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China: Datong

Die Stadt Datong ist das nächste Ziel auf unserer Reise. Nach der nur semi-erholsamen Nachtzugfahrt schlafen wir im „Datong Hongqi Grand Hotel“ noch wenige Stunden. Trotz des edlen Namens, ist es ein günstiges und vor allem sehr praktisch gelegenes Hotel, da es direkt gegenüber vom Bahnhof liegt.

Yungang-Grotten
Yungang-Grotten

Die Entscheidung, Datong auf unserer Reise zu besuchen, gründet auf den Yungang-Grotten und dem Hängenden Kloster, das vermutlich jeder im China Restaurant schon einmal auf einem Bild gesehen hat. Die Yungang-Grotten (Wolkengratgrotten), erneut ein UNESCO-Weltkulturerbe, liegen 16 km westlich des Stadtzentrums. Wir erreichen sie mit dem Bus 603, der vor dem Hauptbahnhof abfährt. Die Haltestelle ist gut zu finden, doch die Abfahrtzeiten konnten wir nicht entziffern. Dennoch kommt bereits nach kurzem Warten der Bus. Ob wir Glück hatten oder der Bus häufig fährt: Wir wissen es leider nicht. Die Grotten sind die Endhaltestelle und somit nicht zu verfehlen.

Die Anlage ist ziemlich beeindruckend. Es gibt kleine und große begehbare Grotten, die alle in Stein geschlagene Buddhas enthalten. Mal sind sie winzig klein, manchmal riesengroß. Wir sind keine Typen für Kunstmuseen und dergleichen, doch die Yungang-Grotten faszinieren uns. Auf der Rückfahrt steigen wir eher aus dem Bus aus, um uns noch etwas im Stadtzentrum Datongs umzusehen. Die Stadtmauer ist nicht original, sondern nachgebaut. Ein Wassergraben umgibt sie, an dem wir entlang spazieren. Zu unserer linken erhebt sich die riesige Mauer mit niedrigen dahinterliegenden Häusern, zu unserer rechten reiht sich Hochhaus an Hochhaus. Schließlich gelangen wir zur bekannten Neun-Drachen-Wand. Diese ist mal ganz nett anzusehen, aber keine ausdrückliche Empfehlung wert.

Hängendes Kloster bei Datong
Blick auf das Hängende Kloster bei Datong

Am nächsten Tag wollen wir zum Hängenden Kloster (Xuankong Si). Wir fragen am Taxistand gegenüber vom Bahnhof. Bei den Reiseplanungen hatten wir alle Orte und Sehenswürdigkeiten in chinesischen Schriftzeichen ausgedruckt, sodass wir nun darauf zeigen können. Wir verhandeln mit Hilfe der Google Translator App, während zig weitere neugierige Taxifahrer um uns herum stehen, einen Fixpreis von 200 Yuan (ca. 25 €) für die Hin- und Rückfahrt. Die ca. 70 minütige Fahrt beginnt.

im Hängenden Kloster bei Datong
im Hängenden Kloster bei Datong

Das Kloster ist eng an die Felswand gebaut und super schmal. Wir laufen wie in einer Perlenkette durch das Kloster, aber mussten vorher nicht anstehen. Im Kloster ist alles als Einbahnstraße ausgewiesen, sodass es nie zu Begegnungen kommt. Hierfür wäre es schlicht zu schmal. Bei unserem Besuch wird das Kloster schön von der Sonne angestrahlt, kommt man später, so soll es ab dem Mittag bereits im Schatten liegen. Wenn man in Datong ist, ist das Kloster ein Must-See; fast jeder hat schon einmal ein Bild davon gesehen. Gleichzeitig ist es aber auch ganz schön weit weg und wir würden im Nachhinein die Station Datong als erstes herausstreichen, wenn die Reise gekürzt werden muss.

Bevor es vom Kloster wieder nach Hause geht, fragen wir beim Fahrer, ob er uns nicht noch zum Heng Shan Gebirge fahren könne. Wir hatten zuvor gelesen, dass dies ca. 20 Minuten Fahrt sein würden. Wir handeln mit dem Fahrer aus, dass die Fahrt nun 300 Yuan (ca. 38 €) koste und weiter geht es ins Gebirge. Der Fahrer hält mit uns an einem Ticketverkaufsschalter und fährt uns dann noch etwas weiter nach oben. Hier teilt er uns mit, dass wir nun wandern könnten und er uns in zwei Stunden wieder abholt. Das klingt gut und wir gehen los.

Start: Parkplatz am Heng Shan | Ziel: Parkplatz am Heng Shan
Länge: 4,1 km | HM: 570 m | Gehzeit: 1,75 Std. | Gesamtzeit: 2 Std.
Bewertung: ★★★☆☆

Tempel im Heng Shan Gebirge
Tempel im Heng Shan Gebirge
Umweltschutz Schild
Umweltschutz

Es folgen viele Treppenstufen. Es ist sehr ungewohnt beim Wandern nur Treppen zu steigen, doch wir hatten bereits zu Hause viel über die Wanderwege in China gelesen und wussten, was uns erwartet. Im Endeffekt haben mich die Treppen auch bei Weitem nicht so sehr gestört, wie ich anfangs erwartet habe. Vorbei an vielen kleinen Klöstern und Stätten zum Beten gelangen wir zum niedrigeren von zwei Gipfeln auf 2.016 m. Den etwas höheren schaffen wir zeitlich nicht mehr. Dies macht aber nichts, denn auch so haben wir die Gelegenheit die Aussicht zu genießen. Im Tal liegt ein See, darüber der von uns genutzte Parkplatz. Es hätte auch eine Seilbahn gegeben. Zwischen niedrigen Büschen verlaufen die Treppen und Wege, die gut besucht sind. Am Wegesrand sind einige Schilder aufgestellt, die zum Beispiel die Aufschrift „mind the nature“ tragen. Es scheint, als wenn der Naturschutzgedanke derzeit in die Bevölkerung getragen wird oder zumindest getragen werden soll.

Auf der Rückfahrt fährt ein weiterer Chinese bei uns im Taxi mit. Wir sind etwas überrascht, ob es wohl ein Freund des Fahrers ist oder ob er sozusagen auf unsere Kosten mitfährt, aber letztlich ist es auch egal. Die Straße ist kurvig und ziemlich voll. Nach einer Weile stehen wir im Stau. Vor uns liegt mitten auf der Straße ein LKW auf der Seite. Endlich zurück in Datong sind wir froh, heil angekommen zu sein.

Die übrige Zeit des Tages verbringen wir im Foyer des Hotels. Wir checkten morgens bereits aus und konnten unser Gepäck an der Rezeption lagern. Nun sind noch ein paar Stunden zu überbrücken, die wir mit lesen und Blogschreiben zu füllen wissen, denn unser nächster Nachtzug wird erst um 22:30 Uhr abfahren.

Gesamtstrecke: 4139 m
Gesamtanstieg: 570 m
Gesamtabstieg: -571 m
Download file: Heng_Shan.gpx
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