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FrankenwaldSteigla Höllentour – Auf schmalen Pfaden durch das Höllental

Start und Ziel: Blechschmidtenhammer, Lichtenberg
Länge: 8,2 km | HM: 375 m | Gehzeit: 2,5 Std. | Gesamtzeit: 4 Std.
Bewertung: ★★★★★

Ganz und gar nicht höllisch ist eine Tour durch das Höllental. Bei einer Wanderung mit diesem Namen erwarten wir steile, unzugängliche Schluchten oder tosende Wasserfälle. Die Höllentour entpuppt sich als abwechslungsreiche Rundwanderung mit schmalen, etwas ausgesetzten Waldpfaden hoch über der rauschenden Selbitz, eindrucksvollen Felsen, schönen Aussichtspunkten und überraschend vielen kleinen Highlights am Wegesrand. Für uns ist sie eine der schönsten Wanderungen unseres gesamten Aufenthalts im Frankenwald.

Wir starten am ehemaligen Bahnhof der Höllentalbahn in Lichtenberg. Schon hier gibt es einiges zu entdecken, denn eine historische Dampflok und mehrere Waggons erinnern an die Vergangenheit der Bahnstrecke. Picknickbänke, öffentliche Toiletten und das Naturpark-Informationszentrum bieten Annehmlichkeiten für Start und Ziel.

Direkt nach dem Start tauchen wir in den Wald ein. Am Wegesrand blitzen unzählige kleine, leuchtend rote Himbeeren zwischen den Sträuchern hervor. Da können wir nicht widerstehen und naschen immer wieder von den süßen Früchten, während wir langsam an Höhe gewinnen.

Wir haben uns für den Felsenpfad im steilen Hang entschieden und dieser macht seinem Namen alle Ehre. Der Weg wird schmal, steinig und wurzelig. Immer wieder müssen wir über Felsen steigen oder größere Wurzeln überwinden. Gerade unser vierjähriger Sohn hat dabei jede Menge Spaß und klettert begeistert von Stein zu Stein. Trittsicherheit ist hier hilfreich, technisch schwierig ist der Abschnitt bei trockenen Verhältnissen aber nicht. Dennoch wird auf Warnschildern auf eine Benutzung auf eigene Gefahr hingewiesen und der Weg ist nichts für Menschen mit großer Höhenangst oder eingeschränkter Mobilität.

Entlang des Pfades informieren mehrere Tafeln über das hier vorkommende Diabas-Gestein und dessen Entstehung. Diabas kommt im Frankenwald häufig vor und begegnet uns unter anderem in Form markanter Säulen. Dieses sehr harte vulkanische Gestein wurde im Steinbruch, oberhalb dessen der Weg verläuft, abgebaut. Dazwischen sorgen kleine Details wie ein aus Holz geschnitzter Pilz oder ein hölzernes Herz am Wegesrand für ein Schmunzeln.

Schließlich führen uns mehrere Metalltreppen wieder steil bergab. Inspiriert von einem entgegenkommenden Mädchen beginnt unser Sohn laut die einzelnen Stufen zu zählen. Insgesamt stellt dieser Weg einen enormen Motivationsboost für unseren Sohn dar. Er zeigt keinerlei Erschöpfungszeichen. Ganz im Gegenteil ist er durch die tolle Landschaft und Wegführung bis in die Haarspitzen motiviert.

Am Ende des Felsenpfads erreichen wir die Höllentalstraße direkt an der Selbitz. Auf diesem breiten Schotterweg treffen wir neben Wanderern auch auf Radfahrer, die unten am Fluss das Höllental durchqueren. Dieser Abschnitt ist zwar landschaftlich weniger spannend, dauert aber dafür nur wenige Minuten. Am äußersten Punkt der Wanderung, im Ortsteil Hölle, überqueren wir schließlich die Selbitz und wechseln auf die andere Talseite.

Hier stehen wir vor der Entscheidung, ob wir auf der offiziellen Route im Tal zurück wandern, oder höher am Hang mit zwei markanten Aussichtspunkten. Wir entscheiden uns für die zweite Variante. Nun beginnt der nächste Anstieg. Über einen abwechslungsreichen Naturlehrpfad geht es steil, teilweise über lange Treppen, bergauf. Dabei lockern immer wieder Informationstafeln über heimische Baumarten und Waldtiere die Wanderung auf. Nach dem steilen Anstieg folgen wir wellig dem Hang zurück in Richtung Taleingang. Kurz darauf passieren wir den verschlossenen Rebecca-Stollen, aus dem kontinuierlich Wasser in einer kleinen Rinne austritt.

Der schmale Pfad geht anschließend in einen breiteren Forstweg über und führt uns zum Aussichtspunkt König David. Der Blick reicht weit über die bewaldeten Hügel des Frankenwalds. Tief unten erkennen wir außerdem eine hohe Wasserfontäne am Höllentalkraftwerk.

Vom König David führt ein steiler, steiniger Pfad hinab zum Hirschsprung. Dieser Abschnitt verlangt noch einmal etwas Konzentration und ist unserer Meinung nach nur für trittsichere Wanderer geeignet. Mit Kindern ist er gerade noch machbar, bewegt sich aber durchaus an der Grenze dessen, was jüngere Wanderer problemlos bewältigen können. Wir haben unseren Sohn viel an der Hand und wünschen uns sein Sicherungsgeschirr dabei zu haben.

Wir erreichen den Hirschsprung, an dem eine hölzerne Hirschstatue an die Sage des Ortes erinnert. Der Legende nach ist ein Hirsch um den Kugeln einer Treibjagd zu entgehen, von diesem Felsvorsprung gesprungen. Nun geht es entweder auf demselben Weg wieder bergauf oder parallel auf gleicher Höhe zum Hauptweg. Wir entscheiden uns für den zweiten Weg. Dieser ist allerdings wenig benutzt und stellenweise kaum erkennbar.

Nun geht es all die Höhenmeter wieder bergab zum Taleingang. Nach wenigen Metern auf dem Röhrensteig, auf diesem wäre der offizielle Rückweg komplett verlaufen, überqueren wir die Selbitz erneut und erreichen wenig später unseren Ausgangspunkt am ehemaligen Bahnhof der Höllentalbahn.

Auf den letzten Metern mussten wir uns zwar etwas beeilen, aber so kamen wir exakt pünktlich für die 15-Uhr-Führung im Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen an. Der Stollen selbst diente früher nicht dem Erzabbau, sondern entwässerte die umliegenden Gruben. Auf einer ansprechenden Führung mit kurzem Film und echten Steinen zum Anfassen sowie einer Besichtigung unter Tage vermittelt der Förderverein lebendige Einblicke in die Bergbaugeschichte des Frankenwalds.

Die Höllentour ist für uns eine echte Überraschung. Der Name klingt deutlich abschreckender, als die Wanderung tatsächlich ist – höllisch wird es hier an keiner Stelle. Stattdessen erwartet euch eine abwechslungsreiche Runde mit herrlich natürlichen Pfaden, spannenden Felsabschnitten, schönen Aussichtspunkten und vielen kleinen Details entlang des Weges. Gerade die Mischung aus schmalen Wegen, lehrreichen Informationstafeln und spielerischen Kletterpassagen macht die Tour für Familien besonders reizvoll. Für uns gehört die Höllentour deshalb zu den schönsten FrankenwaldSteigla überhaupt.

Gesamtstrecke: 8346 m
Maximale Höhe: 611 m
Minimale Höhe: 421 m
Download file: FrankenwaldSteigla_Hoellentour.gpx

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