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Tagesausflug von Korfu zur Insel Erikoussa – Rundwanderung um die Insel

Start und Ziel: Hafen Erikoussa (Überfahrt ab Sidari)
Länge: 7,3 km | HM: 230 m | Gehzeit: 2,25 Std. | Gesamtzeit: 3 Std.
Bewertung: ★★☆☆☆

Plötzlich schießen Delfine vor uns aus dem smaragdgrünen Wasser. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir wollten doch „nur“ mit dem Boot zur Insel Erikoussa übersetzen.

Ab Sidari fährt zweimal wöchentlich am Mittwoch und Sonntag jeweils um 10 Uhr ein Schiff von Fortuna Sea Tours zur kleinen Insel Erikoussa nordwestlich von Korfu. Wir sollen um 9:30 Uhr da sein und bezahlen 30 € je Erwachsenem direkt am Anleger. Kleinkinder, die auf dem Schoß mitfahren, sind kostenfrei. Wir haben den Trip am Vorabend spontan angefragt und zeitnah eine Antwort erhalten.

Die Überfahrt selbst dauert eine Stunde. Es ist recht eng auf dem Boot mit circa 60 Passagieren. Niemand läuft herum, obwohl es diesbezüglich keine Anweisungen gegeben hat. Tobi wollte sich mit unserem Sohn an die Reling stellen, doch hier wurden die beiden gebeten, dass zumindest das Kind sich aus Sicherheitsgründen besser hinsetzen solle.

Plötzlich werden wir langsamer. Das Schiffshorn tutet. Was ist nun los? Oh! Da gleiten Delfine durchs Wasser! Auch die anderen Passagiere schauen wie gebannt aufs Wasser. Die Tiere ziehen vorbei und wir fahren weiter.

Das Personal ist freundlich und trotz Sprachbarriere zu Späßen mit unserem Dreijährigen aufgelegt. Kurz vor Erreichen des Hafens von Erikoussa stoppen wir und es wird der Anker ausgeworfen. Wer mag, darf nun vom Boot aus ins glasklare Wasser springen. Eine Viertelstunde bekommen die Badewilligen, dann müssen sie über eine Leiter zurück an Bord klettern.

Wir legen an. Die „Irene“ bleibt während unseres Aufenthalts neben anderen Ausflugsbooten im Hafen. Das kleine Dörfchen am Hafen bietet mehrere Tavernen und einen Bäcker. Wir haben uns für eine Wanderung rund um die Insel entschieden, um möglichst viel kennenzulernen.

Erikoussa ist hügelig. Vom Hafen aus halten wir uns im Uhrzeigersinn immer so nahe an der Küste wie die Straßen es zulassen. Richtig schmale Pfade gibt es leider keine. Die Gehrichtung fühlt sich stimmig an, da es anfangs über Beton geht und später schöner wird.

Nach rund eineinhalb Kilometern steigen wir über einen Treppenweg, der zwei Straßen verbindet, auf. Bald darauf wechselt der Straßenbelag zu Schotter. Weiterhin geht es sachte aufwärts. Über einen Bergrücken durchwandern wir die felsige Landschaft. Von Wind und Erosion haben sich kleine Hügel aus dem Schotter geformt. Der Bewuchs ist spärlich. Die Köttel von Ziegen oder Schafen zeugen von tierischen Bewohnern.

Bald zweigen wir zu einem Aussichtspunkt ab. Dorthin führt erst eine mit Holz befestigte Treppe, weiter geht es auf einem sehr schmalen Pfad, der von kratzigen Pflanzen zugewachsen ist. Durch die feinen Verletzungen jucken unsere Beine etwas. Egal. Oben angelangt stehen wir vor einem Betonhäuschen, dessen Dachschindeln zum Großteil kaputt sind. Im Inneren finden sich Reste eines Lagerfeuers.

Ist dieses Haus alt oder auch nie fertig gestellt worden? Wir können es nicht sagen. An der Seite des Hauses führt eine Treppe neben das marode Dach. Von hier können wir den Blick auf die Gebirgszüge von Albanien schweifen lassen.

Der Abstecher zum Aussichtspunkt war kaum 50 Meter lang. Wir kehren um und folgen den Rest der Wanderung einer Betonpiste bis hinunter zum Meer. Vereinzelte Wohnhäuser stehen am Wegesrand und auch hoch aufragende Zypressen säumen den Weg. Wir passieren einen verrosteten und völlig eingewachsenen Pickup Truck, der wirkt als käme er direkt aus den 60er Jahren.

Schließlich gelangen wir wieder in Hafennähe. Gegenüber der Friedhofskirche mit ihrem Glockenturm wird das Gerüst einer Schaukel gestrichen. Etwas oberhalb steht eine pittoreske, historische Windmühle. Wir beenden die Erkundungstour und verbringen die Zeit bis zur Rückfahrt am Strand.

Der Sandstrand „Porto“ bietet feinen Sand. Dieser ist jedoch so heiß, dass man es nicht wagen sollte ohne Schuhe im trockenen Sand zu gehen. Es können Liegen und Sonnenschirme gemietet werden. Das Meer bleibt lange flach. Unser Sohn spielt freudig im seichten Wasser und wir genießen mit ihm die Abkühlung.

Um 15:45 Uhr legt die Irene wie angekündigt wieder ab. Auf unserer Rückfahrt nehmen wir am Canal d’Amour Fahrt raus und halten sogar kurz an. So können wir die faszinierenden Sandsteinklippen mit ihren natürlichen Höhlen, die dazwischen liegenden Kanäle und auch die wagemutigen (oder unvernünftigen?) Touristen beobachten, die selbst von den höchsten Klippen ins Meer springen. Gegen 16:45 Uhr legen wir in Sidari an.

Ein Ausflug zur Insel Erikoussa ist eine lohnende Aktivität. Weniger jedoch wegen der Insel selbst als wegen der Überfahrt und dem schönen Sandstrand, der dazu einlädt, die Seele baumeln zu lassen.

Gesamtstrecke: 7349 m
Maximale Höhe: 122 m
Minimale Höhe: 1 m
Download file: Insel_Erikoussa.gpx
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