge im Ökosystem und einiges mehr. Eine Wanderung, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

WaldAktivPfad Leitschtal
Den Abschluss bildet der WaldAktivPfad Leitschtal (3,1 km / 160 hm / 2,25 h). Zahlreiche Mitmachstationen und spielerische Elemente wie eine große Kugelbahn machen ihn besonders für Familien mit kleineren Kindern zu einer schönen, aber auch herausfordernden Tour. Wir haben die Runde mit ihren Stationen in unserem Wanderbericht beschrieben.

Weitere Ausflugsziele im Frankenwald
Auch abseits der Wanderwege gibt es im Frankenwald viel zu entdecken:
Besonders beeindruckt hat uns die Flößertradition in Wallenfels. Die Floßfahrten auf der Wilden Rodach gehören zu den letzten aktiven Flößereien in Deutschland und finden im Sommer meist im Zwei-Wochen-Rhythmus statt. Wer hier auf den riesigen Fichtenstämmen mitfahren möchte, sollte allerdings früh planen: Alle Termine sind bereits lange im Voraus ausgebucht. So konnten wir „nur“ zuschauen.
Gestartet wird an der Floßlände am Schnappenhammer, etwa sechs Kilometer außerhalb des Ortskerns von Wallenfels. Die Fackelfloßfahrten beginnen um 20:30 Uhr, reguläre Fahrten starten am Nachmittag gegen 15 Uhr. Auf jedem Floß finden rund 20 Gäste Platz, begleitet von ein bis zwei erfahrenen Flößern.
Ein besonderes Schauspiel ist das Öffnen der Wehre: Mehrere Staustufen werden nacheinander gezogen, das heißt einzelne Bretter werden nach oben aus ihrer Halterung herausgezogen. Das Wasser der Wilden Rodach schießt mit einem kräftigen Schwall in das Flussbett und reißt die Flöße mit sich. Jedes Wehr wirkt wie eine kleine Wasserrutsche. Die Passagiere werden mit Garantie nass. Je nach Wasserstand dauert die Tour etwa 40 Minuten.






Direkt in Wallenfels lädt außerdem der Wasser- und Naturerlebnisspielplatz zu einer längeren Pause ein. Kinder können matschen, Wasser stauen und spielerisch nachvollziehen, wie das Flößen früher funktionierte. Dazu gibt es einen Barfußpfad und ein Kneipp-Becken.



Rund um Lichtenberg lohnt sich ein Besuch gleich mehrfach. Hoch über dem Ort thront die Burgruine Lichtenberg mit ihrem Aussichtsturm. Direkt neben dem alten Bahnhof der Höllentalbahn befindet sich das Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen. Der Stollen selbst diente früher nicht dem Erzabbau, sondern entwässerte die umliegenden Gruben. Dort wurden unter anderem Eisen, Kupfer, Blei, Mangan und später auch Flussspat gewonnen. Heute vermitteln spannende Führungen einen lebendigen Einblick in die Bergbaugeschichte des Frankenwalds und auf das Wirken Alexander von Humboldts.




In unmittelbarer Nähe befinden sich außerdem ein kleiner Badesee, der sich an warmen Tagen ideal für eine Abkühlung nach einer Wanderung eignet.
In Presseck im Freizeit- und Erholungsgebiet Lautengrund erwarten euch eine große 32m-Rutsche sowie ein Kneippbecken. Weitere Angebote wie ein Niederseilgarten und ein Barfußpfad mit kleiner Stein-Kugelbahn befinden sich am nahegelegenen Aussichtsturm und lassen sich gut mit dem FrankenwaldSteigla Dreierknock kombinieren.



Unser Sohn hat sich über diese liebevoll gestalteten Aktivitäten besonders gefreut und hätte am liebsten jeden Tag noch einmal all seine Lieblingsorte im Frankenwald besucht.
Unser Fazit
Die Region verbindet abwechslungsreiche Wanderungen mit spannenden Naturerlebnissen, regionaler Geschichte und vielen familienfreundlichen Ausflugszielen. Das macht den Frankenwald für uns aus. Ob auf den FrankenwaldSteigla, bei einer Floßfahrt oder auf den Spuren der Biber – überall gibt es etwas zu entdecken. Wir haben in vier Tagen längst nicht alles gesehen und kommen deshalb gerne wieder.
Zu dieser Reise wurden wir durch den Frankenwald Tourismus eingeladen. Im Rahmen einer viertägigen Reise haben wir im Juli 2026 den Frankenwald erwandert. Dieser Artikel spiegelt unsere Eindrücke und unsere Meinung unabhängig wider.



