Start und Ziel: bei Anapaftiria
Länge: 4,1 km | HM: 200 m | Gehzeit: 1,5 Std. | Gesamtzeit: 2,25 Std.
Bewertung: ★★★★☆
Trailrunner laufen über steinige Felspfade in die riesige, kuppelartige Höhle Megali Grava bei Anapaftiria hinein und kurz darauf auf der anderen Seite wieder hinaus. Diese Gegend ist besonders und auch ihr könnt sie auf spannenden Wegen erkunden.
Von der Küste aus kommend weist uns das Schild „To the Cave“ darauf hin, dass wir richtig sind. Wir parken nahe Loutses in Anapaftiria. Vor dem Beton-Gerippe eines niemals fertig gestellten Hauses, das zum Verkauf steht, stören wir sicher niemanden. Direkt am Straßenrand erscheint uns der Platz zu schmal. Weitere Parkmöglichkeiten gibt es, wenn ihr der Straße entgegen der Wanderungrichtung folgt.

Nach 200 Metern entlang der asphaltierten Straße treffen wir auf eine blaue Plakette an einem Baum. Hier zweigt ein schmaler Pfad rechts ab. Für kurze Zeit geht es steil aufwärts, dann steigt der Weg nur noch moderat an. Wir wandern durch trockene Gräser, teils hängen Äste von niedrigen Bäumen über dem Weg und wir ducken uns. Einzelne Steine liegen regelmäßig auf dem Weg.

Trockenmauern stehen auf den umliegenden Wiesen und säumen auch unseren Weg. Sind es Weidebegrenzungen? Rechter Hand erscheint eine Felswand, auf die wir zugehen. Hier liegt die kleine Höhle „Mikri Grava“ – eher ein großer Überhang als eine Grotte – die in der Vergangenheit als Unterstand für Tiere gedient haben soll. Wir können in der langgezogenen Grotte keine Tiere oder ihre Hinterlassenschaften ausmachen. Auch finden wir leider keine Möglichkeit die Grotte zu betreten, da der Abstieg zugewachsen ist und ein umgestürzter Holunderbaum dort liegt, wo vielleicht einmal der Zugang war.

Wir gehen 50 Meter zurück auf den höher liegenden Hauptweg, der mit blauen Punkten markiert ist, und folgen diesem weiter. Dabei blicken wir über das tiefblaue Wasser der Straße von Korfu hinüber zum nahegelegenen Albanien. In den Küstengewässern liegen die runden Reusen einer Fischfarm.

Nun zweigen wir nach rechts ab und beginnen einen steilen Aufstieg. Der Fels bildet an vielen Stellen richtige Treppenstufen. Teilweise lasse ich mir eine Hand reichen, da zu hohe Stufen mit dem Gewicht der Kraxe auf dem Rücken schwierig sind. Gelbe Schilder mit einer rennenden Person markieren hier auch den „Kassios Dias Trail Run“. Je höher wir kommen, desto mehr weichen die Steinbrocken wieder trockenen Gräsern.
Bald erreichen wir den Abstieg zur Höhle „Megali Grava“. Auch diese „Höhle“ ist nicht das, was wir uns unter einer Höhle vorstellen, sondern eher eine Grotte. Allerdings eine riesige Grotte, die steil nach unten abfällt. Bestimmt 50 Meter breit und fast so hoch ist der Felsüberhang. Moosbewachsene Stalaktiten hängen von der Decke. Mitten hinein führt der Pfad und windet sich dabei um größere Felsbrocken herum Der Boden ist rötlich und feucht. Wir folgen weiterhin den Wegmarkierungen der Trailrunning Strecke.


Ihr müsst nicht auf demselben Weg wieder umkehren, sondern geht im Halbkreis durch die Höhle und steigt auf der anderen Seite erst aus der Grotte heraus und dann aus dem Talkessel heraus, in dem die Megali Grava liegt. Nun trefft ihr auf eine geteerte Straße und einge spartanische Unterstände aus Ziegelsteinen. Sind es Unterstände für Tiere? Oder sollten Toiletten gebaut werden und wurden nie fertiggestellt? Die erste Möglichkeit ist in dieser Region mit ihren zahlreichen Weiden vermutlich die plausibelste.
Auf der einsamen Teerstraße steigen wir bis in den Ort ab. Unterwegs sehen wir nur ein einziges Auto, das vermutlich direkt zur Höhle unterwegs ist. Dabei wechseln sich die Ausblicke auf den höchsten Gipfel Korfus, den Pantokrator, und auf die Antinioti-Lagune, die im Rahmen einer eindrucksvollen Wanderung erkundet werden kann, ab.


Eine nicht ganz alltägliche Wanderung im Pantokrator-Gebirge führt zu den Höhlen Mikri Grava und Megali Grava bei Anapaftiria. Während die kleine Höhle enttäuscht, kann sich die große Höhle wirklich sehen lassen. Beide lassen sich auf einer kurzen, schönen Wanderung kombinieren, die allerdings keinen Schatten bietet.
Maximale Höhe: 485 m
Minimale Höhe: 315 m



