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Rundreise in China für Abenteurer


Im September 2019 reisten wir nach China um dort selbstorganisiert einen Rundtrip zu machen. Hier wollen wir euch von unseren Erfahrungen berichten, denn in China gibt es bislang nur wenige Individualreisenden.

Unsere Reiseroute in 3 Wochen:

  1. Peking mit der Chinesischen Mauer
  2. Datong mit dem Heng Shan
  3. Pingyao
  4. Xi’an mit dem Hua Shan
  5. Yangtze-Kreuzfahrt von Chongquing nach Yichang
  6. Zhangjiajie Nationalpark
  7. Huang Shan
  8. Shanghai

Dazu haben wir jede Menge Tipps und Hinweise für den Reisealltag in China für Euch gesammelt.

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Kurze Infos zu den Reisezielen

Im Folgenden stelle ich euch kurz unsere – manchmal abenteuerliche, aber doch gut machbare – Route mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln durch China vor und gehe auf Besonderheiten zum Reisen in China ein. Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Zielen, wie Beschreibungen der Wanderungen und Anreisemöglichkeiten, klickt bitte auf die jeweiligen Ziele in der Reiseroute-Liste.

Die Reise begann in Peking. Am ersten Tag besichtigten wir lediglich den Sommerpalast, da wir vom Flug zu müde waren für mehr. Die Fahrt mit der U-Bahn zum Sommerpalast und die Gärten des Sommerpalastes waren ein schöner erster Eindruck der Stadt. Den Sommerpalast darf man sich nicht wie einen europäischen Palast vorstellen. Vielmehr handelt es sich um eine weitläufige Gartenanlage mit See und verschiedenen Tempeln. Wir können den Sommerpalast empfehlen, wenn man alte Tempel mag, die auf Hügeln an einem See liegen. Dort kann man super spazieren gehen und alte chinesische Architektur genießen.

Neuer Sommerpalast, Kunming-See
Neuer Sommerpalast, Kunming-See
Tianmen Platz und Verbotene Stadt
Tianmen Platz und Verbotene Stadt

An unserem einzigen vollständigen Tag in Peking hatten wir ein volles Programm. Wir besuchten den Himmelstempels, den Platz des Himmlischen Friedens, die Verbotene Stadt und den Beihai Park. Der Himmelstempel besteht aus mehreren Tempelanlagen und dazwischen liegenden Grünflächen. Für uns führte dies zu einem schönen Spaziergang. Die Tempel selbst waren nett mal gesehen zu haben, aber hätten wir sie nicht gesehen, hätte uns persönlich auch nicht viel gefehlt. Unter dem Tianmen Platz hatten wir uns mehr vorgestellt. Es war einfach eine riesige Fläche mit hohen Flaggenmasten und Soldaten darunter. Aufgrund der historischen Bedeutung waren die Sicherheitskontrollen aber noch schlimmer als ansonsten in China. Neben dem obligatorischen Metalldetektor und Taschenscanner, gab es hier sogar Passkontrollen für Chinesen und Touristen. Die Verbotene Stadt hat uns hingegen deutlich besser gefallen. Sie ist gigantisch groß und besteht aus hunderten von Tempeln. Wirklich eindrucksvoll. Der Beihai-Garten, der fußläufig in der Nähe liegt, war nach der Verbotenen Stadt eine willkommene Oase der Ruhe.

Chinesische Mauer
Chinesische Mauer

Ein Highlight der Reise war für uns die Chinesische Mauer, die wir über das übliche Touristenprogramm hinaus erkunden wollten. Am ersten Tag wanderten wir von Jiankou nach Mutianyu und am nächsten Tag von Gubeikou über Jinshanling nach Simatai. Die Auswahl dieser Mauersegmente war goldrichtig, denn so konnten wir die Chinesische Mauer in all ihren Facetten kennenlernen: zerfallen und wild, aber auch restauriert. An beiden Tagen hatten wir die Mauer über viele Stunden hinweg ganz für uns allein und sahen nur in kleinen Abschnitten, die leichter zu erreichen sind, mehr Touristen. Ein Besuch der Mauer ist auf jeden Fall ein Erlebnis, das man in seinem Leben nie mehr vergessen wird.

Wolkengrat-Grotten / Yungang-Grotten
Wolkengrat-Grotten / Yungang-Grotten

Mit dem Nachtzug fuhren wir nach Datong. Dort besuchten wir die Yungang-Grotten (Wolkengratgrotten), die ca. 16 km westlich des Stadtzentrums liegen und UNESCO Weltkulturerbe sind. Die Anlage ist ziemlich beeindruckend. Es gibt kleine und große Grotten, die alle einen bis hin zu tausenden in Stein geschlagenen Buddhas enthalten. Mal sind sie winzig klein, manchmal riesengroß. Wir sind keine Typen für Kunstmuseen und dergleichen, aber hier waren wir einfach fasziniert. In der Stadt Datong selber besichtigten wir die bekannte Neun-Drachen-Wand. Diese ist mal ganz nett anzusehen und es werden Busladungen von chinesischen Touristen abgeladen, aber für uns auch kein Must-See.

Am nächsten Tag besuchten wir das Hängende Kloster (Xuankong Si) – ebenfalls ein Weltkulturerbe. Das Kloster ist eng an die Felswand gebaut und super schmal. Wir liefen wie in einer Perlenkette durch das Kloster. Es ist alles in Einbahnstraßen ausgewiesen, sodass es nie zu Begegnungen kommt. Hierfür wäre es schlicht zu schmal. Wenn man in Datong ist, ist das Kloster ein Must-See; fast jeder hat schließlich schon einmal ein Bild davon gesehen. Bevor es vom Kloster wieder nach Hause ging, wanderten wir noch eine kleine Runde im Heng Shan Gebirge. In China gibt es keine Wanderwege, wie wir sie aus Deutschland kennen, sondern Treppen über Treppen, die einen die Berge hinaufführen. Dies ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber sollte niemanden vom Wandern in China abhalten. Das Heng Shan Gebirge war jedoch das unspektakulärste unserer Reise. Gleichzeitig sind Kloster und Gebirge ganz schön weit weg von Datong und wir würden im Nachhinein die Station Datong als erstes herausstreichen, wenn die Reise gekürzt werden muss.

Hängendes Kloster / Xuankong Si
Hängendes Kloster / Xuankong Si

Wir reisten weiter von Datong nach Pingyao. Pingyao war für uns mehr ein erzwungener Zwischenstopp, da es keinen direkten Zug nach Xi‘an gibt. Jeder, der Datong aus der Reise herausstreicht, könnte direkt von Peking mit dem Schnellzug nach Xi‘an reisen. Pingyao ist – auch wieder – UNESCO Welterbestätte und ein bisschen wie ein Museumsdorf. Uns war es mit seinen verkleideten Darstellern, die in einer Schlange ähnlich wie in einem Freizeitpark immer wieder durch das Dorf zogen und morgens eine Tanzaufführung abhielten, einfach zu touristisch.

Bei Xi‘an ist das Must-See schlechthin die Terrakottaarmee. Auch wir wollten dieses Wunder der Menschheit unbedingt sehen und wurden nicht enttäuscht. Die Ausstellung war ganz anders als ich sie mir vorgestellt habe und wirklich sehr eindrucksvoll. Es gibt mehrere Ausstellungshallen. In einer Halle sind die Terrakottakrieger nur freigelegt worden, aber nicht restauriert. Dementsprechend kann man hier jede Menge größere und kleinere Tonteile entdecken. In einer weiteren Halle stellt es sich dann so dar, wie man es von Fotos kennt: Krieger und Pferde in langen Reihen nebeneinander. Die Ausstellung ist sehr beeindruckend. Es ist unvorstellbar mit welchem Detail tausende von Kriegerstatuen erschaffen und nun restauriert wurden!

Terrakottaarmee
Terrakottaarmee
Hua Shan Gebirge
Hua Shan Gebirge

Am nächsten Tag fuhren wir zum Hua Shan Gebirge, welches in der Nähe von Xi‘an liegt. Wir wanderten vom West Peak über den South und East Peak zum Central Peak und wanderten dann hinab, anstatt die Seilbahn zu nehmen. Der oft als gefährlichster Weg der Welt bezeichnete „Sky Plank Road“ war bei unserem Besuch leider geschlossen, aber ein kleinerer Klettersteig zum Chess Pavillon hatte geöffnet. Die Rundwanderung auf dem Hua Shan hat viele tolle Bilder in unseren Köpfen hinterlassen. Wir hatten einen wunderschönen Tag und würden auf jeden Fall wieder herkommen.

Die nächste Station unserer Reise stellte eine Yangtze-Kreuzfahrt von Chongqing nach Yichang da, die 3 Tage und 3 Nächte ging. Dieser Reiseabschnitt sollte der Entspannung dienen und gehörte während der Planungen, zumindest für uns, einfach zu einer China Reise dazu. Mit dem Schiff fuhren wir durch die drei großen Schluchten (Qutang Gorge, Wu Gorge, Xiling Gorge) und machten Ausflüge zum Jade Emperor und auf den Goddess Stream. Die Kreuzfahrt war kein Highlight und hat gerade mir gezeigt, dass ich lieber selbstbestimmte Ausflüge mache. So viele westliche Touristen wie hier auf einem Fleck haben wir auf der ganzen dreiwöchigen Reisen addiert nicht gesehen. Irgendwie wirkte von vorne bis hinten nichts mehr authentisch, sondern alles für die Touristen inszeniert. Es war nicht so spektakulär wie erwartet, aber insgesamt doch ein ganz schöner Bestandteil unserer Reise. Müssten wir die Reise noch einmal planen und kürzen, würde nach Datong dieser Baustein herausfallen.

Im Anschluss an den Yangtze fuhren wir mit dem Zug zum Zhangjiaje Nationalpark. Dort hatten wir drei Tage Zeit. In dieser konnten wir mehr ansehen als wir erwartet hatten, aber dennoch mussten wir priorisieren und einzelne Sehenswürdigkeiten wie den Baofeng Lake, die Yellow Dragon Cave und die Grand Canyon Glass Bridge auslassen. Der Zhangjiaje Nationalpark, auch als Inspiration für die Hängenden Berge aus „Avatar“ bekannt, wurde nach der Chinesischen Mauer unser liebster Reisestopp. Überall stehen Felsen wie Nadeln empor – Stellt euch das Elbsandsteingebirge in rieeeesengroß vor! Es gibt wunderschöne Ausblicke, an denen wir uns nie satt sehen konnten. Dieser Ort ist ein Ort der Superlative und einfach nur spektakulär. Bestandteil unserer Touren durch den Nationalpark wurden der Tianzi Mountain, die Ten-mile-gallery, Golden Whip Stream und der Tianmen Mountain. Neugierig? Dann lest mehr über unsere genauen Wanderrouten.

Zhangjiaje Nationalpark
Zhangjiaje Nationalpark
Huang Shan Gebirge
Huang Shan Gebirge

Nun folgte bereits unser vorletzter Stopp: das Huang Shan Gebirge. Hier planten wir drei Tage ein und wanderten auf so ziemlich allen Wegen des Huang Shan, die es gibt. Über Nacht schliefen wir in Hotels direkt auf dem Berg. An einem frühen Morgen kamen wir so dazu, mit einer Horde von Menschen zu einem Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang zu gehen. Ein spannendes Ereignis über das ich im Artikel zum Huang Shan mehr berichten werde. Die Aussichtspunkte haben alle wohlklingende Namen wie „Fairy walking bridge“ oder „Stone monkey watching the sea“. Es gibt hier, wie an den anderen Bergen auch, Regionen mit vielen, vielen Menschen und Gegenden, die ein paar Meter weiter abseits liegen, die man ganz für sich allein genießen kann.

Shanghai Bund
Shanghai Bund

Zuletzt verbrachten wir zwei Tage in Shanghai. Ein Besuch am Bund in den Abendstunden mit Blick auf die gegenüberliegenden, hell beleuchteten Hochhäuser des Stadtviertels Pudong ist auf jeden Fall empfehlenswert. Am nächsten Tag schlenderten wir ein wenig über die Einkaufsstraße East Nanjing Road und suchten nach Souvenirs in der Shanghaier Altstadt. Abseits der Touristenstraßen gibt es noch viel mehr Stände, die allerlei Alltagsgegenstände zu viel günstigeren Preisen anbieten. Hier macht das Bummeln Spaß! Am Abend mussten wir bereits zum Flughafen und unsere spannende Reise war viel zu schnell schon wieder vorbei.

Ein Kommentar

  1. Hui! Da seit Ihr ja im Galopp durch China! Mit ein bisschen mehr Zeit hättet Ihr auch entdecken können, dass auch Datong und Pingyao viele interessante Ecken zu bieten haben. Trotzdem ist es ein interessanter Bericht! Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Ulrike

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