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Roadtrip durch Norwegen

Norwegen ist perfekt für einen Roadtrip! Eine Reise in das Land der unzähligen Fjorde, imposanten Gebirge, Seen und Flüsse ist schon lange ein Traum gewesen. Nun geht er endlich in Erfüllung! Norwegen ist riesig. Um nicht zu lange Fahrttage und die Zeit für Wanderungen zu haben, fassen wir den Entschluss nur das südliche Norwegen bis zum Geirangerfjord zu erkunden.

Für die Suche von Übernachtungsorten haben wir die App Park4Night genutzt. Beinahe jeden Abend konnten wir kostenfrei auf Rastplätzen oder geeigneten Stellen am Straßenrand stehen. In unserem Reisebericht werden wir nur auf besonders schöne oder praktische Stellplätze eingehen, die wir euch gerne weiterempfehlen möchten.

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Unsere Reiseroute

Anreise

Ursprünglich ist es der Plan gewesen die Anfahrt nach Norwegen auf mehrere Tage aufzuteilen. Kürzere Etappen sind mit unserem 15 Monate alten Sohn einfach entspannter. Aufgrund technischer Probleme am Wohnmobil können wir dann jedoch erst später losfahren. Rund 700 Kilometer später kommen wir mitten in der Nacht in Hirtshals in Dänemark an. Dort übernachten wir Nahe des Fähranlegers auf einem großen Parkplatz und stehen morgens pünktlich in der Schlange für die bereits von zu Hause aus gebuchte Fähre.

Fjord Line und Color Line bieten die Möglichkeit nach Kristiansand überzusetzen. Zeitlich passte bei uns eine Überfahrt mit Fjord Line besser. Diese kostet uns 165 € und dauert knapp vier Stunden. Nachdem wir in den Bauch des Schiffes gefahren sind, müssen alle die Auto-Decks verlassen. Wir haben unser Frühstück sowie ein wenig Spielzeug im Rucksack und machen es uns in Sesseln mit Blick auf das Meer gemütlich. Das Schiff ist wie eine kleine Stadt mit Restaurants, Imbissen, Shopping-Möglichkeiten, verschiedenen Sitzgelegenheiten, einem kleinen Spielplatz unter freiem Himmel und einer Spielecke für kleinere Kinder.

Nördlich von Kristiansand (Agder)

Unser erstes Ziel in Norwegen ist die Flößerrinne Tømmerrenna in Vennesla. Kaum vorzustellen, dass es eine Wanderung gibt auf der man kilometerweit in einer hölzernen Flößerrinne spazieren kann. Heute führt die Rinne kein Wasser mehr und es treiben keine riesigen Baumstämme aus den Bergen herab. Der Kanal ist gut erhalten und führt sogar über einige spektakuläre Hängebrücken. Eine Wanderung der ganz besonderen Art und ein willkommenes Ziel zum Vertreten der Füße nach der Fähr- und Autofahrt heute. Für uns bildet die rund sieben Kilometer lange Wanderung den perfekten Auftakt für unseren Urlaub.

Flößerrinne Tømmerrenna in Vennesla, Norwegen
Flößerrinne Tømmerrenna in Vennesla

Morgen soll es an den Lysefjord gehen. Hierfür sind wir bereits die ersten Kilometer am Nachmittag gefahren. Abends haben wir uns einen schönen, kostenfreien Stellplatz in der Nähe von Rysstad am Oyfossen gesucht. Der Rastplatz bietet saubere Toiletten mit warmem Wasser und sogar eine Dusche. Dazu steht ihr in idyllischer Umgebung direkt am Wasser und könnt die Gegend wunderbar zu Fuß ein wenig erkunden und genießen.

nahe des Oyfossen
nahe des Oyfossen

Vor unserer Weiterfahrt am nächsten Tag bietet sich die kurze Wanderung zum nahe gelegenen Wasserfall Gloppefossen an. In rund eineinhalb Stunden gelangt man zu einem der höchsten Wasserfälle im Setesdal und zurück. Der Weg dorthin bietet Querungen des Flusses Veiani auf Steinen im Fluss und damit sogar eine Portion Abenteuer!

Gloppefossen
Gloppefossen

Am Lysefjord im Rogaland

Eine eindrucksvolle Panorama-Bergstraße führt aus dem Hinterland bis nach Lysebotn am Lysefjord. Für uns bildet diese Strecke die aller schönste des gesamten Urlaubs! Entlang von karger Fjell-Landschaft, unzähliger Seen und vieler Schafe gelangen wir auf der enger werdenden Strecke bis an den Lysefjord. Vor Lysebotn gibt es nur wenige Möglichkeiten, an denen Camping nicht verboten ist. Nach einer Nacht am Straßenrand beginnen wir den Aufstieg zum Sagen umwobenen Kjeragbolten.

In schwindelerregender Höhe ist die Felskugel Kjeragbolten über dem Lysefjord zwischen zwei senkrecht abfallenden Felswänden eingeklemmt. Die rund vierstündige Wanderung führt über steinerne Treppen, nutzt Ketten als Aufstiegshilfe und leitet über eine karge, felsige Hochebene. Der letzte beherzte Schritt auf den Kjeragbolten für das spektakuläre Foto erfordert eine gehörige Portion Mut, aber auch ansonsten bieten sich absolut traumhafte Ausblicke hinunter auf den Fjord und die umliegenden, senkrechten Felswände. Auf jeden Fall ist die Wanderung anstrengend, aber sie ist auch jeden Tropfen Schweiß wert!

Kjeragbolten am Lysefjord in Norwegen
Kjeragbolten am Lysefjord

Am Nachmittag setzten wir mit der Fähre von Lysebotn nach Oanes über. Wir gleiten von Osten nach Westen über das glatte Wasser des Lysefjords. Am Ufer liegen hoch über uns der Kjeragbolten, die Treppen von Flørli und der Preikestolen, den wir morgen erwandern werden. Die Fähre kostet circa 65 € für uns drei mit Wohnmobil und bildet bereits für sich ein Erlebnis – muss aufgrund der knappen Kapazitäten aber einige Tage im Voraus reserviert werden.

Auf dem Preikestolen stehend befindet sich nur noch der Abgrund vor uns und tief unter uns das blaue Wasser des Lysefjords. Die rund acht Kilometer lange Wanderung zum Preikestolen könnte die berühmteste Strecke in Norwegen sein. Kaum ein Urlauber lässt diesen phänomenalen Aussichtspunkt, der auf guten Wegen leicht zu erreichen ist, aus. Es lohnt sich die Wanderung in Randstunden anzugehen und für den Rückweg den schwereren, aber einsamen Pfad über den Bergrücken zu nehmen.

Blick von oben auf den Preikestolen und den Lysefjord
Blick von oben auf den Preikestolen und den Lysefjord

Nahe des Folgefonna Nationalpark im Vestland

Unsere Reise geht weiter in den Norden. Unsere Nacht verbringen wir mit perfekter Aussicht auf den Fjord am alten Fähranleger von Ropeid. Da hier ab und zu noch eine Personenfähre hält, gibt es Sanitäranlagen, die gut gepflegt werden.

Übernachtung mit Fjordblick am alten Fähranleger von Ropeid
Übernachtung mit Fjordblick am alten Fähranleger von Ropeid

Auf unserer Strecke liegen die Wasserfälle Latefossen und Langfossen. Beide bieten sich für einen kurzen Stopp an. Der Latefossen fällt auf zwei Seiten eines Felsens direkt vor der Straße in die Tiefe. Häufig treibt der Wind die Gischt direkt auf die Straße.

Latefossen
Latefossen

Der Langfossen ist mit einer Fallhöhe von 612 m der fünfthöchste Wasserfall Norwegens. Wenn ihr mögt, könnt ihr auf Treppen bis an das Ufer des Sees hinabsteigen. Uns gefällt der Ausblick vom Straßenrand jedoch besser. Die Höhe des Wasserfalls ist nie so richtig auszumachen, da höher liegende Kaskaden immer verdeckt bleiben, doch von hier wirkt er am imposantesten. Ein Schild weist darauf hin, dass ihr zum Gipfel des Langfossen wandern könnt. Die 1,7 km lange Strecke müssen wir auslassen, da wir noch ein wenig weiterfahren wollen.

Langfossen
Langfossen

Hauptziel des heutigen Tages ist die Gletscherzunge Buerbreen. Eine abenteuerliche und abwechslungsreiche Wanderung von rund sechs Kilometern führt entlang des Flusses über unzählige teils mit Seilen und Ketten gesicherte Kletterstellen hinauf bis zum blau-schimmernden Eis. Der Buerbreen ist ein Ausläufer des Folgefonna, dem drittgrößten Gletschers Norwegens. Diese Wanderung ist ein tolles Erlebnis. Nur bei Höhenangst können wir sie nicht empfehlen.

Gletscherzunge Buerbreen
Gletscherzunge Buerbreen

Die Zeit rast dahin. Doch das macht nichts, so viel wie wir erleben dürfen. Heute steht eine Wanderung zur allseits bekannten Trolltunga an. Die Wanderung zur Trollzunge ist mit rund sieben Stunden und über 20 Kilometern lang und anstrengend. Leider nieselt es heute durchgängig. Doch trotz des feuchten Wetters genießen wir die wunderschöne Wanderung durch die felsige Gebirgslandschaft. Und das Wetter hat auch etwas für sich: Für das obligatorische Foto müssen wir gar nicht anstehen. Bei gutem Wetter soll die Fotoschlange angeblich bis zu drei Stunden betragen.

Trolltunga in Norwegen
Trolltunga

Die Nacht verbringen wir auf einem Rastplatz an der Rv 13. Der Platz ist total idyllisch mit direkter Sicht auf den Sørfjord. Daneben liegen typisch rot-gestrichene Hütten in skandinavischer Art. Diese Region ist für ihren Obstanbau bekannt. In regelmäßigen Abständen stehen Verkaufsstände für Äpfel, Birnen und Pflaumen. Auch an unserem Schlafplatz bei Sekse können wir Obst oder Säfte erwerben. Dazu gibt es wie so häufig ein sauberes Toilettenhäuschen mit warmem Wasser.

Nach den Anstrengungen vom Vortag soll es heute erholsamer werden. Hierfür haben wir uns die Wasserfallrunde bei Kinsarvik ausgeguckt. Alternativ hätten wir gerne die Königinnen Wanderung von Kinsarvik über die Mönchstreppen nach Lofthus gemacht. Diese Strecke durch das Hochgebirge mit über 1000 Höhenmetern ist Tobi bereits vor zehn Jahren gegangen, doch heute wollten wir eine solche Wanderung weder uns noch unserem Sohn zumuten. Allerdings haben wir die Wasserfall-Wanderung auch ein wenig unterschätzt. Wir haben uns entschieden zu drei von vier möglichen Kaskaden zu wandern. Die zehn Kilometer Strecke dieser schönen, aber nicht außergewöhnlichen Tour bilden eigentlich kein großes Problem. Nur nach den vergangenen Regenfällen ist es ziemlich matschig und Streckenabschnitte auf Fels recht rutschig.

Nyastolfossen auf der Wasserfallrunde bei Kinsarvik
Nyastolfossen auf der Wasserfallrunde bei Kinsarvik

Am Nachmittag brechen wir auf zu einem der spektakulärsten Wasserfälle Norwegens: dem Voringsfossen. Bereits die Anfahrt zum Voringsfossen ist interessant. Mehrere Tunnel sind zu durchqueren und einer ist ungewöhnlicher als der andere. Tatsächlich passieren wir einen unterirdischen Kreisverkehr und fahren schließlich in einer Art acht durch die Erde. Am Ziel stehen wir auf einem großen Parkplatz in direkter Nähe zum Wasserfall und richten uns für die Nacht ein.

unterirdischer Kreisverkehr in Norwegen
unterirdischer Kreisverkehr

Ein abendlicher Spaziergang zum Voringsfossen rundet den Tag ab. Mit lautem Getöse fallen die Wassermassen 145 m in freiem Fall in ein enges Tal. Von den Hängen rundherum ergießen sich weitere kleinere Wasserfälle. Alleine ist man hier vermutlich nie, denn das Spektakel wird aufwendig vermarktet. Mehrere Aussichtsplattformen sind an verschiedenen Positionen am Fels platziert und direkt über den Wasserfall ist eine stählerne Brücke gebaut worden. Wir können uns kaum sattsehen an den Wassermassen. Das i-Tüpfelchen ist ein bunter Regenbogen, der sich in der Gischt des Wasserfalls bildet. Neben einem riesigen Parkplatz gibt es für den geneigten Besucher dann auch ein Hotel sowie ein Restaurant.

Aurland

Der nächste Tag ist ziemlich verregnet. Die geplante Wanderung am See Storekraekkja lassen wir ausfallen. Später am Tag klart es etwas auf. Wir nutzen die herauskommende Sonne um bei Hovet einen schönen direkt an der Straße Fv50 gelegenen Wasserfall zu erkunden. Abends übernachten wir auf einem Rastplatz direkt vor Flam und freuen uns ganz besonders auf den morgigen Tag!

schöner direkt an der Straße Fv50 bei Hovet gelegener Wasserfall
schöner direkt an der Straße Fv50 bei Hovet gelegener Wasserfall

Der Rallarvegen ist eine tolle Möglichkeit mit dem Fahrrad die wilde norwegische Landschaft zu erkunden. Die Bahnlinie Flamsbana bringt uns in einem historischen Zug von Flam mit einem Umstieg in Myrdal nach Finse. Von dort radeln wir rund 50 Kilometer über den Bahnarbeiterweg durch die norwegische Hardangervidda zurück. Die Strecke führt von der kargen Hochebene mal seicht und mal steil hinab in Richtung Fjord und zurück in die Zivilisation.

Am Abend erreichen wir Gudvangen. Dort übernachten wir nahe des Fähranlegers. Es ist ruhig und wie so häufig in Norwegen stehen saubere Toiletten zur Verfügung. Den Tag beginnen wir gemütlich und lassen den Nærøyfjord auf uns wirken. An der schmalsten Stelle misst dieser Seitenarm des Aurlandfjords lediglich 250 m und ist damit der schmalste Fjord Norwegens. Ausblicke von oben auf dieses UNESCO Weltkulturerbe bietet der Rimstigen, der sich steil am Hang aufwärts windet. Der Ausblick ist schön, keine Frage, doch ob es sich lohnt hierfür rund 700 Höhenmeter auf nur zweieinhalb Kilometern Strecke aufwärts zu steigen, muss jeder selbst entscheiden.

Blick vom Rimstigen auf den Nærøyfjord in Norwegen
Blick vom Rimstigen auf den Nærøyfjord

Am nächsten Tag wandern wir von Østerbø nach Vassbygdi. Hierfür übernachten wir am Endpunkt gegen eine geringe Gebühr von 100 NOK und fahren morgens mit dem Bus nach Østerbø zum Start der Wanderung. Die circa 19 Kilometer lange Wanderung vereint viele Aspekte, die uns am Wandern in Norwegen gut gefallen: Schmale Schluchten, Wasserfälle, idyllische Täler und steinig-karge Landschaften. Das besondere an der Wanderung ist, dass die Straße schon kurz nach dem Start das Tal durch einen Tunnel verlässt und das Tal nur noch vom Wanderweg erschlossen wird. Obwohl die Wanderung tendenziell bergab geht, hat sie es in sich und wir sind am Ziel ziemlich k.o. Jedoch kann sie mit keinem absoluten Highlight aufwarten und wird so eher „eine von vielen“ für uns bleiben – irgendwie ein Luxusproblem im wunderschönen Norwegen.

Abends fahren wir weiter in den Norden in die Nähe des Jostedalsbreen Nationalpark. Die Strecke kann mit einem weiteren Highlight aufwarten. Der längste Straßentunnel der Welt, der Lærdalstunnel, führt uns sage und schreibe 24,5 Kilometer durch die Berge. Wow!

Rund um den Jostedalsbreen Nationalpark

Abends fahren wir in die Nähe der Gletscherzunge Austerdalsbreen. Eine einzelne Straße führt immer tiefer in das 40 km tiefe, aber meist schmale Tal. Mehrere einspurige und unbeleuchtete Tunnel führen zu etwas Nervenkitzel. Am Straßenrand gibt es mehrere Möglichkeiten mit Seeblick, aber ohne weitere Annehmlichkeiten, die Nacht zu verbringen. Morgens fahren wir die letzten Meter und spazieren dann zum blau-weißen Eis des Austerdalsbreen. Die Sonne scheint wieder und die rund elf Kilometer lange Strecke ist für norwegische Verhältnisse locker zu begehen und dazu sehr kurzweilig. Allerdings ist der Weg sehr feucht und wir empfehlen unbedingt ordentliche Wanderschuhe.

Gletscherzunge Austerdalsbreen
Gletscherzunge Austerdalsbreen

Zwischen Gaularfjellet uns Viksdalen liegt der Wasserfallpfad Fossestien, der an 14 Wasserfällen entlang führt. Diesem folgen wir heute 13 Kilometer von Torsnesstølen zum Hov Hyttegrend. Der Inhaber der Campinghütten Hov Hyttegrend fährt täglich morgens um 10 Uhr Touristen gegen eine geringe Gebühr zum Ausgangspunkt. Charakterisiert wird der Fossestien von Holzplankenpfaden, Brücken und steinernen Tritten, die durch moorig-sumpfiges Gelände führen. Leider müssen wir fast dauerhaft durch den Regen stapfen. Dies trübt die eigentlich schöne Wanderung doch erheblich. Auch von unten ist der Weg sehr matschig und feucht, sodass selbst Wanderstiefel früher oder später aufgeben.

Holzplankenpfad auf dem Wasserfallpfad Fossestien in Norwegen
Holzplankenpfad auf dem Wasserfallpfad Fossestien

Trotz des miserablen Wetterberichts machen wir uns auf den Weg zum Geiranger Fjord. Einen Besuch des Norsk Fjordsenter können wir absolut empfehlen. Das Besucherzentrum berichtet in einer sehenswerten Ausstellung nicht nur anhand von Texten, sondern durch viele Nachbauten, Anschauungsobjekte und eine Diashow über das Leben am Fjord im Laufe der Zeit. Es sind Farmgebäude und sogar ein Postschiff in der riesigen Innenausstellung aufgebaut. Ein so liebevoll gestaltetes Museum haben wir lange nicht gesehen, sodass sich die Ausstellung, die 145 NOK pro Erwachsenem kostet, nicht nur bei Dauerregen lohnt. Direkt neben dem Norwegischen Fjordzentrum liegt der Wasserfall Storfossen. Über 327 Treppenstufen ist es möglich diesem rauschenden Gewässer ganz nah zu folgen und in das Dort Geiranger abzusteigen.

Vom Aussichtspunkt Flydalsjuvet bietet sich eine tolle Aussicht auf den Geirangerfjord. Nachdem sich endlich wieder die Sonne zeigt, möchten wir noch mehr von der Region sehen. Der Storsæterfossen verspricht eine Wanderung, die uns gefällt, denn man kann nicht nur zum Wasserfall, sondern sogar in eine Art Höhle dahinter gelangen. Dieses Erlebnis ist nicht spektakulär, aber der Spaziergang, den auch viele Kreuzfahrttouristen wagen, lohnt sich auf jeden Fall.

Storsæterfossen am Geirangerfjord in Norwegen
Storsæterfossen

Nun stehen wir vor der Entscheidung, ob wir weiter in den Norden zu den Trollstiegen fahren. Langsam rinnt uns die Zeit davon und wir möchten weder uns noch unserem Sohn allzu lange Fahrtstrecken zumuten. Daher treten wir nun langsam die Rückreise zurück in den Süden an.

Jotunheimen Nationalpark

Auf dem Weg zu unserem letzten Highlight, auf das wir uns bereits die gesamte Reise freuen, halten wir am Ridderspranget Randsverk an. Hierbei handelt es sich um eine Schlucht, durch die sich der Fluss Sjoa reißend seinen Weg bahnt. Einer Sage nach soll ein Ritter des 14. Jahrhunderts über das wild schäumende Wasser für ein Fräulein auf die andere Seite der Schlucht gesprungen sein. Vermutlich wird dies nicht stimmen. Nichtsdestotrotz lässt dieser Ort perfekt die Gewalt der Natur spüren. Große Umwege wäre uns dieses Ziel nicht wert, aber für einen Zwischenstopp ist der Rittersprung gut geeignet.

Ridderspranget Randsverk
Ridderspranget Randsverk

Nun ist es endlich so weit und wir können die Wanderung auf dem sagenumwobenen Besseggengrat unternehmen. Ein Schiff bringt uns zum Ausgangspunkt Memurubu. Von dort führen uns rund 15 Kilometer durch eine einfach tolle Gebirgslandschaft bis nach Gjendesheim. Der Besseggen-Grat ist nicht von ungefähr eine der beliebtesten Wanderungen Norwegens. Die kontrastreichen Seen Gjende und Bessvatnet schillern wie auf all den Fotos, die vermutlich jeder schon gesehen hat, in verschiedenen Farben. Dazu kommt eine Kletterpartie hoch zum Veslefjellet, die Spaß macht und uns in bester Erinnerung bleiben wird. Allerdings erfordert sie auch viel Schwindelfreiheit, bietet einige Kletterstellen, bei denen auch die Hände eingesetzt werden müssen, und ist auch ansonsten wie eine hochalpine Wanderung anzugehen. Der Rückweg ist entspannter, aber dem kalten, starken Wind sehr ausgesetzt.

Besseggen-Grat in Norwegen
Besseggen-Grat

Rückweg

Nun ist die Heimat wirklich nicht mehr fern. Auf dem Weg zur Fähre halten wir nahe Dokka an einem Ort, der Felsmalereien mit Stromschnellen verbindet. Direkt am Mollerstufossen befinden sich 6000 Jahre alte Felsritzungen („Helleristninger“) einfach so am Boden, ohne jeden Schutz oder Abdeckung. Wir vermuten, dass diese Ritzungen farbig nachgezeichnet wurden und damit nicht mehr ganz original sind. Dieser Ort lohnt einen Stopp und bietet eine schöne Möglichkeit für eine Reisepause. Zu einer weiten Anfahrt würden wir jedoch nicht raten. Wir waren nicht länger als 10 Minuten dort.

Sehenswert ist die Königsaussicht – Kongens Utsikt auf norwegisch – etwas nordwestlich von Oslo beim Dörfchen Sundvollen. Eine schmale, kurvige Straße schlängelt sich den Berg hinauf und endet am Hotel Kleivstua. Dort beginnt die kurze 3 km Wanderung zum schönen Aussichtspunkt, der tolle Fernblicke über eine Seenlandschaft bietet. Zurück zum Parkplatz geht es über den gleichen Weg.

An unserem letzten Morgen in Norwegen fahren wir auf die Fähre der Gesellschaft Color Line. Wir legen um acht Uhr in Larvik ab und erreichen rund vier Stunden später Hirtshals in Dänemark. Die Überfahrt kostet uns 280 €. Hätten wir nicht erst zwei Tage vor der Abfahrt gebucht, wäre es ein wenig günstiger gewesen. Die Fähre gleicht der von unserer Hinfahrt. Nur gefällt unserem Sohn die Spielecke hier noch besser. Er rutscht dort fleißig und wir unterhalten uns mit anderen Urlaubern über die zurückliegenden wunderbaren Eindrücke.

Blick vom Stellplatz auf unsere Fähre Color Line
Blick vom Stellplatz auf unsere Fähre
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