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China: Tipps und Hinweise für den Reise-Alltag

Verständigung

Screeshot Google Übersetzer
Screenshot Google Übersetzer

Vor unserer Reise nach China haben wir mehrfach gelesen, dass die Verständigung schwierig werden würde. So richtig vorstellen konnten wir uns jedoch nicht, dass wir mit Englisch nicht genauso wie sonst auch weiterkommen werden. Doch die Aussage stimmt: Die meisten Chinesen können gar kein Englisch und die wenigen, die etwas können, nur rudimentär. Trotzdem: Keine Sorgen machen! Mit etwas Geduld oder Übersetzungs-App klappt die Verständigung schon! Viele Chinesen haben solche Apps auf ihrem Handy. Diese Apps sind super praktisch. Man spricht in Deutsch oder Englisch hinein, die App übersetzt und erzählt dann auf Chinesisch, was man gerade gesagt hat. Oder natürlich andersherum. Für einfache Kommunikation ala „Ich möchte ein Ticket kaufen.“ oder „Wann gibt es Frühstück?“ reicht das völlig aus. In einem Fall hat uns ein Fahrer versucht auf diese Weise chinesische Sagen und Mythen näherzubringen, das hat leider überhaupt nicht geklappt. Die Übersetzungen ergaben gar keinen Sinn.

Im öffentlichen Nahverkehr kommt man als Europäer im Großen und Ganzen ganz gut selbstständig zurecht. Am Flughafen, Bahnhof und Bushaltestellen sind die Linien-Nummern und die Haltestellen Bezeichnungen sowohl mit chinesischen Schriftzeichen als auch in unserer lateinischen Schrift ausgewiesen. Ist hier oder in anderen Bereichen einmal etwas nicht klar, kann man wieder eine App zur Hilfe nehmen: Man scannt den Text mit der Kamera des Smartphones und eine App wie Google Translate schreibt die Übersetzung direkt darüber. Bei einzelnen Wörtern kann das sehr hilfreich sein.

Im Restaurant sind eigentlich überall bebilderte Speisekarten vorhanden. Hier kann man zum Bestellen schlicht mit dem Finger auf das gewünschte Gericht zeigen. Hängen die Speisekarten an der Wand, sodass das Zeigen nicht gut funktioniert, ist es hilfreich das gewünschte Gericht auf der Karte abzufotografieren um es dann auf dem Handy zeigen zu können.

Im Umgang mit uns waren alle Chinesen sehr geduldig und hilfsbereit, wenn es mal etwas länger gedauert hat, bis wir uns verständlich machen konnten. Die Verständigung ist zwar nicht so einfach wie in anderen Reiseländern, aber es ist machbar und kein Grund für große Sorgen.

Orientierung

OSMAnd~
OSMAnd~

Zur Orientierung in China haben wir uns OpenStreetMap-Karten der App OSMAnd auf dem Handy installiert. Im Google Playstore kostet die Vollversion einige Euro oder es sind nur 10 Kartendownloads möglich. Wir luden die App über den Appstore F-Droid als kostenlose Vollversion herunter. Die Karten sind sehr detailliert und können zur Offline-Nutzung heruntergeladen werden. OSMAnd war für uns in vielen Bereichen sehr hilfreich: Es dient zur Navigation, es können gpx-Dateien angezeigt und zum Wandern verwendet werden und es ist möglich nach einzelnen Objekten (z.B. Geldautomaten, Banken, Supermärkte) zu suchen.

Essen in China

Zumeist haben wir im Hotel gefrühstückt und uns tagsüber an Straßenständen, Imbissen und in Restaurants ernährt.

Das Frühstück fällt deftiger aus als wir es gewohnt sind. Reis, gebratenes Gemüse und gefüllte Teigtaschen, die zuvor in Dampf gegart worden sind, stehen täglich auf dem Tisch. Die Teigtaschen gibt es sowohl vegetarisch mit Gemüse oder Kohl, mit Fleisch oder auch in süßen Varianten. Seltener bekamen wir auch Reissuppe, Brühe mit Nudeln oder frittierten Teig. Anfangs ist es etwas gewöhnungsbedürftig für den westlichen Gaumen, doch wenn man sich darauf einlässt, dürften die meisten etwas finden, dass ihnen schmeckt.

Wir suchten uns Imbisse und Restaurants immer nach der Optik aus: Ist der Laden gut besucht? Sieht es halbwegs sauber aus? Im Laden werden üblicherweise mehrere Gerichte bestellt und in der Mitte vom Tisch serviert. Reis muss immer extra bestellt werden und gehört nie standardmäßig dazu. Jeder am Tisch bedient sich an allem. Manchmal gibt es Messer und Gabel, doch manchmal erhält man auch „nur“ Stäbchen. Mir hat Ge, der uns an die Mauer gefahren hat, mit großer Geduld immer wieder gezeigt, wie ich die Stäbchen halten soll, um geschickter essen zu können. Häufig wird zum Essen noch Wasser oder Tee kostenfrei serviert.

Speisekarten sind in 95 % aller Läden bebildert, sodass man Gerichte per Fingerzeig bestellen kann. In einem Fall gab es keine Bilder, hier ist direkt eine Dame, die Englisch konnte, auf uns zugekommen und bot an uns zu helfen. Sie war dann sehr eifrig und übersetzte freundlich die komplette Speisekarte und sprach sehr gute Empfehlungen aus. Preislich ist es in den meisten Läden deutlich günstiger als in Europa. Je nachdem, ob es sich um einen Imbiss oder ein gehobeneres Restaurant handelt, variieren natürlich auch die Preise. Das Geben von Trinkgeld ist in China nicht üblich.

Internet und Telefon

Prepaidkarte von China Unicom
unsere Prepaidkarte von China Unicom

Das Internet in China ist leider ziemlich zensiert und für Westler kaum nutzbar, da die meisten „unserer“ Dienste und Webseiten gesperrt sind. Einfache Nutzung einer lokalen Simkarte und Free-Wifi schied damit aus. Zum Zeitpunkt unserer Reise gab es zwei Möglichkeiten: Ein VPN verwenden oder auf eine Sim-Karte aus Hongkong ausweichen, die der Zensur nicht unterliegt. Da VPN weniger flexibel ist und teilweise ebenfalls gesperrt sein soll, haben wir uns für eine Prepaidkarte aus Hongkong entschieden. Diese konnte einfach bequem beim Amazon gekauft werden und hat uns die ganze Reise über gute Dienste geleistet.

Zugfahren in China

Das Zugfahren in China ist nicht weiter schwierig. Auf der Seite von TravelChinaGuide und diesem Blog haben wir zuvor unsere Informationen zum Zugfahren im Allgemeinen und über die verschiedenen Sitzkategorien erhalten.

Zugtickets können vorab über das Internet gebucht werden. Direktes Buchen bei der chinesischen Bahn ist ohne chinesischen Wohnsitz nicht möglich, sodass wir uns über Drittanbieter informiert haben. Wir entschieden uns für TravelChinaGuide. Man kann dort jederzeit die gewünschte Fahrt buchen. TravelChinaGuide kann die Buchung bei der chinesischen Bahn jedoch erst 30 Tage vor der Fahrt ausführen, da die Bahn die Tickets nicht eher verkauft. Also nicht wundern, dass die Tickets erst nach und nach eintrudeln. Bei uns hat dies meist geklappt. In wenigen Fällen mussten wir Alternativzüge nehmen oder die gewünschte Sitzkategorie war nicht erhältlich. Zum Erhalten der Tickets entschieden wir uns dafür, diese an einem beliebigen Bahnhof abzuholen. Dies hat ebenfalls problemlos funktioniert.

Für kürzere Strecken nutzen wir normale Züge und die längeren absolvierten wir zumeist über Nacht. Tagsüber war es für mich nicht weiter relevant, ob ich auf einem „Soft Seat“ oder einem „Hard Seat“ saß. Tobi fand die „Hard Seats“ jedoch ziemlich unbequem. Je nach persönlichem Komfortbedürfnis und Preisunterschied kann man einfach wählen und wird nie sonderlich falsch liegen.

Hard Sleeper Waggon
Hard Sleeper

In den Nachtzügen haben wir für jede Fahrt die Klasse „Soft Sleeper“ gebucht, da uns etwas mehr Komfort und hoffentlich Schlaf den Aufpreis wert war. Tatsächlich haben wir dann aber für jede Nachtzugfahrt die Information erhalten, dass keine Soft Sleeper verfügbar waren und wir nun Tickets für „Hard Sleeper“ und eine Erstattung für die Preisdifferenz erhalten. Wir wissen nicht, ob es nur zu unserer Reisezeit im September oder immer (fast) nur Züge mit Hard Sleeper Waggons gibt, doch wir haben in den Bahnhöfen kein einziges Mal einen Soft Sleeper Waggon gesehen. In den Nachtzügen befinden sich immer drei Betten übereinander. Innerhalb eines Waggons gibt es keine Abteile, sodass sehr viele Menschen in einem Raum übernachten. Wir haben immer ein Bett oben und eins unten gebucht. Das untere Bett hat den Vorteil, dass man auf dem Bett normal sitzen kann ohne den Kopf einziehen zu müssen. Gleichzeitig ist es aber auch unruhiger, da auch nachts immer wieder Leute vorbeilaufen um zum Beispiel auszusteigen oder auch nur auf Toilette zu gehen. Das obere Bett ist hier etwas ruhiger, da man über den Köpfen der vorbeigehenden Menschen liegt. Dafür ist aufrechtes Sitzen nicht mehr möglich und in einigen Zügen war mir wegen der Klimaanlage direkt über mir ziemlich kalt. Da muss dann jeder für sich abwägen, was ihm lieber ist. Von der mittleren Pritsche würden wir eher abraten, man kann weder sitzen und wird von vorbeilaufenden Passagieren gestört, sodass die Nachteile von oben und unten kombiniert sind. Bettzeug wird in den Zügen gestellt. Steigt man am Abend ein, ist noch alles ordentlich zusammengelegt. Wenn man erst später einsteigt, kann es sein, dass schon jemand anderes vor einem darin geschlafen hat. Uns ist dies aber nie passiert. Die Toiletten empfanden wir als ziemlich eklig und würden sie nur im Notfall nutzen; die Waschbecken zum Zähneputzen sind auch nicht besonders sauber und es gab bei uns kein fließend Wasser. Insofern war es gut, dass wir immer unsere gefüllten Trinkflaschen mitgenommen haben. Grundsätzlich bekommt man in chinesischen Zügen aber immer kochendes Wasser, dass trinkbar ist, z.B. für Tee oder Instant-Suppe.

Das Zugfahren an sich läuft etwas anders als wir es gewohnt sind. Das Prozedere am Bahnhof gleicht mehr einem Flughafen. Um das Bahnhofsgebäude betreten zu dürfen, muss eine Sicherheitskontrolle durchschritten werden: Ticket und Reisepass zeigen, durch Metall-Detektor gehen, Gepäck röntgen lassen. Nun begibt man sich in den Wartebereich am Gate, der zum eigenen Zug gehört. Alle Informationen zum Zug sind auf Anzeigetafeln ausgewiesen. Wie diese zu lesen sind, beschreibt TravelChinaGuide sehr gut. Bevor der Zug in den Bahnhof fährt, beginnt das Boarding. Hier wird noch einmal das Ticket gezeigt, dann darf auf den Bahnsteig gegangen werden. Es ist genau ausgeschildert, wo welcher Wagen halten wird. Der Zug fährt ein und alle steigen ein.

Studentenausweis

In China wird an vielen Attraktionen und an den Kassen der Nationalparks ein internationaler Studentenausweis anerkannt. Einen solchen haben wir nicht. Es ist dennoch immer eine gute Idee auch den einfachen deutschen Studentenausweis vorzuzeigen und um den Studentenrabatt zu bitten. Bei uns wurde dieser bis auf ein- oder zweimal immer anerkannt. Wenn auch häufig Verwirrung im Gesicht des Kassenmitarbeiters zu lesen war.

Der Rabatt beträgt häufig 50 % und lohnt sich somit gerade bei den teuren Nationalparks sehr!

Ein Kommentar

  1. Hallo,
    die Soft Sleeper sind relativ schnell ausgebucht. Die Nachtzüge bestehen aus vielen Waggons mit Hard Sleeper und einigen mit Soft Sleeper. Dazu auch Waggons mit Sitzplätzen.
    Lg Thomas

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