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Korfu – Perfekte Insel zum Wandern?

Korfu gehört so wie auch Paxos, Lefkada, Ithaka, Kefalonia und Zakynthos zu den Ionischen Inseln. Die albanische Küste ist nie weit entfernt, an der engsten Stelle nur zwei Kilometer. Obwohl die Insel nur rund 60 km lang und maximal neun Kilometer breit ist, solltet ihr die Fahrtzeiten zu Ausflugszielen am anderen Ende der Insel nicht unterschätzen! Durch enge und kurvige Straßen, die teils nicht in besonders gutem Zustand sind, fahren wir oft kaum schneller als 30 km/h.

Der Flughafen liegt etwas südlich von Kerkyra, der Inselhauptstadt. Von dort fährt man rund eine Stunde in das 40-Kilometer entfernte Sidari. Hier wohnen wir in einem der zahlreichen Hotels. Im Nachhinein ist das im Norden liegende Sidari nicht der sinnvollste Ausgangsort, wenn man so wie wir Ausflüge auf die gesamte Insel unternehmen möchte. Eine zentralere Unterkunft wäre empfehlenswerter.

Wir zeigen euch unseren Tagesplan für einen 8-tägigen Aufenthalt. Dann stellen wir euch dar, welche Wanderungen, Sehenswürdigkeiten, Ausflüge und Strände sich auf Korfu anbieten. Hier gehen wir erst auf die von uns besuchten ein. Die Orte, die wir nicht gesehen haben, erwähnen wir anschließend auch und geben euch eine Einordnung, ob Korfu eine gute Wahl für einen Wanderurlaub ist.

Wir haben Korfu als eine schöne Urlaubsinsel empfunden. Als perfekte Insel zum Wandern schätzen wir Korfu jedoch nicht ein. Auf Kreta haben uns die vielen Schluchten und auch auf Kefalonia generell schönere Wege mehr überzeugen können. Obwohl Korfu als die „grüne Insel“ bekannt ist, kam sie uns im Juli bei rund 30 Grad eher trocken und wenig grün vor. Im Frühjahr oder Herbst ist Korfu vermutlich klimatisch angenehmer. Im Sommer würden wir eher von einem Aktivurlaub auf der Insel abraten.

Nichtsdestotrotz bieten sich zu jeder Jahreszeit Ausflüge zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Stränden an, die auch mit kleinen Wanderungen kombiniert werden können. Außerdem kann man auf Korfu gut tauchen. So können im Norden von Acharavi aus mit der Tauchschule Dive Easy Höhlen durchtaucht, Wracks erkundet und eine Unterwasser-Steilwand begutachtet werden. In anderen Regionen der Insel gibt es weitere Tauchschulen.

Unser Reiseprogramm für eine Woche Korfu

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Sehenswürdigkeiten, Wanderungen und Ausflüge

Kloster Vlacherna mit Mäuseinsel Pontikinisi

Das Kloster Vlacherna liegt im Süden von Kerkyra. Wir besichtigen es direkt nach unserer Ankunft auf Korfu, da es nur zehn Minuten vom Flughafen entfernt liegt. Den Mietwagen stellen wir kostenlos am Hafen Kanoni ab. Von dort führt ein schmaler Steg zum weißen Kloster, dem wohl meist fotografierten Ort von Korfu. Es liegt idyllisch umgeben vom türkisfarbenen Meer. Im Innenhof befindet sich lange kein Klosteralltag mehr, sondern ein Souvenirshop.

Vom besagten Steg fahren alle paar Minuten Motorboote ab, die den Besucher für 3 € zur nahegelegenen „Mäuseinsel“ Pontikonisi bringen. Die Größe der wirklich kleinen Insel, die in nur einer Viertelstunde bequem zu umrunden ist, soll wohl nicht ihren Namen begründen. Der Name soll auf die Form der Insel anspielen.

Wir besichtigen die Kapelle, die ein wenig erhöht liegt, und lassen uns schließlich mitgebrachte Snacks bei bester Aussicht schmecken. Die Start- und Landebahn des Flughafens ist nur ein paar hundert Meter entfernt. Nur wenige Minuten vergehen zwischen Starts und Landungen zahlreicher Flugzeuge. Wir hätten niemals damit gerechnet, wie viel Flugverkehr die kleine Insel erreicht.

Korfu Stadt

Ein Besuch von Korfu-Stadt ist ein Muss bei einem Urlaub auf der schönen Insel. Wir parken unseren Mietwagen am „Old Port“ für 5 € am Tag. Dort befinden wir uns fast direkt an der Neuen Festung, die von 1576 – 1645 erbaut wurde. Eine Besichtigung kostet 5 €. Es ist drückend heiß und wir lassen diesen Programmpunkt aus.

Auf dem Weg zur Alten Festung streifen wir kreuz und quer durch die schmucke Altstadt. Geschäfte, die Souvenirs und Handwerkswaren verkaufen, reihen sich an Boutiquen, Restaurants und Eisdielen. Es macht Spaß Teils des bunten Treibens in diesem Labyrinth aus schmalen Gassen zu sein.

Die Alte Festung liegt auf einer Halbinsel und bietet nicht nur einen großartigen Blick auf die Altstadt, sondern auch einen spannenden Einblick in die wechselhafte Geschichte der Insel. Ursprünglich war die Ruine byzantischen Ursprungs, wurde später von den Venezianern ausgebaut und unter britischer Herrschaft weiter genutzt. Für unseren Geschmack wären ein paar Infoschilder, die die verschiedenen Mauerreste mehr erklären, wünschenswert. Der Eintritt kostet 10 €.


Angelokastro

Die Engelsburg „Angelokastro“ ist eine Verteidigungsanlage des byzantischen Reichs, die erhaben auf einem Felsen hoch über dem Meer thront. Viele Jahrhunderte spielte diese Festung eine zentrale Rolle für die korfiotische Bevölkerung. Eine Besichtigung der Burgruine lohnt sich schon allein wegen der atemberaubenden Aussicht. Dienstags ist das Kassenhäuschen geschlossen und ihr müsstet das Eingangstor umklettern. An allen anderen Tagen kostet der Eintritt 10 €. Das Parken ist kostenfrei und am Fuße der Festung möglich. Von hier steigt ihr in rund zehn Minuten auf einem felsigen Weg auf. Eine Kombination der Besichtigung der Burgruine mit einem Besuch des Donkey Path, der Zwillingsbucht Porto Timoni oder dem Corfu Donkey Rescue bietet sich an.

Kap Drastis

Kap Drastis ist der nordwestlichste Punkt der Insel Korfu und beeindruckt mit seinen markanten Steilklippen, türkisblauem Wasser und spektakulären Aussichten. Ihr könnt hier eine längere Wanderung vom Canal d’Amour bei Sidari durch mediterrane Vegetation zu mehreren Aussichtspunkten mit Blick auf das Ionische Meer machen oder mit dem Auto direkt zu den Aussichtspunkten gelangen.

Antinioti Lagune

Die Antinioti Lagune ist der nördlichste Punkt der Insel Korfu und ein lohnenswertes Wanderziel. Der Strandsee hat durch Süßwasserzuflüsse einen niedrigeren Salzgehalt als das Meer und bietet verschiedenen Tieren und Pflanzen einen besonderen Lebensraum. Wir erkunden dieses einzigartige Gebiet auf einer spannenden Wanderung zwischen der wilden Küstenlandschaft, einer Klosterruine und naturnahen Wegen.

Höhlen bei Anapaftiria / Loutses

Bei Loutses liegt das Dorf Anapaftiria an den Ausläufern des Pantokrator-Gebirges. Hier könnt ihr auf einer vier Kilometer langen Wanderung zwei Höhlen beziehungsweise Grotten erkunden. Die erste haben wir als nicht so spannend empfunden, da sie auch nicht betreten werden kann. Die zweite Höhle, die Megali Grava, entschädigt jedoch für jede Anstrengung: Bestimmt 50 Meter lang und etwas weniger hoch führt der Pfad abwärts in die feuchte Grotte, in der moosbewachsene Stalaktiten von der Decke hängen. Im Anschluss bietet sich ein Besuch des nahegelegenen Geisterdorfs „Old Perithia“ an.

Old Perithia

Old Perithia, auch bekannt als Palea Perithia, ist das älteste erhaltene Bergdorf Korfus und liegt an den Hängen des Pantokrator-Gebirges. In den 1960er Jahren verließen die Bewohner ihr Dorf aufgrund des aufkommenden Tourismus und der besseren Lebensbedingungen an der Küste. In den letzten Jahren erfährt das einstige Geisterdorf eine Wiederbelegung. Vor unserem Besuch haben wir von drei Tavernen gelesen, die wieder in Betrieb sind. Wir haben auf jeden Fall mehr Gaststätten gesehen und auch einige Häuser wirken bewohnt. Daneben gibt es zahlreiche Ruinen von Wohnhäusern und mehreren Kirchen, die spannend zu erkunden sind.

Corfu Donkey Rescue

Das „Corfu Donkey Rescue“ ist eine Auffangstation für Esel, die täglich von 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet ist. Neben Eseln leben hier auch Pferde, zahlreiche Katzen und zwei Hunde. Die Anfahrt zur Auffangstation hat sich als schwierig herausgestellt. Mehrfach teilte uns das Navi mit, dass wir abbiegen sollen und jedes Mal informierte uns ein einlaminierter Zettel, dass unser „GPS wrong“ ist und wir auf der größeren Straße bleiben sollen. Schließlich sind wir angekommen. Beim Betreten des Geländes erklärt ein Mitarbeiter freundlich, dass wir uns frei bewegen können. Die Esel und anderen Tiere können größtenteils gestreichelt werden.

Das „Corfu Donkey Rescue“ ist kostenfrei und wird auf Spendenbasis finanziert. Die Tiere wirken gut gepflegt. Wir haben von der Anlage nichts Großes erwartet. Dennoch hat sich für uns eine Anfahrt von einer ¾ Stunde nicht gelohnt. Unser Sohn hat vorrangig die Katzen gestreichelt und war nach zehn Minuten davon gesättigt. Andere Kinder werden jedoch mit Sicherheit viel mehr aus dem Aufenthalt ziehen können.

Strände

Zwillingsbucht Porto Timoni

Zwei bildschöne Strände, die nur durch eine schmale Landzunge voneinander getrennt sind. Die Strände an den Buchten Agios Georgios und Arillas sind über einen rund einen Kilometer langen steinigen Wanderweg vom Bergdorf Afionas aus zu erreichen. Etwa auf halber Höhe befindet sich die schönste Aussicht auf das wundervolle Ambiente. Alternativ könnt ihr die Kiesstrände mit einem Boot erreichen. Leider ist Porto Timoni kein Geheimtipp mehr. Erwartet eine zwar wunderschöne Kulisse, die jedoch völlig überfüllt ist von zahlreichen Touristen. Die nächste Taverne befindet sich in Afionas.

Canal d’Amour bei Sidari

Der berühmte Canal d’Amour bei Sidari im Nordwesten von Korfu ist ein faszinierendes Naturwunder aus hellen Sandsteinfelsen, die vom Meer zu einzigartigen Schluchten, Grotten und kleinen Badebuchten geformt wurden. Einer alten Legende zufolge bleiben Paare, die gemeinsam durch den Kanal schwimmen, für immer zusammen. Im Juli sind wir bei einem Spaziergang zwischen den Buchten bei weitem nicht allein unterwegs. Zahlreiche Touristen liegen in der Sonne, springen von den Klippen ins türkise Wasser, schnorcheln, fahren Tretboot oder sitzen in einem der zahlreichen Restaurants. Die große Beliebtheit raubt dem sonst wundervollen Ort ein wenig seinen Charme.

Sidari

Sidari ist Touristenhochburg und bietet einen tollen Sandstrand, der direkt im Ort liegt. Hier kann das Handtuch im feinen Sand ausgebreitet werden oder auch eine Liege mit Sonnenschirm gemietet werden. Einige Strandlokale bieten für ihre Kunden auch kostenfreie Liegen an. Das Wasser bleibt lange flach, sodass man bequem mit Kindern spielen und schwimmen kann. Nur Abgeschiedenheit und Ruhe sucht man hier vergeblich.

Es gibt mehrere Tretboot- und SUP-Verleiher direkt am Strand. Der kleinste Verleih, der am nächsten am Canal d’Amour liegt, bietet seine Tretboote für 15 € die Stunde an. An zwei anderen Ständen hätten wir 20 € beziehungsweise sogar 25 € bezahlt. Wir haben unsere Stunde etwas überzogen und mussten dennoch nichts extra bezahlen. Eine Tretbootfahrt von Sidari hinüber zu den Buchten am Canal d’Amour können wir sehr empfehlen!

Erimitis Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet Erimitis im Nordosten Korfus ist ein unberührtes Küstenparadies mit dichten Zypressenwäldern, kleinen Lagunen, die nur durch schmale Streifen Land vom Meer getrennt sind, und einer Reihe idyllischer Strände, die nur zu Fuß oder per Boot erreichbar sind. Auf einer circa sieben Kilometer langen Wanderung können unter anderem die Strände Avlaki, Arias und Akoli besucht werden.

Strand auf der Insel Erikoussa

Die Insel Erikoussa ist mit dem Fähranbieter „Fortuna Sea Tours“ mittwochs und sonntags erreichbar. Die Überfahrt beginnt um 10 Uhr und ihr kommt gegen 16:30 Uhr zurück nach Sidari. Ein Besuch der Insel für eine Rundwanderung und das Besichtigen des Ortes lohnt nicht. Der Sandstrand ist jedoch wunderbar: Viel Platz, kaum Besucher und viel seichtes Wasser bevor das Meer tiefer wird. Das Leihen einer Liege mit Sonnenschirm ist auch möglich.

Strand Paralia Almiros östlich von Arachavi

Schöner Strand, der feinen Kies hat und bei unserem Besuch sehr leer war. Jeder Besucher hat viele Meter Strand für sich. Parken ist direkt an der Straße parallel zum Stand möglich. Einige Hotels haben kleine eigene Standbereiche.

Sehenswürdigkeiten, die wir nicht besucht haben

Achilleion

Das Achilleion war einst prachtvolles Sommerrefugium der Kaiserin Elisabeth („Sisi“). Seit 2024 ist es aufgrund umfangreicher Restaurierungsarbeiten im Innenbereich geschlossen. Die reich verzierten Gartenanlagen sind weiterhin zugänglich. Der Eintritt kostet derzeit 5 €. Die Sanierung soll noch bis 2026 andauern.

Gipfel des Pantokrator

Der höchste Punkt von Korfu ist der Pantokrator, dessen Höhe mit circa 910 Meter Höhe angegeben wird. Wanderführer wie der aus dem Rother-Verlag oder von Reise-Know-How schlagen verschiedene Wanderungen vor. Wir haben uns dagegen entschieden bei über 30 Grad ohne Schatten auf den kargen Berg zu steigen. Wer mag, kann auch auf einer asphaltierten Straße nach oben gelangen und sich dort neben dem griechischen Festland und Albanien (nur mit bedeckten Schultern) ein Kloster ansehen.

Wasserfall

Auf Korfu gibt es nur zwei Wasserfälle: bei Nymfes und bei Kyprianades. Beide sollen in einer sehr üppigen grünen Vegetation liegen. Verschiedene Quellen informieren jedoch darüber, dass sie im Sommer zumeist ausgetrocknet sind. Wir gehen aufgrund einer Google-Rezension und da wir keinen einzigen Bach oder gar Fluss auf der Insel gesehen haben davon aus, dass dies auch derzeit der Fall sein wird. Daher sind wir hier nicht vorbeigekommen.

Kaiser’s Throne

Der „Thron“ des deutschen Kaisers Wilhelm II befindet sich im Westen der Insel im Dorf Pelekas und bietet einen Panoramablick auf die gesamte Insel. Hier hat der Kaiser, nachdem er das Achilleion übernommen hat, regelmäßig verweilt und unter anderem Sonnenuntergänge betrachtet. Die zwei kreisrunden Plattformen sind kostenfrei zugänglich.

Höhle und Festung Gardiki

Die Burg Gardiki und die Höhle Grava Gardikiou liegen in Sichtweite zueinander und werden durch weniger als eine Viertelstunde Fußweg getrennt. Von der byzantinischen Burg aus dem 13. Jahrhundert ist nur noch eine Ruine übrig. Die naheliegende kleine Tropfsteinhöhle hat Spuren frühmenschlicher Besiedlung aufgewiesen. Die Relikte werden nun im Archäologischen Museum in Korfu-Stadt ausgestellt. Bei einem Besuch des Korission Sees soll sich dieser Ort, für deren Besichtigung rund eine Stunde eingeplant werden muss, lohnen.

Korission See

Der Korission See beziehungsweise die Korission Lagune liegt im Südwesten von Korfu und ist das größte Naturschutzgebiet der Insel. Nur durch zwei Strände und einen Zedernwald vom Meer getrennt liegt der See, der Flamingos, Reihern, Schmetterlingen, Schildkröten und vielen anderen Tieren einen einzigartigen Lebensraum bietet. Wir hätten diese ökologische Juwel nur zu gerne mit eigenen Augen gesehen. Lediglich die Zeit und die für uns zu weite Anreise haben uns davon abgehalten.

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