Innerhalb von vier Wochen erkunden wir ausgiebig den faszinierenden Südwesten der USA. Unsere Reise beginnt in Las Vegas und führt uns durch die wilde Schönheit all der weltberühmten Nationalparks. Von den roten Felsen von Zion und Bryce, mitten durch die tiefen Canyons im Grandstaircase Escalante, den bizarren Felsbögen im Arches, durch die weiten Landschaften von Canyonlands, Capitol Reef und dem Grand Canyon hin zu den Geysiren im Yellowstone und dem lebensfeindlichen Death Valley.
Diese Reise ist ein Lebenstraum. Wir sind rund 6.000 km mit dem Mietwagen in vier Wochen gefahren, haben in 15 verschiedenen Unterkünften übernachtet, acht Bundesstaaten betreten, neun Nationalparks und zahlreiche weitere State Parks, National Monuments und Recreation Areas sowie zwei Tribal Parks besucht und dabei jede einzelne Sekunde genossen.
Und das Beste? Wir durften all das zu dritt mit unserem dreijährigen Sohn erleben! Zuvor waren wir uns nicht sicher, ob ein solcher Roadtrip mit Kleinkind umsetzbar ist. Nun wissen wir, dass es kaum komplizierter ist als früher das Reisen zu zweit. Lest gerne weiter, wenn ihr Tipps für einen Roadtrip mit kleineren Kindern sucht.
Unsere Reiseroute
- Tag 1: Anreise in Las Vegas
- Tag 2: Red Rock Canyon bei Las Vegas
- Tag 3: Hoover Dam und Valley of Fire
- Tag 4 – 6: Zion Nationalpark mit Angel’s Landing, The Narrows uvm
- Tag 7 – 8: Bryce Nationalpark – Scenic Drive und Figure-8-Trail
- Tag 9: Grand Staircase Escalante – Zebra und Tunnel Slot Canyon
- Tag 10: Capitol Reef Nationalpark – Scenic Drive und mehrere Kurzwanderungen
- Tag 11: nahe des Goblin State Park – Little Whitehorse Canyon und Bell Canyon
- Tag 12: Fahrt nach Salt Lake City und Antelope Island
- Tag 13: Fahrt nach West Yellowstone
- Tag 14 – 16: Yellowstone Nationalpark und Grand Teton
- Tag 17: Flaming Gorge
- Tag 18 – 19: Arches Nationalpark – Delicate Arch Trail und Devils Garden Loop
- Tag 20: Dead Horse Statepark und Canyonlands Nationalpark – Island in the Sky
- Tag 21: Canyonlands Nationalpark – Needles District
- Tag 22: Valley of the Gods Scenic Drive und Monument Valley
- Tag 23: Lower Antelope Canyon und Horseshoe Bend
- Tag 24: Buckskin Gulch ab Wirepass Trailhead
- Tag 25: Grand Canyon South Rim
- Tag 26: Route 66
- Tag 27: Death Valley
- Tag 28: Abreise von Las Vegas
Anreise
Klassische Startpunkte für eine Rundreise im Westen der USA sind Las Vegas, San Francisco und Los Angeles. Die meisten Flüge starten in Frankfurt am Main oder München. Nach Las Vegas müsst ihr mit einer Flugzeit von rund 12 Stunden rechnen. Je nach Verbindung als Non-Stop-Flug oder mit einer Zwischenlandung.
Denkt nach der Buchung daran, dass ihr für eine Einreise eine Genehmigung benötigt. Jeder Reisende muss die elektronische Einreisegenehmigung (ESTA) beantragen, mit der ihr bis zu 90 Tage in den Staaten bleiben dürft. Die ESTA-Genehmigung ist nach Erhalt zwei Jahre gültig.
Informiert euch vor Abflug auf jeden Fall auch darüber, was ihr mitbringen dürft. Hier ist es unter anderem wichtig darauf zu achten, dass die Einfuhr von tierischen und pflanzlichen Produkten stark reglementiert ist. So haben wir zum Beispiel noch etwas Rohkost von unserer für den Flug mitgebrachten Verpflegung im Handgepäck gehabt. Auf die Fragen des Grenzbeamten haben wir ehrlich geantwortet und mussten daher in einem separaten Raum warten, in dem die Nutzung von Handys untersagt ist und an einzelnen Sitzen Handschellen vorbereitet hängen. Keine besonders schöne Umgebung. Da wir über alles wahrheitsgemäß informiert haben, wurden unsere Reste nur entsorgt und wir konnten problemlos weiterreisen. – Dennoch wäre es schöner diese Situation nach der langen Reise verhindern zu können.
Mietwagen
Unser Flug landet in Las Vegas. Alle Mietwagen-Verleiher befinden sich ein wenig vom Flughafen entfernt. Nach Einreise und Abholung der Koffer folgt ihr den „Ground Transportation“-Schildern zum Shuttle-Bus. Dieser bringt euch in wenigen Minuten zum „Rent-A-Car Center“, wo alle Mietwagenverleiher Schalter haben.
Wir haben uns für einen Mietwagen der Kategorie „Midsize SUV“ entschieden. In dieser Mietwagenkategorie erhalten wir einen Ford Escape, der genau passend für uns drei ist. Es passen sogar zwei große Koffer nebeneinander in den Kofferraum. Dazu haben wir einen Kindersitz gemietet, da europäische Kindersitze in den USA nicht erlaubt sind. Die meisten Mietwagen können bis kurz vor Übernahme storniert werden. Wir empfehlen kurz vor Abreise über die gängigen Vergleichsportale einen Preisvergleich zu machen und gegebenenfalls neu zu buchen. Hierdurch konnten wir mehrere Hundert Euro sparen.

National Park Service – Offizielle Online-Informationen für die Reiseplanung
Die USA bieten eine sehr gute Homepage mit zahlreichen Informationen zu den zahlreichen Nationalparks an. Während der Reiseplanung haben wir hier die Übersichtskarten zu den Straßen und Wandermöglichkeiten fast aller Nationalparks herunterladen können. Auch am Tag vor dem tatsächlichen Besuch eines Parks lohnt ein Besuch der Homepage, denn hier werden tagesaktuell Informationen zu Straßensperrungen etc. veröffentlicht.
An jedem Parkeingang kann der Jahrespass „America The Beautiful“ erworben werden. Dieser kostet 80 USD und gilt ab dem Kauf ein Jahr lang für alle Nationalparks. Der Jahrespass ist personenbezogen, gilt aber für alle Insassen des Fahrzeugs. Insofern muss der Karteninhaber immer bei den Nationalparkbesuchen dabei sein.

Las Vegas – Grelles Licht trifft graue Realität
Las Vegas ist schrill, laut und bunt und gleichzeitig unglaublich grau. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel haben uns die zahlreichen Obdachlosen, die überall am Straßenrand stehen und campieren, überrascht. Zum Einstieg über den Strip schlendern, Neonlichter bestaunen und das berühmte „Welcome to Fabulous Las Vegas“-Sign sehen, war auch unser Vorhaben. Übermüdet vom Flug sind wir am Anreisetag jedoch nur noch ins Hotel gefahren und früh zu Bett gegangen.
Am Abreisetag erkunden wir den Strip bei Tageslicht. Hierfür empfiehlt es sich den Mietwagen im Hotel „Treasure Island“ abzustellen. Von dort spazieren wir in rund zwei Stunden zu den Kanälen und Gondeln des Venetian, den Springbrunnen des Bellagio und dem kleinen Eifelturm des Paris. Es ist heiß, der Verkehr am Las Vegas Boulevard unglaublich laut und voll von Touristen, Show-Promotern aber auch Obdachlosen.
Abseits der Casinos sind die Outlets interessant – wir waren in den Las Vegas Premium Outlets – , und wer Lust auf Kulinarik hat, findet Buffets, die aber seit Corona oft nur noch am Wochenende geöffnet sind. Länger als ein bis zwei Tage muss man in Las Vegas nicht bleiben. Die Natur drumherum ist viel spannender.





Red Rock Canyon – Rote Felsen am Stadtrand
Der perfekte Einstieg ist das Visitor Center. Dort gibt es eine große Ausstellung über Geologie, Flora und Fauna der Region sowie ein Freigehege mit Wüstenschildkröten, die sich tagsüber vor uns jedoch gut versteckt gehalten haben. Von hier habt ihr dazu eine der schönsten Aussichten auf die roten Sandsteinfelsen. Im Anschluss entschieden wir uns – auch wegen Jetlag und 40 Grad Hitze – für den 21 Kilometer langen Scenic Drive und mehrere kleine Spaziergänge:
Nur 30 Minuten westlich von Las Vegas beginnt die Wildnis. Bis dorthin fahren wir durch graue Vorstadt, vorbei an zahlreichen Fast Food Restaurants und riesigen Werbetafeln für Anwälte. Wenig später wird es hügelig und schon erreichen wir die Red Rock Canyon National Conservation Area.





- Calico Hills: Vom Parkplatz aus könnt ihr direkt an den Fuß der rot leuchtenden Felsen in einer Schlucht wandern. Unten kehrt ihr entweder direkt um oder wandert noch ein wenig am Fuß der Felsen weiter.
- Petroglyph Wall: Rund 800 Jahre alte Felszeichnungen könnt ihr auf dem nur 300 Meter kurzen Weg (ca. ¼ Stunde) erkunden, so werdet ihr unter anderem eine rote Hand auf dem gelblichen Stein entdecken.
- Lost Creek Children’s Discovery Trail: Hier bilden einige Infotafeln spannende Stationen. Den Höhepunkt der 1,3 Kilometer langen Strecke (ca. 30 Minuten) sollte ein Wasserfall bilden, der allerdings derzeit im Spätsommer ausgetrocknet ist.
- Red Spring Boardwalk: Ein angenehmer, flacher Holzplankenpfad von einem Kilometer Länge (ca. 20 Minuten) durch eine grüne Oase – ideal auch für Rollstuhlfahrer. Auf Warnschildern wird vor Klapperschlangen gewarnt, die wir aber leider nicht sehen durften.
Weitere schöne Wanderoptionen:
- Ice Box Canyon Trail (3.5 km / 120 hm / 3 h): Angenehm schattige Wanderung durch einen engen Canyon bis zu einem saisonalen Wasserfall.
- Pine Creek Canyon Trail (3,8 km / 90 hm / 1.5 h): Die Wanderung bietet eine Mischung aus Wüste und grüner Schlucht, es ist einer der besten Wege, um die ökologische Vielfalt des State Parks zu erleben.
- Grand Circle Loop (18 km / 340 hm / 6 h): Kombination mehrerer Rundwanderwege für ein allumfassendes Bild des Red Rock Canyon State Parks.
Hoover Dam – Gigantische Mauern und die Macht des Wassers
Nur eine Stunde von Las Vegas entfernt liegt der in den 30er Jahren erbaute Hoover Dam, ein Monument menschlicher Ingenieurskunst. Der Blick von der Mike O’Callaghan – Pat Tillman Memorial Bridge auf die mächtige Staumauer ist spektakulär, vor allem, wenn man ganz bewusst dort steht und die Dimensionen begreift. Unterhalb der Brücke kann kostenfrei auf einem großen Parkplatz geparkt werden. Treppen und alternativ Rampen führen Fußgänger in unter zehn Minuten hinauf.

Die Brücke bietet Autofahrern eine zügige Umgehung der Staumauer. Die Staumauer kann von Touristen jedoch weiterhin befahren und zu Fuß begangen werden. Der Colorado River trennt Arizona von Nevada und damit auch zwei Zeitzonen. Zwei blaue Uhren an den Wassereinlauftürmen weisen darauf hin.
Am Visitor Center auf Nevada-Seite müsst ihr für das Parken bezahlen, auf Arizona-Seite ist das Parken kostenfrei. Entlang des Staudamms muss mit Kontrollen auf Waffen und ähnliches gerechnet werden. In Stützpfeilern des Damms sind Toiletten untergebracht und ebenfalls auf der Staumauer kann an zwei Stellen an Spendern die Wasserflasche aufgefüllt werden.



Den Staudamm könnt ihr noch tiefer gehend erforschen. Hierzu können zwei verschiedene Touren gebucht werden: Die Guided Power Plant Tour, die sowohl online als auch Vorort für 25 USD gebucht werden kann, und die Guided Dam Tour, die nur Vorort für 40 USD gebucht werden kann. Wir haben auf Teilnahme an diesen Touren verzichtet, da wir noch weiter zum Valley of Fire fahren wollen.
Gerne wären wir zu Fuß durch fünf Tunnel hin zum Staudamm auf einer alten Bahnstrecke gewandert. Der Historic Railroad Trail führt auf zwölf Kilometern zum Staudamm und wieder zurück und soll tolle Eindrücke bieten. Im September wird aufgrund der Hitze jedoch mit drastischen Warnungen („Heat kills“) von der Wanderung abgeraten.
Valley of Fire – Glühende Felsen in der Wüste
Anschließend fahren wir weiter in den Valley of Fire State Park – benannt nach seinen Felsen rot wie Feuer. In etwas über einer Stunde erreichen wir den Parkeingang über die Scenic Route 167, die nahe des Lake Mead entlang führt. Google Maps versucht konsequent uns zurück nach Las Vegas und nördlicher über die Interstate zu lotsen.

Der Eintritt kostet derzeit 15 USD pro Fahrzeug, America the Beautiful gilt hier nicht. Viele längere Trails sind im Sommer leider wegen der Hitze gesperrt. Wir sind erst enttäuscht, aber auch kurze Wege lohnen sich. Gerade für Kinder sind diese Spaziergänge ideal: faszinierende Formen, leuchtende Farben, wenig Aufwand – viel Eindruck.
Auf dem Elephant-Rock-Trail (500 m / 10 Minuten) gelangen wir nach wenigen Metern parallel zur Straße zu einem Fels, dessen Form an einen steinernen Elefanten erinnert. Im Anschluss lassen wir das Valley of Fire auf dem Rainbow-Vista-Trail (1.5 km, selber Hin- und Rückweg / 45 Minuten) auf uns wirken. Dieser führt rund 800 Meter in die Landschaft hinein und auf dem selben Weg zurück. Der „Regenbogen“-Teil der Strecke befindet sich gleich am Anfang. Hier scheinen die Felsen in verschiedenen Rot- und Brauntönen, aber auch fast weißlich. Am Ende des Trails wartet der wunderschöne Fire Canyon Overlook.



Um abends nicht allzu spät im nächsten Motel anzukommen, haben wir auf den Mouse Tank Trail (1.2 km) und darauf zum Fuße des Balancing Rock (0,4 km) zu gehen verzichtet.
Als Ausgangspunkt für das Erkunden des Zion Nationalpark haben wir die Stadt Hurricane gewählt. Vom Valley of Fire benötigt man rund 2.5 Stunden Fahrtzeit. Bedenkt, dass der Zion Nationalpark in Utah liegt und damit in einer anderen Zeitzone als das Valley of Fire. Die Uhren müssen eine Stunde vorgestellt werden. Es war nach dem langen Tag mit Hoover Dam und Valley of Fire schon lange dunkel als wir endlich in Hurricane ankamen.
Zion Nationalpark – Von sanften Trails zu schwindelerregendem Grat

Der Zion Nationalpark ist für uns einer der unbestrittenen Höhepunkte. Die drei Tage im Zion gehören zu den schönsten unseres Urlaubs.
Das Auto könnt ihr kostenfrei am Visitor Center abstellen. Hier sind im September allerdings schon morgens zwischen 9 und 10 Uhr alle Parkplätze belegt. Ein paar weitere Parkplätze gibt es etwas weiter am Museum und am Straßenrand bei der Canyon Junction. Ansonsten besteht die Möglichkeit in Springdale zu parken. Hier kostet das Parken je nach Entfernung zum Park mindestens 20 USD am Tag. Shuttle-Busse bringen euch von Springdale zum Visitor Center und vom Visitor Center aus fahren alle paar Minuten weitere Shuttle-Busse in den Hauptteil des Parks. Nur der Osten des Zion am Mount Carmel Tunnel ist ausschließlich mit dem privaten PKW zu erreichen.
Alternativ zu den Shuttle-Bussen könnt ihr euch in Springdale E-Bikes leihen. Wir haben unsere Räder bei Zion Guru geliehen. Der Service ist super und die Ausleihe selbst mit Kindersitz unkompliziert. Wir treten entlang der Straße auf einem Radweg in die Pedale. Nach rund zwei Kilometern erreichen wir den Parkeingang und zeigen unseren Nationalpark-Pass vor. Am Visitor Center vorbei könnt ihr auf dem Pa’rus Trail zweieinhalb Kilometer dem Virgin River folgen und dabei fünf Holzbrücken überqueren. Einige Infotafeln informieren über Flora und Fauna am Wegesrand.





Bei Canyon Junction gelangt ihr auf die Straße, die ihr euch nur mit den Shuttle-Bussen teilt. Radfahrer müssen für jeden Shuttle-Bus anhalten und diesen vorbei lassen. Bis zum Ende der Straße am Temple of Sinawava benötigen wir rund eine dreiviertel Stunde mit dem E-Bike. Mit dem Fahrrad sind wir viel flexibler was Stopps auf der schönen Straße in das enge Tal des Nationalparks angeht und können den Nationalpark besser genießen als in einen vollen Shuttelbus gequetscht.
Nun stellen wir euch unser Programm im Zion vor. Ihr könnt die Wanderungen natürlich individuell selber zusammenstellen.
Tag 1: Familienfreundliche Einstiege
Wir starten mit dem Canyon Overlook Trail (1.6 km, selber Hin- und Rückweg) direkt hinter dem Mount Carmel Tunnel, der mit spektakulärer Aussicht über den Pine Creek Canyon aufwartet. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt und für diese beliebte Wanderung im Osten des Nationalparks zu knapp, zahlreiche Besucher – auch wir – parken im Halteverbot. Der Trail verläuft immer an der Abbruchkante des Pine Creek Canyons. Er ist ausgesetzt und unser Sohn könnte problemlos durch die Latten der spärlichen Zäune hindurch rutschen. An der Hand ist es jedoch problemlos auch mit Kleinkind machbar – und wunderschön. Die steilen Abhänge, die weiten Blicke in die Schlucht, eine metallene Brücke und dahinter ein schattiger Felsüberhang begeistern Groß und Klein. Nach weniger als einer Stunde sind wir zurück am Parkplatz.







Maximale Höhe: 1599 m
Minimale Höhe: 1540 m
Danach wandern wir durch den Clear Creek Canyon, eine Schlucht mit schönen Felswänden und Schattenplätzen – ein guter Weg, um etwas abzukühlen. Allerdings weist kein einziges Schild auf diese einsame Wanderung hin. Wir sind nur durch unseren Wanderführer „Outdoor“ auf die Tour aufmerksam geworden. Der Startpunkt und die Länge sind variabel gestaltbar. Direkt hinter dem Mount Carmel Tunnel konnten wir zwar in den Canyon absteigen, aber sind dann wegen Wasser nicht weitergekommen. Direkt vor dem nächsten Tunnel ist der Abstieg leicht. Die Schlucht kann problemlos in beide Seiten begangen werden. Auch hier sind wir rund eine Stunde unterwegs.





Maximale Höhe: 1617 m
Minimale Höhe: 1584 m
Am Nachmittag besuchen wir die Emerald Pools, die in drei Ebenen angelegt sind: der untere Pool mit der Möglichkeit hinter den Wasserfall zu gehen, der mittlere Pool mit flacher Wasserfläche und der obere in einem Felskessel. Gerne hätten wir eine Rundwanderung über den Kayenta Trail beginnend am Shuttle-Stop „The Grotto“ gemacht, doch dieser wurde gerade saniert. Nichtsdestotrotz konnten wir auch so eine wirklich schöne Runde schließen: Vom Virgin River führen breite Wege zu den beiden unteren Pools, zum oberen ist der Pfad etwas natürlicher und felsiger. Vom Middle Pool gelangen wir nach rund zwei Stunden und 5 Kilometern oberhalb des Hinwegs entlang der Abbruchkante mit tollen Aussichten zurück.



Maximale Höhe: 1440 m
Minimale Höhe: 1302 m
Tag 2: Angel’s Landing mit Permit und Weeping Rock
Angel’s Landing ist für uns die Highlight-Wanderung des Zion Nationalparks. Traumhafte Ausblicke bezaubern uns und ein spektakulärer kettengesicherter Weg bietet pures Abenteuer.
Bis zum Scout Lookout gelangt ihr auf dem West Rim Trail, anfangs flach entlang des Virgin River, dann in Serpentinen bis zum Refrigiator Canyon. Hier ist es kurze Zeit schattig. Die gewonnene Kraft braucht ihr für die kommenden 21 Spitzkehren „Walter Wiggles“. Insgesamt geht es ordentlich hoch.


Nun wird es einzigartig auf dem Weg über den Angels Landing Grat! Nicht nur wir sehen das so und um Gefahren abzuwenden benötigt ihr seid 2022 einen Permit, den ihr in einer Lotterie erlangen könnt. Wir hatten Glück und freuen uns seit Wochen auf den heutigen Tag. Der schmalste Grat, den wir je gewandert sind, wartet auf uns – nur wenige Meter breit. Links und rechts fallen die Felswände steil neben uns über hunderte Meter ab. Eisenketten am blanken Fels bieten Halt. Unser Sohn sitzt fest angeschnallt in der Kraxe.



Am äußersten Punkt picknicken wir und genießen die Weitblicke auf das ganze Tal des Zion Nationalparks. Es sieht aus wie auf einer Postkarte und ist einmalig schön. Nach 8,7 km und fast fünf Stunden, mit ausgiebigen Pausen, kommen wir wieder an der Straße an. Lest gerne auch unseren ausführlichen Artikel zur Angel’s Landing-Wanderung.


Auf dem Rückweg zum Parkeingang wird just in diesem Moment der Trail zum Weeping Rock nach Jahren der Sperrung wiedereröffnet. Nach nur 300 Metern auf einfachen Wegen stehen wir als erste Besucher nach zweijähriger Schließung am weinenden Felsen. Einige Tropfen Wasser rinnen von der Felswand. Zu feuchteren Zeiten wird man hier richtig hinter den Wasserfall treten können.


Tag 3: The Narrows
„The Narrows“ liegen am äußersten Ende des Zion Tals und bilden die schmalste Stelle der Schlucht. Die Wanderung bildet ein richtiges Abenteuer, denn ihr wandert nicht neben, sondern mitten im Virgin River.
Für festen Halt und gegen kalte Füße empfiehlt es sich Neoprensocken, Wasserschuhe und einen Wanderstock zu leihen. Unsere Ausrüstung stammt von Zion Guru. Nach dem River Side Walk könnt ihr so kurz oder lange im Fluss wandern wie ihr möchtet. Zwischen nur einer Stunde und einer tagesfüllenden Aktivität habt ihr auch spontan freie Wahlmöglichkeit.


Teils reicht das Wasser nur knapp über die Knöchel, an einer tiefen Stelle (relativ zu Beginn) stehen wir jedoch bauchnabeltief im Wasser. Viele Abschnitte watet unser dreijähriger Sohn selbst durchs Wasser und hat große Freude dabei. Immer im Blick müsst ihr das Risiko von Flash Floods haben, die gerade nach Regenfällen jederzeit auftreten können. Auch heute ist die Gefahr größer, eine stärkere Strömung und steigender Wasserstand weisen darauf hin. Wir folgen der Empfehlung von Zion Guru am frühen Nachmittag zurück am Ufer zu sein.
Wir hätten große Lust gehabt „The Narrows“ noch tiefergehend zu erkunden. Jede Sekunde dieser tollen Abenteuerwanderung haben wir in vollen Zügen genossen! Klickt gerne auf den Link und lest den ausführlicheren Artikel zu unserer Narrow-Wanderung!



Darüber hinaus hätten wir gerne die Wanderung zum Observation Point unternommen, aber leider nicht genug Zeit dafür gehabt: Derzeit ist dieser wahnsinnig schöne Aussichtspunkt, der als der schönste des Nationalparks bezeichnet wird, nur über den East Mesa Trail möglich (11 km / 230 hm / 3.5 h) und nicht vom Weeping Rock aus durch den Echo Canyon (12 km / 660 hm / 4.5 h).
Am Tag sieben unseres Aufenthalts steigen wir morgens ins Auto und fahren die uns mittlerweile bestens bekannte Strecke von Hurricane über Springdale zum Zion Nationalpark. Durch den Mount-Carmel-Tunnel und den Osten des Parks fahren wir Richtung Bryce Canyon Nationalpark. Auf dem Weg sehen wir an der Checkerboard Mesa eine Herde Ziegen auf dem gemusterten Fels und halten am „Belly of the Dragon“. Wie im Verdauungstrackt eines Drachen schlängelt sich eine Höhle ca. 100 Meter durch den Berg. Teile wurde als Entwässerungskanal künstlich ausgebaut, aber vieles wirkt natürlich. Kein Highlight, aber als Zwischenstopp auf der Strecke gut geeignet.




Bryce Canyon – Amphitheater aus Sandstein
Am Nachmittag erreichen wir bei leichtem Regen den wolkenverhangenen Bryce Canyon Nationalpark. Wir beginnen den Scenic Drive. Vom Besucherzentrum zum äußersten Punkt, dem Rainbow Point, sind es rund 29 Kilometer. Ihr fahrt durch Wald und Wiesen, die nahe Existenz der Abbruchkante ist anfangs gar nicht wahrnehmbar. Bald beginnen die Aussichtspunkte. Wir lassen sie im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und fahren bis zum äußersten Ende.
Der Rainbow Point bietet für uns einen der schönsten Ausblicke des Scenic Drive. Die Abbruchkante ist gen Norden in ihrer vollen Schönheit zu sehen. Inzwischen ist auch die Sonne etwas hervorgekommen. Auf dem Weg zurück zum Parkeingang halten wir an den zahlreichen Aussichtspunkten, die nun bequem alle am rechten Straßenrand liegen.


Wir staunen und genießen die Sicht auf die unglaublichen Panoramen: Uns zu Füßen liegen majestätisch die berühmten Hoodoos, auch die ein oder andere Felsbrücke ist dabei. Schließlich gelangen wir zum Inspiration Point, dem Sunset Point und dem Sunrise Point. Am liebsten wären wir noch länger auf dem Rim Trail entlang der Abbruchkante gewandert, doch dafür reicht unsere Zeit nicht aus. Doch auch wenige Meter zwischen Sunset und Sunrise Point sind absolut lohnenswert.
Am nächsten Tag bestaunen wir die Hoodoos aus einer anderen Perspektive: Wir steigen ins sogenannte Amphitheater ab. Da wir uns nicht entscheiden können, welchen der drei bekannten Wege Queen’s Garden, Navajo und Peekaboo Loop wir gehen wollen, kombinieren wir alle im Figure-8-Loop und sind exklusive Pausen vier Stunden im Canyon unterwegs.
Auf den kommenden 12 km (4 Stunden ohne Pausen) dürfen wir die imposanten Hoodoos aus allen erdenklichen Blickwinkeln beobachten. Vor dem Abstieg schauen wir vom Sunrise Point auf sie herunter, später wechseln wir die Perspektive und befinden uns mal am Fuße der Felssäulen und mal eher auf halber Höhe. Unser Weg ist wellig und schweißtreibend in der sengenden Hitze. Für den Aufstieg zum Sunset Point habt ihr zwei Möglichkeiten. Die „Two Bridges“ und die „Wall Street“. Wir entscheiden uns für letztere und schreiten zwischen hohen Felswänden hindurch zurück zum Rim.




Maximale Höhe: 2441 m
Minimale Höhe: 2253 m
Die Entstehung der Hoodoos ist ein spannender Erosionsprozess, welchen wir heute hautnah verfolgen: Aus einer Felswand werden zu Beginn „Löcher“ aus dem Sandstein herausgewaschen, deren Dächer mit der Zeit einbrechen. Der Hoodoo ist geboren. Blickt man noch viel weiter in die Zeit zerstört die Erosion die vorhandenen Hoodoos und lässt an anderer Stelle neue entstehen.
Grand Staircase Escalante – Versteckte Welt der Slot Canyons
Geschafft von der Wanderung, aber gesättigt vor Eindrücken, fahren wir am Abend noch rund eine Stunde bis Escalante.

Von dort brechen wir am Morgen zur Hole-in-the-Rock-Road auf. Schon die Fahrt über die legendäre Hole-in-the-Rock-Road ist ein Erlebnis: Staub, Weite, Einsamkeit – und unzählige Wanderoptionen. Wir entscheiden uns für eine Tageswanderung zum bekannten Zebra Slot Canyon und dem einsamen Tunnel Canyon (10 km / 140 hm / 5 h), die beide eindrucksvoll die phantastische Natur des Grand Staircase Escalante mitten in der Wüste zeigen. Daneben lohnen sich gewiss auch Touren zum abgelegeneren Peek-a-Boo- und Spooky Gulch (7,5 km / 80 hm / 6 h) oder zur natürlichen Felsbrücke Devils Garden (1,8 km / 30 hm / 1 h). Wer noch mehr Zeit hat, findet entlang der Piste noch viele weitere einsame Trails und Abzweige in die Canyons der Escalante-Region – ein Paradies für Entdecker.







Maximale Höhe: 1631 m
Minimale Höhe: 1554 m
Zu unserer nächsten Unterkunft in Torrey benötigen wir etwas über eineinhalb Stunden. Bis Boulder ist die Straße wunderschön – sie verläuft teilweise auf einem schmale Bergrücken, der tolle Aussichten in Schluchten auf beiden Seiten der Straße bietet. Auf der Strecke stehen wir vor der Entscheidung, ob wir ab Boulder über den Burr Trail zum Capitol Reef fahren. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde entscheiden wir uns dagegen. Der Burr Trail ist deutlich länger und dazu noch in Teilen unbefestigt. Mit Gewissheit hätte er uns landschaftlich jedoch besser gefallen.
Capitol Reef – Geologische Wunder der Waterpocket Fold
Der Capitol Reef Nationalpark ist weniger bekannt als Zion oder Bryce, aber geologisch nicht minder spannend: eine 160 Kilometer lange Faltenstruktur, die sogenannte Waterpocket Fold, zieht sich wie eine Narbe durch die Landschaft.
Wir beginnen den Tag am Goosenecks Overlook, von dem aus man in den Sulphur Creek hinab sehen kann. Dann beginnen wir den Scenic Drive, der zunächst eher unspektakulär wirkt. Am Ende geht er in eine Schotterstraße über – ab hier wird es richtig schön. Bald beginnt der Capitol Gorge Trail, der uns in eine enge Schlucht führt, deren Wände steil aufragen. Nach rund einem Kilometer stoßen wir auf historische Inschriften der frühen Siedler (Pioneer Register) – manche davon so hoch, dass wir uns fragen, wie sie dort hingekommen sind.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Grand Wash Trail (6 km / 1,5 Stunden), der Schritt für Schritt enger wird. Auch hier geht es durch eine beeindruckende Felskulisse. Am Ende des Scenic Drive rasten wir im Fruita Historic District. Auf dem fruchtbaren Schwemmland wachsen zahlreiche Obstbäume, die von jedem Besucher für den direkten Verzehr abgeerntet werden dürfen. Ein System, das wir sehr lobenswert finden. Derzeit ist nichts reif und der Obstkuchen, von dem uns zuvor bereits erzählt worden ist, ist leider ausverkauft. Macht nichts!
Maximale Höhe: 1657 m
Minimale Höhe: 1599 m
Etwas versteckt und kaum besucht ist der Sulphur Creek Trail (2.3 km / 1 Stunde). Wir folgen dem Lauf des Wassers, überqueren den Bach immer wieder auf Steinen und erreichen schließlich einen kleinen Wasserfall, an dem es nicht mehr weitergeht. Kein anderer Wanderer weit und breit – für uns ein magischer Moment.



Maximale Höhe: 1709 m
Minimale Höhe: 1675 m
Zum Abschluss des Tages besuchen wir noch die Hickman Bridge (2,8 km, selber Hin- und Rückweg / 1 Stunde), eine natürliche Felsbrücke, die mit einer Spannweite von 40 Metern an einen steinernen Torbogen erinnert. Unser Sohn freut sich riesig als der Weg tatsächlich unter dem Bogen hindurch führt. Viele Eindrücke reicher und eine Stunde später stehen wir wieder am Parkplatz.

Maximale Höhe: 1748 m
Minimale Höhe: 1621 m
Wie überall haben wir auch hier nicht genug Zeit, um alles zu machen, was wir gerne würden:
- Cohab Canyon Trail (5,5 km / 240 hm / 1.5 h): Weg durch einen malerischen Canyon mit Seitenarmen und Felsformationen. Er lässt sich gut mit der Hickman Bridge kombinieren.
- Cassidy Arch Trail (5 km / 200 hm / 3 h): Wanderung zu einem der größten Felsbögen der USA
- Chimney Rock Loop (5 km / 180 hm / 1.5 h): Abwechslungsreiche Runde über ein Hochplateau mit weiten Ausblicken in den Sulphur Creek Canyon und die umliegenden Felsformationen.
Little Whitehorse Canyon und Bell Canyon – Abenteuer zwischen Felswänden

Am nächsten Tag fahren wir weiter in die Nähe des Goblin Valley State Park. Bereits die Anfahrt ist wunderbar. Die Straße ist geteert und wir genießen die Fernblicke auf die sich am Horizont erstreckenden Felswände.
Der Little Whitehorse Canyon ist nicht umsonst eine kleine Berühmtheit in dieser Region. Der Slot Canyon zieht sich über mehrere Kilometer durch die hügelige Felslandschaft. An vielen Stellen kaum breiter als unsere Schultern dringt nur wenig Tageslicht an den Grund. Das Spiel von Licht und Schatten, die glatten Sandsteinwände, das ständige Auf und Ab – wir können nur staunen.
Ihr braucht keine besondere Ausrüstung oder Vorerfahrung – passt nur auf das allgegenwärtige Flash-Flood-Risiko auf. Unser dreijähriger Sohn rennt begeistert zwischen den massiven Felswänden hindurch, überklettert Hindernisse und liebt es sich hinter der nächsten Biegung zu verstecken.
Mit vielen Foto- und Staunen-Pausen erreichen wir nach 2,5 Stunden das Ende des Little Whitehorse Canyon. Wir haben es nicht für möglich gehalten, dass ein Slot Canyon über so viele Kilometer immer wieder so schmal ist. Vorab haben wir im Internet Bilder gesehen, doch wir dachten, dass sie alle aus einem kurzen tollen Abschnitt stammen. Eine schöne Überraschung!



Am Ausgang des Canyons entscheiden wir über eine Offroad-Straße zum Bell Canyon weiterzuwandern (gesamte Runde 13 km, wir benötigen mit Pausen 6 Stunden). Im Nachhinein würden wir eher empfehlen umzukehren und den Little Whitehorse Canyon ein zweites Mal zu genießen, dann kommt ihr auf etwa sieben Kilometer. Die Schotterstraße ist zwar schmaler als gedacht und wirkt überhaupt nicht wie eine Straße, aber sie ist auch nicht spektakulär und bietet keinerlei Schatten. Der Bell Canyon ist breiter und weniger eindrucksvoll als der Little Whitehorse.



Solltet ihr Interesse an Slot Canyons oder einfach generell an atemberaubender Natur haben, dann versucht es möglich zu machen die Magie des Little Whitehorse Canyon in euren Reiseplan aufzunehmen!
Maximale Höhe: 1731 m
Minimale Höhe: 1513 m
Auf der Weiterfahrt zum Yellowstone oder Arches Nationalpark ist das ca. eine Stunde entfernte Green River ein guter Übernachtungsort.
Salt Lake City – Zwischen Asphalt und Bisonherde
Nach Tagen in der Wüste wirkt die Großstadt Salt Lake City einfach riesig. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp im Outlet – ein Kontrastprogramm nach so viel Natur – und fahren weiter nach Antelope Island. In unserer Vorstellung geht dies ganz schnell. Doch dann brauchen wir vom „Outlets at Traverse Mountain“ noch über eine Stunde auf der bis zu 6-spurigen Interstate 15.
Unser Wunsch war es zumindest etwas der flachen Salzkrusten zu sehen, für die der Great Salt Lake bekannt ist. Die Strecke von der Stadt bis zu den Bonneville Salt Flats, die hierfür bekannt sind, ist uns mit fast zwei Stunden in eine Richtung zu weit. Antelope Island soll ebenfalls die Möglichkeit bieten Salzkrusten zu sehen. Wir haben dieses Glück nicht. Dennoch gefallen uns die weiten Graslandschaften, die salzige Luft und die beeindruckenden Bisons, die gemächlich über die Ebene ziehen. Antelope Island ist ein State Park und kostet daher 10 USD Eintritt je Fahrzeug.



Yellowstone Nationalpark – Naturgewalten und bunte Landschaften
Nach einer Nacht in Salt Lake City geht es weiter Richtung Norden – unser Ziel: Yellowstone Nationalpark. Der Weg dorthin führt durch Wälder und Ranchland. Unterwegs mache ich noch einen zweistündigen Ausritt während Tobi und unser Sohn Wäsche in West Yellowstone waschen. Der Ausritt von der Diamont P Ranch führt mit einer fünfköpfigen Gruppe durch Wald, die Pferde trotten im Schritt hintereinander her. Wir werden durch die schöne Landschaft getragen, doch als „reiten“ würde ich es nicht bezeichnen wollen. Nach langer Zeit mal wieder in der Umgebung von Pferden zu sein, ist dennoch sehr schön.


West Yellowstone ist für die nächsten Tage unser Ausgangsort. Der Yellowstone Nationalpark ist riesig und wir versuchen in der begrenzten Zeit so viel wie möglich sehen zu können.
Den ersten Tag fahren wir den nördlichen Loop. Es dampft, blubbert, brodelt und zischt. Unser Sohn vergleicht die dampfende Erde mit Dampflokomotiven. Und stellt fest, dass es (nach Schwefel) stinkt. Bei Tobi und mir kommen schöne Erinnerungen an Island hoch.
Die Artists’ Paintpots (1,7 km / 30 Minuten ) bieten in einer halben Stunde einen guten Überblick, doch noch besser gefällt es uns im Norris Porcelain Basin (5 km / 1 ¾ Stunde). Gerade der nördliche Abschnitt ist einfach atemberaubend mit all den bunt schillernden Wasserflächen, brodelnden Schlammtöpfen und dampfenden Geysiren zwischen denen wir auf Holzplankenwegen unterwegs sind. Weniger spektakulär, aber dafür deutlich menschenleerer ist es im südlichen Bereich.




Maximale Höhe: 2315 m
Minimale Höhe: 2281 m
Eine halbe Stunde später erreichen wir die Mammoth Hot Springs. Leider hat es begonnen zu regnen. Obwohl es nun nass ist, scheint es die vergangenen Wochen wenig geregnet zu haben, denn die weißen Kalkterrassen sind ausgetrocknet. So wirken die Formationen etwas leblos. Dennoch ist der Ort in seiner Struktur faszinierend. Wir erkunden das Areal vor allem wegen des Regens nur oberflächlich.


Auf der Weiterfahrt durchs Gebirge zum Grand Canyon of the Yellowstone haben wir hingegen unglaubliches Glück: Die Straße ist verstopft vor Autos, wir stehen im Stau. „Wieder eine Büffelherde“, denken wir. Und kurz darauf werden wir eines Besseren belehrt. Ein echter Grizzlybär ist wenige hundert Meter unterhalb der Straße unterwegs! Wow, so ein majestätisches und kraftvolles Tier! Und nur kurz darauf weiden direkt am Straßenrand in aller Ruhe imposante Bisons.



Am Grand Canyon of the Yellowstone stürzt der Yellowstone River in einem gewaltigen Wasserfall in die Tiefe. In zahlreichen Serpentinen windet sich der Weg zum „Lower Yellowstone Fall“ hinab. Noch besser als der Wasserfall gefällt uns jedoch der Blick nach Norden hinein in die gelbe Schlucht, durch die sich der Fluss zwängt. Die Gischt tobt durch die Luft und das graue Wetter sorgt nun für eine großartige Kulisse. Der Weg zu den Upper Falls ist weniger begangen, aus unserer Sicht jedoch auch weniger lohnend. Am North Rim entlang führt ein schöner Weg der einige Viewpoints verbindet.

Maximale Höhe: 2387 m
Minimale Höhe: 2276 m
Am nächsten Tag erkunden wir das Gebiet um den Old Faithful Geysir. Vom Observation Point aus sehen wir ihn aus der Ferne ausbrechen – ohne Menschenmassen, dafür mit einem weiten Blick über die Ebene. Der Weg führt weiter zum Morning Glory Pool, der schönsten heißen Quellen des Nationalparks, deren Farbverlauf von gelb über grün bis tiefblau reicht. Kurz darauf erreichen wir den Daisy Geysir und dürfen einem Ausbruch beiwohnen.
Maximale Höhe: 2317 m
Minimale Höhe: 2225 m
Nicht weit entfernt vom Upper Geysir Basin erkunden wir das Black Sand Basin (700 m, ¼ Stunde) und spazieren zu einer Aussichtsplattform mit Blick auf die Grand Prismatic Spring (3 km, ¾ Stunde). Danach gehen wir auf den Holzplankenpfaden an dieser Quelle spazieren (1,5 km, 30 Minuten) und lassen den Tag mit dem Fountain Paint Pot Trail (1 km, 20 Minuten) ausklingen. Ein toller Tagesabschluss, denn hier bricht ein Geysir gerade mit großer Ausdauer aus.





Am dritten Tag besuchen wir das West Thumb Geyser Basin (1,6 km / 30 Minuten), wo heiße Quellen direkt am Ufer des Yellowstone Lake liegen. Es heißt, Angler hätten hier früher ihren Fang direkt in die kochenden Pools gehalten – die Quellen sehen tatsächlich wie sprudelnde Kochtöpfe aus. Nicht weit entfernt steht ein Hirsch mit beeindruckendem Geweih am Rande des Stegs – das reinste Idyll!


In den drei Tagen haben wir einen Grizzly, diverse Bisons, Hirsche und Rehe teilweise aus nächster Nähe beobachten dürfen. Dazu Geysire und heiße Quellen deren Schönheit jenseits unserer Vorstellungskraft lag. Der Yellowstone war den weiten Abstecher von unserer Reiseroute auf jeden Fall wert.
Grand Teton – Alpine Landschaft
Wir verlassen den Yellowstone nach Süden durch den Grand Teton Nationalpark. Das Gebirge erinnert an die deutschen Alpen. So ist er für uns gar nicht so außergewöhnlich. Die Amerikaner empfinden ihn zwischen all den Sandsteinfelsen als besonderes Highlight. Mit dem Boot überqueren wir den Jenny Lake, wandern zu den Hidden Falls, die wirklich versteckt liegen, und weiter zum Inspiration Point (3,5 km / 1.5 Stunden). Von hier aus blicken wir über den See, der im Sonnenlicht glitzert. Schön, dass die Sonne zwischen zwei Regenschauern gerade hervorkommt.



Maximale Höhe: 2248 m
Minimale Höhe: 2071 m
Flaming Gorge – Die geschwungene Schlucht
Nach einer Nacht in Pinedale, hier sind die Hotelpreise im Vergleich zum Yellowstone langsam wieder bezahlbar, fahren wir heute bis nach Vernal. Auf dem Weg liegt die Flaming Gorge National Recreation Area. Von Pinedale aus benötigen wir rund zweieinhalb Stunden. Auf der Karte verläuft der Green River parallel zur Straße. Wir haben jedoch wenig von dem Fluss gesehen. Die Fahrt führt durch weite Ebenen entlang von Weiden und Farmen.
Die Flaming Gorge ist eine gewundene Schlucht, die von einem Staudamm aufgestaut wird. Zur Besichtigung vom Staudammwerden wir allerdings ein wenig zu spät kommen. Stattdessen wandern wir vom Red Canyon Overlook aus ca. 3 km die Abbruchkante entlang. Die schönsten Aussichten auf die rote Schlucht finden sich jedoch direkt beim derzeit geschlossenen Besucherzentrum.


Maximale Höhe: 2276 m
Minimale Höhe: 2242 m
Dinosaur National Monument – Auf den Spuren der Urzeit
Am nächsten Morgen ist unser nächster Stopp das Dinosaur National Monument, das direkt bei Vernal liegt. Nicht nur die Straße des Hinwegs ist eine große Baustelle. Leider ist auch die Ausstellungshalle, die bei unseren Recherchen vorab sehr vielversprechend klang, noch bis Ende Oktober 2025 geschlossen. In der Ausstellungshalle liegt ein spektakulärer Dinosaurier-Friedhof mit mehr als 1200 Saurierknochen. Der benachbarte Fossil Discovery Trail ist zwar geöffnet, hat uns jedoch leider enttäuscht. Es gibt nicht viel zu sehen und das Wenige ist kaum beschriftet.
Nach einem kurzen Aufenthalt brechen wir zum Arches Nationalpark auf, der rund drei Stunden entfernt liegt.
Die ganze Region scheint im Dino-Fieber zu sein. In vielen Gärten und öffentlichen Flächen stehen Dino-Skulpturen. Es gibt sogar die Dinosaur-Church. – Wie die wohl mit dem Kreationismus vereinbar ist?
Arches Nationalpark – Felsbögen zwischen Wüste und Himmel
Im Arches Nationalpark dürfen nur begrenzt viele Fahrzeuge je Stunde einfahren. Die Genehmigung zum Betreten des Parks muss vorab online gebucht werden. Ein Kontingent wird weit im Voraus bereitgestellt, ein weiteres kann ab dem Vorabend gebucht werden. Wir kommen pünktlich um 14 Uhr an und fahren zum Trailhead des Delicate Arch.
Wir machen uns auf zum Delicate Arch (5 km / 2 h), dem vermutlich bekanntesten Felsbogen der USA. Nicht von ungefähr ziert er das Autokennzeichen von Utah. Der Weg beginnt einfach in sandigem Terrain und führt dann über ein Felsplateau. Auf dem Slickrock ist der Weg mit Steinmännchen markiert. Kurz vorm Arch verläuft der Pfad schmal auf einem Felsband und eine Klippe fällt zu unserer linken steil ab. Wir sichern unseren Sohn mit einem Geschirr. Nun öffnet sich der Blick auf ein weiteres Plateau, an dessen Ende der imposante Delicate Arch thront. Ein Brautpaar nutzt das großartige Ambiente für Hochzeitsfotos.




Maximale Höhe: 1487 m
Minimale Höhe: 1311 m
Die Wanderung auf dem Devil’s Garden Trail beginnen wir am nächsten Morgen. Sie beginnt am äußersten Punkt des Scenic Drive. Rund 13 Kilometer Einsamkeit und abenteuerliche Pfade warten auf uns. Die meisten Besucher wandern nur zum Landscape Arch, dem fünftlängsten Felsbogen weltweit. Nach großen Felsstürzen in den 90er Jahren gilt er als einsturzgefährdet. Doch diese Wanderung bietet noch viele weitere Felsbögen wie den Navajo Arch oder Private Arch.
Hinter dem Double O Arch wird es endgültig einsam. Nicht umsonst wird diese Strecke auch als „Primitive Trail“ bezeichnet. Durch sandige Wüste, ausgetrocknetes Bachbett und immer wieder über Felsen windet sich der Pfad. Unser Sohn klettert inzwischen wirklich gekonnt auch schwierige Passagen. Seine motorische Entwicklung der letzten zwei Wochen begeistert uns. An einer Schlüsselstelle müssen wir aufpassen, nicht abzurutschen und im Wasser zu landen. Der Weg ist toll: Geniale Aussichten und spannende Wegführung!





Maximale Höhe: 1686 m
Minimale Höhe: 1535 m
Sechs Stunden später kommen wir wieder am Parkplatz an. Am Nachmittag besuchen wir noch die Window Section mit dem nördlichen und südlichen Fenster sowie dem Turret Arch. Ein Bereich, der mit seinen Aussichten und Felsfenstern besonders im Licht der späten Stunde bezaubernd wirkt. Wie fast an jedem Ort hätten wir hier gerne noch weiter erkundet, doch der Abend bricht herein.

Maximale Höhe: 1637 m
Minimale Höhe: 1577 m
Im Arches konnten wir bei weitem nicht alle Wanderungen machen. Weitere schöne Wanderoptionen im Arches Nationalpark / in der Region sind:
- Fiery Furnace (variabel): Genehmigungspflichtige Wanderung durch labyrinthartiges Gelände inmitten enger Schluchten. Es gibt auch Ranger-geführte Wanderungen. Gerne hätten wir diese besondere Wanderung gemacht, doch leider kein Permit erhalten.
- Double Arch (1 km / 30 hm / 0,5 h): Kurzer Spaziergang zu zwei riesigen, miteinander verbundenen Felsbögen.
- Balanced Rock Loop (0,5 km / 15 hm / 0,25 h): Rundgang um den markanten Balanced Rock.
- Grandstaff Trail (7 km / 140 hm / 4 h): Wanderung durch den grünen Negro Bill Canyon zur Morning Glory Bridge.
- Fisher Towers Trail (6.5 km / 240 hm / 3 h): Die Fisher Towers liegen etwas östlich des Arches Nationalparks und sind eine imposante Felsformation, die auf dieser Wanderung aus allen Blickwinkeln betrachtet werden.
Dead Horse Point Statepark – Ultimatives Canyon-Panorama
Der Dead Horse Point Statepark liegt direkt vor den Toren des Canyonlands Nationalparks und stellt sich als eine Felszunge dar, die in eine wunderbare Kraterlandschaft hinein ragt. Von Moab aus ist er circa 45 Minuten Fahrt entfernt. Als State Park ist er nicht im Jahrespass „Amercia the Beautiful“ enthalten und kostet 20 USD Eintritt. Diese lohnen sich auf jeden Fall!
Vom Visitor Center aus wandern wir einsam am East Rim in nördlicher Richtung bis zum Colorado River Overlook. In dieser Richtung des Parks gibt es viele Radwege und wir sehen Wohnmobile mit Mountainbikes auf dem Fahrradträger. Hier sind die Ausblicke traumhaft, doch noch atemberaubender, so weit dies überhaupt geht, sind sie vom Dead Horse Point Overlook. Um hier hin zu gelangen, gehen wir zurück zum Besucherzentrum und folgen der Abbruchkante in entgegengesetzter Richtung weiter auf dem East Rim Trail. Das Besucherzentrum ist rund 2.5 km vom Aussichtspunkt entfernt. Schließlich queren wir die Straße, die zum äußersten Punkt der Felszunge führt, und gelangen auf dem West Rim Trail zum Dead Horse Point Overlook. Wow! Uns fehlen die Worte. Wir beobachten den Krater mit senkrechter Abbruchkante, die sich ähnlich einem Geschwür in die Wüste schneidet.


Zurück zum Visitor Center könnt ihr sowohl auf dem East als auch auf dem West Rim Trail wandern. Wir beschließen zurück zu trampen, da der Aussichtspunkt am äußersten Punkt der Straße liegt. Jeder Autofahrer kommt auf dem Rückweg also unweigerlich am Besucherzentrum vorbei. Direkt die ersten, die wir gefragt haben, haben uns mitgenommen. So saßen wir gemütlich auf dem Sofa in einem Wohnmobil und haben uns gut unterhalten. Irgendwie kennt jeder Amerikaner jemanden in Deutschland und der Gesprächseinstieg ist gemacht.
Maximale Höhe: 1832 m
Minimale Höhe: 1696 m
Canyonlands – Island in the Sky
Nach einer kurzen Mittagspause sind wir zum Canyonlands Nationalpark gefahren. Canyonlands ist riesig und in drei Distrikte unterteilt: Island in the Sky, The Needles und The Maze.
Der Island in the Sky District ist eine Viertelstunde vom Dead Horse Point State Park entfernt und wird als am leichtesten erreichbar angesehen. Wie auf einer Insel thront dieses Hochplateau hunderte Meter über den tief eingeschnittenen Canyons des Colorado und des Green River. In mehreren kleinen Wanderungen haben wir das Areal in allen Einzelheiten erkundet.

Der Mesa Arch ist eines der bekanntesten Motive. Auf sandigen Pfaden gelangen wir zum Felsbogen, der spektakulär am Rand der Klippe steht. Wir schließen die rund einen Kilometer lange Runde nach einer halben Stunde auf einem weniger bevölkerten Weg.
Maximale Höhe: 1880 m
Minimale Höhe: 1840 m
Im Anschluss spazieren wir entlang der Abbruchkante zum Grand Viewpoint. Der Pfad verläuft meist eben über Sandsteinplatten und bietet unterwegs immer neue Perspektiven auf die tief eingeschnittenen Täler. Am Ende des 1.5 km langen Trails steht man fast wortlos vor dieser gewaltigen Landschaft aus Flusstälern, die sich wie Adern durch die Erde schneiden und rötlichen Plateaus, die in der Ferne in ein bläuliches Dunstmeer übergehen. Zurück gelangt ihr nach ein bis eineinhalb Stunden auf demselben Weg.

Maximale Höhe: 1910 m
Minimale Höhe: 1882 m
Ein ganz anderes Bild bietet der Upheaval Dome Trail. Der Hin- und Rückweg zu den beiden Aussichtspunkten ist etwa 2,5 Kilometer / eine Stunde lang. Der erste Abschnitt ist für Jedermann leicht zu gehen, der zweite erfordert mehr Trittsicherheit beim Gehen über blanken Fels. Wir befinden uns an einem Ort, der bis heute Rätsel aufgibt: Entstand der vor uns liegende weißliche Krater durch einen Meteoriteneinschlag oder durch eine Salzkuppel, die das Gestein von unten nach oben gedrückt hat? Die Informationstafeln bieten beide Theorien – und keine endgültige Antwort. Der Weg dorthin lohnt sich vor allem für geologisch Interessierte.
Maximale Höhe: 1771 m
Minimale Höhe: 1735 m
Island in the Sky bietet noch viele Optionen mehr als wir selbst erkunden konnten:
- White Rim Overlook Trail (2.9 km / 50 hm / 1.5 h): Leichter Weg zu einem weniger frequentierten Aussichtspunkt mit Panoramablick auf die White Rim Road und die Flusstäler darunter.
- Murphy Point (5,5 km / 40 hm / 2 h): Weitgehend ebener Trail über Felsplatten bis zu einem grandiosen Aussichtspunkt.
- Green River Overlook (Aussichtspunkt): Nur wenige Schritte vom Parkplatz entfernt und trotzdem einer der schönsten Panoramablicke des gesamten Districts.
- Shafer Canyon Viewpoint / Shafer Trail: Von hier eröffnet sich der Blick auf die spektakuläre Serpentinenstraße, die hinunter in den Canyon führt. Abenteuerlustige mit Geländewagen und viel Zeit können die Piste befahren (Ein Permit wird benötigt).
Canyonlands – The Needles
Am nächsten Tag haben wir den Needles District im Canyonlands Nationalpark erkundet. The Needles sind abgelegener im Süden und ihr benötigt von Moab aus circa eineinhalb Stunden um diesen Abschnitt zu erreichen.
Der rund 3,5 km lange Slickrock Trail (rund 2 Stunden) bietet einen großartigen Überblick über die zerfurchte Landschaft. Über glatte, vom Wind geschliffene Sandsteinflächen geht es auf und ab, vorbei an kleinen Wasserbecken („Potholes“), in die unser Sohn leidenschaftlich Steinchen wirft. Der Blick auf die roten Nadelfelsen in der Ferne ist beeindruckend. Wir liegen staunend, bäuchlings an der Felskante und blicken tief hinab in die nahezu senkrecht abfallende Schlucht.


Maximale Höhe: 1537 m
Minimale Höhe: 1510 m
Im Anschluss spazieren wir auf dem rund einen Kilometer langen Pothole Point Trail (15 Minuten). Dieser bietet für uns keinen Mehrwert mehr, da uns der Slickrock Trail bereits ähnliche Potholes gezeigt hat und darüber hinaus mit tollen Ausblicken aufwarten konnte.
Vor unserer Weiterfahrt erkunden wir den Cave Spring Trail. In einer halben Stunde treffen wir auf eine grüne Oase in der Wüste. Vorbei an einem historischen Camp, einer Quelle, entlang von Felsüberhängen und kleinen Höhlen gelangen wir über zwei kurze Leitern eine Ebene höher. Dort suchen wir die nächsten Steinmännchen, die uns über glatten Slickrock Fels zurückleiten. Auf kurzer Strecke bietet dieser Pfad zahlreiche Eindrücke und ist definitiv eine Wanderung wert.


Maximale Höhe: 1519 m
Minimale Höhe: 1500 m
The Needles bietet noch viel mehr Möglichkeiten als wir selbst erkunden konnten:
- Chesler Park Loop (17 km / ?? / 5-7 h): Eine der schönsten, aber auch längsten Wanderungen im Needles District. Sie führt durch enge Felsspalten und weite Täler zwischen den markanten Sandsteinzacken.
- Chesler Park Viewpoint (9.3 km / 3-4 h): Eine kürzere Variante des bekannten Chesler Park Loop. Der Weg führt zu einem spektakulären Aussichtspunkt mit Blick in die weite Senke, umgeben von den markanten Felsnadeln, die dem District seinen Namen gaben.
- Big Spring Canyon to Wooden Shoe Canyon (12 km / ?? hm / 3-4 h): Eine abwechslungsreiche Strecke über Slickrock, kleine Canyons und Felsrippen. Der Weg verbindet zwei große Täler und bietet unterwegs fantastische Blicke auf die markante „Wooden Shoe Arch“-Formation.
- Lost Canyon to Wooden Shoe Canyon (14 km / 280 hm / 4-6 h): Anspruchsvollere, einsame Tour durch sandige Canyons, über Slickrock und durch vegetationsreiche Senken.
- Druid Arch Trail (17 km / ? hm / 5-7 h)
Der Canyonlands NP ist wirklich schön, aber uns haben die grandiosen Tiefblicke im Dead Horse Point State Park noch mehr beeindruckt. Bei wenig Zeit empfehlen wir definitiv die nördliche Kombination aus Dead Horse Point und Island in the Sky.
Auf der Weiterfahrt nach Monticello halten wir kurz am Newspaper Rock. Uralte, aber gestochen scharfe Felszeichnungen dicht an dicht auf einer glatten, senkrechten Felswand laden zum aufmerksamen Betrachten ein. Auf einer Fläche von etwa fünf mal drei Metern sind über hundert Pictogramme auf den Fels gezeichnet. So richtig weiß jedoch niemand, wer sich hier verewigt hat und wie alt genau die Zeichnungen sind. Durch den scharfen Kontrast sind sie jedoch sehr eindrucksvoll und einzigartig.


Rückblickend hätten wir weiter südlich als in Monticello übernachten sollen, damit die folgende Tagesetappe nicht so lang wird.
Valley of the Gods – Endlose Weite und einsame Monumente
Das Valley of the Gods ist rund eine Stunde von Monticello entfernt. Hier müsst ihr keinen Eintritt bezahlen, weil es eigentlich „nur“ eine öffentliche Straße ist. Die Landschaft ist jedoch dem Monument Valley sehr ähnlich und wird häufig als kleines Monument Valley bezeichnet. Das Valley of the Gods hat den großen Vorteil weniger bekannt und einsam zu sein.
Die beeindruckende Landschaft aus Tafelbergen, Felsnadeln und staubiger Weite zieht uns in ihren Bann. Die 27 Kilometer lange Dirt Road, die das Tal von Südosten nach Nordwesten durchquert, ist holprig, aber mit einem normalen SUV gut zu fahren. Später stellen wir fest, dass die Qualität der Straße sogar um Welten besser als im Monument Valley ist. Mit einigen Fotostopps sind wir ca eine Stunde im Tal der Götter unterwegs.



Am westlichen Ende schraubt sich die teils ungeteerte Straße Moki Dugway in engen Serpentinen den Hang hinauf – ein spektakulärer Aussichtspunkt mit Blick hinunter auf das endlose Felsenmeer und die Wüste, in der wir noch vor wenigen Minuten unterwegs waren. Die Welt liegt uns hier zu Füßen.


Nur wenige Minuten entfernt liegt der kleine, oft übersehene Goosenecks State Park. Hier hat sich der San Juan River über Millionen Jahre tief in das Gestein gegraben und dabei mehrere hufeisenförmige Schleifen geschaffen. Der Eintritt kostet 5 USD pro Fahrzeug, doch der Blick ist unbezahlbar: 300 Meter unter uns windet sich der Fluss durch das Felslabyrinth. Der Ausblick ist nicht ganz so spektakulär wie am Horseshoe Bend, insbesondere weil die Landschaft und der Fluss hauptsächlich grau-in-grau sind. Dafür bekommt ihr hier sogar drei grandiose 180 Grad Wendungen des Flusses zu sehen. Ein Naturspektakel wie es uns bisher noch nirgendwo auf der Welt begegnet ist.

Auf dem Weg zum Monument Valley halten wir kurz am berühmten Forrest Gump Point am Highway 163. Hier endete im Film der legendäre Dauerlauf von Forrest Gump – und der Blick auf die markanten Felsformationen am Horizont ist tatsächlich so ikonisch wie auf den Fotos. Ein kurzer Stopp, ein Foto, und weiter geht’s.

Monument Valley – Navajo Land zwischen Fels und Hitze
Im Monument Valley wird das Bild des Wilden Westens lebendig. Wir entscheiden uns für den Wildcat Trail, dem einzigen offiziellen Wanderweg im Tal. Der Rundweg führt rund sieben Kilometer (ca. 2 Stunden) um die markante Felsformation West Mitten Butte, vor der ein Navajo hoch zu Ross posiert. Wir begegnen kaum anderen Wanderern in der Hitze. Drei überdachte Bänke, die auf der Strecke verteilt aufgebaut wurden, bieten den einzigen Schatten. Die Strecke bietet Blicke auf viele weitere Monumente, wie man sie aus amerikanischen Western kennt. So verzichten wir im Anschluss auf den vollständigen Scenic Drive, denn dieser ist in sehr schlechtem Zustand. Die Dirt Road durchs Valley of the Gods schüttelt uns gehörig durch und bietet für uns nur noch wenig Mehrwert.
Am Abend kommen wir müde und voller Vorfreude auf den nächsten Tag in Big Water bei Page an.


Maximale Höhe: 1706 m
Minimale Höhe: 1573 m
Antelope Canyon – Lichtspiele im geheimnisvollen Slot Canyon
Der weltberühmte Antelope Canyon bei Page ist ein Meisterwerk der Natur – ein extrem schmaler und tiefer Slot Canyon, in dem das Sonnenlicht magische Formen und Farben in diversen Orange- und Rottönen zaubert. Wir besuchen den Lower Antelope Canyon, der etwas günstiger ist und etwa sechs Wochen vor unserem Urlaub noch buchbar war. Dafür muss bei diesem Teil des Canyons auf die Lightbeams – kontrastreiche Lichtstrahlen – verzichtet werden.
Der Eintritt liegt bei rund 70 USD pro Person und pro Viertelstunde werden ca. 50 Personen in Kleingruppen durch den Canyon geführt. – Dies ist kein Ort für Menschen, die die Einsamkeit suchen. Die Tour führt über schmale Metalltreppen tief in die gewundenen Sandsteinspalten. Das Licht tanzt über die Felsen, orange und rot wechseln mit weichen Schatten. Auch ohne die Lichtbeams des Upper Antelope Canyon ein absolut magischer Ort! Rund eine Stunde dürfen wir inmitten der Felswände verweilen. Leider bleibt wenig Zeit zum Fotografieren und Genießen, da die Gruppe vom Tourguide permanent vorangetrieben wird.




Normalerweise würden wir, die einsame Landschaften lieben, von einer solche Aktivität abraten, aber dieser Ort ist noch beeindruckender als alle bisherigen Slot Canyons, die wir besuchen durften. Die Schlucht ist enger und das Licht schöner. Schade ist bloß, dass dieser Ort nur im Rahmen einer geführten Tour besucht werden kann und so wenig Zeit bleibt.
Horseshoe Bend – Das Colorado-River Hufeisen
Nur eine Viertelstunde westlich vom Antelope Canyon liegt eines der bekanntesten Fotomotive des Südwestens: der Horseshoe Bend. Vom Parkplatz (Eintritt 10 US-Dollar) führt ein kurzer, gut ausgebauter Weg rund 1,2 Kilometer bis zur Aussichtskante. Der Colorado River zieht hier in einer riesigen Schleife durch die Schlucht, grünblau schimmernd zwischen roten Felsen. Trotz der vielen Besucher ist der Anblick überwältigend. Es gibt einen zentralen, abgezäunten Bereich mit Blick auf die Schlucht, aber auch links und rechts davon bieten sich viele Möglichkeiten ohne viel Trubel die Aussicht auf die Schlucht zu genießen oder ein schönes Foto zu schießen.

Buckskin Gulch – Abenteuer im längsten Slot Canyon der Welt
Von Page fahren wir weiter nach Westen zum Wirepass Trailhead. Ausgangspunkt für die Wanderung zur berühmten „The Wave“. Leider haben wir in der Lotterie keines der begehrten Permits bekommen. Bei unseren Recherchen sind wir auf den Buckskin Gulch gestoßen, der oft als der längste Slot Canyon der Welt bezeichnet wird. Auch hier benötigt man eine Genehmigung. Diese scheint jedoch nicht in der Anzahl begrenzt zu sein und stellt eher eine Parkplatzgebühr dar (6 USD je Person, Buchung auf https://www.recreation.gov/activitypass/10006177).
Nach einigen Kilometern Schotterstraße erreichen wir den Parkplatz, legen unsere Genehmigungsnummer hinter die Windschutzscheibe und tragen uns im Trailbuch ein. Beim Austragen zu unserer Rückkehr können wir so nachvollziehen, dass heute rund 20 Wanderer mit uns die Schluchten erkundet haben.
Um zum Wirepass Canyon zu gelangen, wandern wir rund zwei Kilometer durch den Coyote Wash. Dann stehen wir zwischen hohen Felsmauern. Ein Baumstamm muss überstiegen und eine Leiter hinabgeklettert werden, doch große Hindernisse erwarten euch nicht. Wir erreichen eine T-Kreuzung, an der der Wirepass in den Buckskin Gulch mündet.





Wir könnten ihm in beide Richtungen folgen, doch nach links ist es so sumpfig, dass dieser Weg derzeit nicht möglich ist. Also setzen wir unsere Wanderung nach rechts fort. Theoretisch könnte man dem Canyon nun bis zum Paria River folgen. Uns macht die Wanderung Spaß. Es ist eng, zwischendurch gibt es kleine Klettereinlagen und schon bald sind nasse Füße unvermeidbar. Unser Sohn rutscht aus und ist voller Schlamm. Schließlich stoßen wir auf brusttiefes, stinkendes Wasser und kehren nach 3,2 Kilometern (und 1 Stunde) um. Fast alle anderen Wanderer tun dasselbe. Irgendwann hätten wir ohnehin umdrehen müssen, nur wären wir eigentlich gerne ein wenig tiefer in den Canyon vorgedrungen.
Maximale Höhe: 1486 m
Minimale Höhe: 1438 m
Auf dem Rückweg nach Big Water stoppen wir noch bei den Toadstool Hoodoos. Die Felssäulen erinnern an überdimensionale Pilze in verschiedenen Farbtönen, geformt aus weichem Sandstein, die Wind und Regen über Jahrtausende modelliert haben. Der kurze Spaziergang von drei Kilometern (eine Stunde) lohnt sich: Die Landschaft wirkt skurril,märchenhaft und wie von einer anderen Welt.


Maximale Höhe: 1398 m
Minimale Höhe: 1358 m
Grand Canyon South Rim – Die endlose Schlucht
Weiter geht es zum South Rim des Grand Canyon, rund zwei Stunden Fahrt von Big Water. Direkt hinter dem Parkeingang besuchen wir den Desert View Watchtower mit mehreren Ebenen und einem beeindruckenden Ausblick auf die unendliche Schlucht. Am Besucherzentrum stellen wir unser Auto ab und bestaunen den Grand Canyon vom Mather Point aus.
Nun nutzen wir den kostenfreien Shuttle-Bus, der je nach Linie alle 10 bis 20 Minuten fährt. Die blaue Linie führt zum „Village“, dort steigen wir um und die rote Linie bringt uns auf der Hermit Road bis „Creek Vista“. Ursprünglich wollten wir bis „Hermit’s Rest“ fahren. Allerdings zieht sich die Fahrt zeitlich arg in die Länge durch viele, lange Haltestopps, sodass wir uns umentscheiden.

Entlang des Rims wandern wir bis zum Powell Point (5,5 km / ca. 1,5 Stunden), stets begleitet von atemberaubenden Ausblicken auf die tiefe Schlucht. Obwohl in den Bussen und an den Aussichtspunkten viel los ist, sind wir zwischen den Haltestellen fast allein unterwegs und können in Ruhe genießen. Die enormen Dimensionen sind beeindruckend, doch irgendwie fühlen wir uns weniger überwältigt als an den bisherigen Orten unserer Reise. – Vielleicht sind die Erwartungen durch die große Bekanntheit einfach zu groß? Oder sind wir nach den unvergesslichen vier Reisewochen einfach gesättigt? Durch die enorme Breite von über 20 Kilometern fühlt sich die 1600 m tiefe Schlucht nicht so tief an wie manch flachere Schlucht.
Maximale Höhe: 2154 m
Minimale Höhe: 2069 m
Am Powell Point steigen wir wieder in den Shuttle ein. Immer wieder sehen wir ungeduldig auf die Uhr. Die Dauer der Rückfahrt haben wir unterschätzt und Zeitdruck, da Tobi gleich an einem Helikopterflug über den Grand Canyon teilnehmen wird. Der Flugplatz ist vom Besucherzentrum eine Viertelstunde entfernt. Zwanzig Minuten nach der erbetenen Zeit stürmt Tobi herein und darf gerade noch mitfliegen. Auf dem Platz des Co-Piloten erlebt er begleitet von erhabener Musik unvergessliche Momente. Der Ausblick aus der Luft ist noch einmal ein anderes Level als zu Fuß vom Rim.

Der Grand Canyon würde noch viele weitere Möglichkeiten bieten:
- Bright Angel Trail (15 km / 930 hm / 9 h): Bekannte Wanderung hinab zum Grund des Grand Canyons. Es besteht die Möglichkeit vor Erreichen des Grunds umzukehren.
- South Rim Trail (21 km / 180 hm / 6 h): Zwischen Hermit’s Rest und dem South Kaibab Trailhead kann der südlichen Abbruchkante über viele Kilometer gefolgt werden. Wir sind nur einen kleinen Abschnitt hiervon gewandert. Für unser Gefühl haben wir so dennoch die meisten Eindrucke wahrnehmen können.
- South Kaibab Trail: Dieser Wanderweg kann bis zum Aussichtspunkt Ooh Aah Point (2.9 km als Rundweg), bis Cedar Ridge (4.8 km als Rundweg) oder bis Skeleton Point (9.6 km als Rundweg) begangen werden.
- Shoshone Point Trail (3.3 km /40 hm / 1 h): Wanderung zu einem Aussichtspunkt
- Dripping Springs (10 km / 450 hm / 4 h): Eine abwechslungsreiche Tour ab dem Hermit Trailhead, die zu einer versteckten Quelle inmitten steiler Felswände führt.
- Yaki Point wird für Sonnenaufgänge am South Rim empfohlen.
Wir übernachten in Ash Fork an der Route 66, um am nächsten Tag entspannt weiterfahren zu können.
Insgesamt würden wir rückblickend dazu raten, näher am Grand Canyon zu übernachten. Die Etappe von Page bis Ash Fork war lang und uns blieb zu wenig Zeit am Grand Canyon, weil die Wege sehr weit sind und wir erst gegen Mittag am Visitor Center ankamen.
Route 66 – Nostalgie auf Asphalt
Die Fahrt entlang der Route 66 ist eine Reise in die Vergangenheit: alte Tankstellen, rostige Oldtimer, 50er-Jahre-Diner und viel kitschige Werbung. Passend zu dieser Atmosphäre frühstücken wir zum ersten Mal in einem Diner: Burrito mit Schinken und Rührei sowie ein Chili-Omelette, beides mit Bratkartoffeln. – Lecker, aber ein sehr mächtiges Frühstück.
In Kingman bestaunen wir eine riesige Dampflokomotive und unterwegs mehrere lange Güterzüge. Diese sind so schwer beladen mit teils doppelt gestapelten Containern, dass sie von sechs Loks angetrieben werden. In Oatman begegnen uns freilaufende Esel, die neugierig durch Ladentüren schauen. Nach einem Eis setzen wir unsere Fahrt fort und erreichen nach rund drei Stunden Pahrump.





Death Valley – Tiefster Punkt und höchste Temperaturen
Nur eine Stunde weiter liegt das Death Valley, eine der extremsten Landschaften Nordamerikas. Wir besuchen den Zabriskie Point, wo wir eine sechs Kilometer lange Runde (ca. 2 Stunden) wandern. Durch Erosion geformte gelb-goldene Felsen, ein steiniges ausgetrocknetes Flussbett, Hitze. Die karge, lebensfeindliche Wüste beeindruckt uns bei rund 40 Grad Celsius auf dem Badland Loop mit einem Abstecher auf den Gower Gulch Trail. Trotz der kurzen Strecke trinken wir 2 Liter Wasser pro Person.

Maximale Höhe: 216 m
Minimale Höhe: 90 m
Nach der Besichtigung eines früheren Borax-Abbaugebiets und einem kurzen Stopp bei den Mesquite Flat Sand Dunes treten wir bereits den Rückweg an. Leider sind das Badwater Basin und der Artist Drive wegen kürzlicher Überschwemmungen gesperrt. Aber von Dante’s View genießen wir einen spektakulären Blick von oben auf Badwater, dem tiefsten Punkt Nordamerikas mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel.




Am nächsten Tag steigen wir in Las Vegas in das Flugzeug und werden über Chicago zurück nach Frankfurt fliegen. Ein intensiver Roadtrip geht zu Ende. Die Mischung aus Naturwundern, Slot Canyons, historischen Straßen und extremer Wüstenlandschaft werden noch lange nachhallen.
Reisen mit Kind auf einem Roadtrip
Eines der größten Abenteuer neben der Natur war es, diesen Roadtrip mit unserem dreijährigen Sohn zu erleben. Die langen Autofahrten lassen sich gut planen, regelmäßige Pausen und kurze Stopps für Aussichten und Wanderungen lockern den Tag auf.
Zu Beginn der Reise haben wir uns eine Styropor-Kühlbox besorgt und bei unserem Abflug weiter verschenkt. Eine solche Box kühlt mit dem an fast jedem Motel erhältlichem Crushed Ice erstaunlich gut. So haben wir immer Brot, Käse, Frischkäse, Marmelade, Gurke, Tomaten und ein kühles Getränk dabei und konnten flexibel und bezahlbar Frühstück und Mittagessen gestalten.



Die Motels in den USA sind sehr familienfreundlich. Wir konnten beinahe überall Zimmer mit zwei Doppelbetten, genannt Queen Size Beds, buchen. In den aller meisten Fällen stehen in den Motelzimmern ein Kühlschrank, eine Mikrowelle und eine Kaffeemaschine zur Verfügung. Abends sind wir, wie viele Amerikaner es regelmäßig tun, in einem Restaurant essen gegangen. Doch auch auf dem Hotelzimmer konnte man sich dank Mikrowelle zwischendurch Fertiggerichte wie Porridge, Chili con Carne oder Nudelgerichte aus der Dose sowie Reis mit Soße zubereiten.

Auf den Wanderungen zeigte unser Sohn seine ganze Neugier und Energie: Er spielte begeistert mit Steinen und Stöcken, legte überall imaginäre „Gleise“ an und sammelte „Kohle“. Besonders gern lief er rennend bergab, kletterte möglichst ohne Hilfe über Felsen und erkundete die Umgebung. Über die Wochen hat sich seine Koordination deutlich verbessert, sicherlich auch durch das viele Wandern, Klettern und Erkunden. Sinnvoll ist es auf jeden Fall ein Sicherungsgeschirr für kleine Kinder mitzubringen, wenn ihr in der Nähe von Abgründen und Klippen wandern gehen wollt.
Immer wieder lassen sich lange Autofahrten nicht vermeiden. Diese sind jedoch kein Problem gewesen. So haben Hörspiele auf einem alten Handy ihn auf den Autofahrten stundenlang beschäftigt. Dazu liebte er es, aus dem Fenster zu schauen, Züge zu suchen und auch einfach die Landschaft entlang der Strecke zu entdecken.
Denkt nur daran, dass ihr in den USA den deutschen Kindersitz nicht nutzen dürft. Bei der Buchung eines Mietwagens können Kindersitze hinzugebucht werden. Wir haben festgestellt, dass die Preisspanne zwischen verschiedenen Anbietern groß ist und es sich lohnt hier zu vergleichen. Wir haben unseren Mietwagen über Billiger-Mietwagen bei AVIS gebucht.

Ein großer Pluspunkt in den Nationalparks ist das Junior Ranger Programm. Kinder erhalten in vielen Parks und State Parks kleine Aufgabenhefte, in denen sie Tiere, Pflanzen und geologische Besonderheiten erkunden sollen. Je nach Alter werden unterschiedliche Anforderungen gestellt. Nach dem Bearbeiten der Aufgaben und einem Schwur bekommen sie ein hölzernes Junior Ranger Abzeichen überreicht. – Ein spielerischer Zugang zur Natur, der Kinder motiviert, aufmerksam zu beobachten und Fragen zu stellen. Unser Sohn hat die Abzeichen geliebt und leidenschaftlich gesammelt.
Der Roadtrip in den Südwesten der USA ist für uns ein unvergessliches Familienabenteuer geworden!





