Start und Ziel: Aussichtsturm Pressecker Knock
Länge: 12,3 km | HM: 335 m | Gehzeit: 3,75 Std. | Gesamtzeit: 5,5 Std.
Bewertung: ★★★★☆
Der Dreierknock gehört zu den abwechslungsreichsten Wanderungen unseres Aufenthalts im Frankenwald. Schmale Waldpfade wechseln sich mit weiten Forstwegen, Feldwegen, urwaldähnlichen Abschnitten und schönen Ausblicken ab. Dazu kommen gleich mehrere kleine Highlights für Familien.
Schon der Name macht neugierig: Was bedeutet eigentlich „Knock“? Im Fränkischen bezeichnet das Wort einen Hügel. Auf der Wanderung passiert ihr gleich mehrere davon – den Pressecker Knock, den Schnebeser Nock und den Kreuzknock. Damit ihr den schönsten Aussichtspunkt nicht gleich zu Beginn „verbraucht“, würden wir die Runde allerdings etwas anders wandern als offiziell vorgesehen.

Offiziell beginnt der Rundweg im Ortszentrum von Presseck und wir starten auch dort. Beim nächsten Mal würden wir stattdessen den Parkplatz am neuen Aussichtsturm wählen. Von dort erreicht ihr den Rundweg nach wenigen Metern und spart euch den späteren steilen Anstieg durch den Ort. Außerdem lassen sich der Aussichtsturm, der Barfußpfad, die Murmelbahn und der Niederseilgarten so perfekt als Abschluss der Wanderung genießen.
Schon auf den ersten Kilometern zeigt sich allerdings, dass der Dreierknock etwas Anlauf braucht. Zunächst folgen wir einem breiten Schotterweg mit nur wenig Schatten. Anschließend geht es auf Waldwegen weiter bis nach Schnebes. Dort öffnet sich die Landschaft und wir wandern auf gemähten Wegen zwischen Wiesen und Feldern. Auf diesen Abschnitten müssen wir etwas kämpfen, um die Motivation unseres Sohnes hochzuhalten.



Rund 300 Meter verläuft die Strecke am Straßenrand. Obwohl wir zunächst etwas skeptisch sind, erleben wir ausschließlich rücksichtsvolle Autofahrer, sodass dieser Abschnitt angenehmer ausfällt als erwartet.
Kurz darauf tauchen wir wieder in den Wald ein und die Wege werden langsam schmaler. Die Strecke quert zunächst eine gemähte Skipiste und führt anschließend unter einem Schlepplift hindurch. Wenig später überqueren wir eine zweite Piste. Die Talstation wirkt allerdings so zugewachsen, dass wir vermuten, dass der Lift schon länger nicht mehr in Betrieb ist.
In Heinersreuth bewundern wir das gelb gestrichene Schloss mit seinen grünen Fensterläden. Es befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.


Direkt dahinter verändert sich die Wanderung komplett. Plötzlich stehen wir mitten in einem Wald, der fast wie ein kleiner Urwald wirkt. Schmale Pfade schlängeln sich zwischen mächtigen Baumriesen hindurch. Besonders beeindruckend finden wir die Douglasien „Drei Barone“ sowie die Drillingsbuche mit einem Stammumfang von über sechs Metern. Durch das dichte Blätterdach fällt das Sonnenlicht in unzähligen kleinen Lichtstrahlen auf den Waldboden und sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre.


Am Haus „Wustuben“ müssen wir schmunzeln. Direkt am Feldweg steht ein Bushaltestellenschild mit der Aufschrift: „Der nächste Bus kommt morgen.“
Nach einem kurzen Stück auf einer kaum befahrenen Straße biegen wir auf einen Grasweg ab. Kornfelder begleiten uns nun auf beiden Seiten. Wenig später passieren wir einen kleinen Tümpel und queren sogar einen schmalen Ausläufer eines Kornfeldes, bevor wir uns am Waldrand eine Mittagspause im weichen Moos gönnen.


Anschließend verlangt die Tour kurz etwas Aufmerksamkeit. Der Weg ist stellenweise kaum noch zu erkennen und von Himbeeren sowie anderen Sträuchern überwachsen. Nur leichte Spuren zeigen den richtigen Verlauf. Auch die Beschilderung sorgt kurz für Verwirrung. Statt „Dreierknock“ weisen die Wegweiser plötzlich den Güldenstein-Weg aus. Sind wir falsch abgebogen? Egal, denn in Elbersreuth treffen wir auch wieder auf „Dreierknock“-Wegweiser.

Hinter Elbersreuth beginnt für uns nach dem Urwald bei Heinersreuth der zweitschönste Teil der Wanderung. Obwohl hier gleichzeitig auch der Frankensteig und das Fränkische Steinreich verlaufen, wirken die Wege erstaunlich wenig begangen. Das Gras auf den schmalen Pfaden weist nur wenige Trittspuren auf und stellenweise müssen wir uns zwischen Farnen und Sträuchern hindurchbahnen. Gerade dieser natürliche Charakter gefällt uns ausgesprochen gut.
Kurz vor Presseck öffnet sich der Wald noch einmal. Über Feldwege erreichen wir den Ort und steigen schließlich zurück zum Parkplatz auf.




Bevor wir nach Hause fahren, erkunden wir ausgiebig das Freizeitgelände rund um den Aussichtsturm. Der erst Ende 2024 eröffnete Aussichtsturm ist 45 Meter hoch und erinnert in seinem Äußeren an einen Tannenzapfen. Über zwölf Zwischenebenen steigen wir langsam hinauf und genießen oben einen herrlichen Rundumblick über Presseck und die bewaldeten Hügel des Frankenwalds.


Direkt daneben befinden sich mehrere liebevoll gestaltete Familienattraktionen. Besonders begeistert uns die kleine Murmelbahn. Statt klassischer Holzrinnen verlaufen die Bahnen direkt durch in Stein gefräste oder gebohrte Rinnen – eine Bauweise, die wir so noch nie gesehen haben. Die Holzkugeln liegen kostenlos in einer Kiste bereit und sollen nach dem Spielen einfach wieder zurückgelegt werden.
Auch der Barfußpfad und der Niederseilgarten machen richtig Spaß. Letzterer wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, fordert aber durchaus Gleichgewicht und Koordination. Selbst wir Erwachsenen probieren fast alle Elemente aus.




Etwa einen Kilometer entfernt lohnt sich außerdem noch ein kurzer Abstecher zum Freizeit- und Erholungsgebiet Lautengrund. Dort erwarten euch eine 32 Meter lange Rutsche, ein Kneippbecken, ein Spielplatz, ein kleines Gradierwerk und sogar ein Eisautomat – ein schöner Abschluss für Familien. Die Rutsche gefällt unserem Sohn so gut, dass er gar nicht mehr weg möchte und eine Rutschfahrt nach der anderen startet.


Der Dreierknock braucht ein wenig, um in Fahrt zu kommen. Die ersten zwei bis drei Kilometer verlaufen überwiegend über breitere Wege und kurze Straßenabschnitte. Danach zeigt die Wanderung jedoch ihre ganze Stärke: Schmale Pfade, urwaldartige Wälder, Feldwege und kaum begangene Abschnitte wechseln sich ständig ab. Zusammen mit dem Aussichtsturm und den familienfreundlichen Angeboten am Ziel entsteht eine ausgesprochen vielseitige Rundwanderung, die uns deutlich besser gefallen hat, als wir zunächst erwartet hatten.
Maximale Höhe: 685 m
Minimale Höhe: 527 m
Im Rahmen einer viertägigen Reise haben wir im Juli 2026 den Frankenwald erwandert. Alle Wanderbericht findet ihr in unserer Übersicht zum Frankenwald.
Zu dieser Reise wurden wir durch den Frankenwald Tourismus eingeladen. Dieser Artikel spiegelt unsere Eindrücke und unsere Meinung unabhängig wider.



