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China: Peking

Der Start einer außergewöhnlichen Reise

Unsere Reise beginnt. Wir sind aufgeregt. Hoffentlich klappt alles so, wie wir es uns wünschen. Und was wird uns alles erwarten? China wird mit Sicherheit viele neue Erfahrungen bringen. Wie werden diese aussehen? Wir sind gespannt und voller Vorfreude. China: Wir kommen!

Eingang Hotel "Happy Dragon RJ Hotel" in Peking
Eingang Hotel „Happy Dragon RJ Hotel“

Zu Beginn steht der lange Flug. Mit Air China fliegen wir von Frankfurt nach Peking. Vom außerhalb von Peking gelegenen Flughafen aus gelangt man mit dem Airport Express Train in ca. 20 Minuten in die Stadt hinein. Der Ticket-Automat für den Zug akzeptiert nur Scheine, aber keine Kreditkarten. Im Flughafen gibt es jedoch einen Geldautomaten, an dem ihr direkt zu Beginn eurer Reise, die überall benötigten Yuan abheben könnt. Wir mussten den ATM eine Weile suchen. Mit der U-Bahn fahren wir weiter zu unserem Hotel. Sowohl am Flughafen als auch in der U-Bahn sind die Haltestellen mit chinesischen Schriftzeichen und auch in unserer lateinischen Schrift ausgewiesen, sodass die Orientierung nicht weiter schwierig ist. Unser Hotel „Happy Dragon RJ Hotel“ liegt gegenüber vom Himmelstempel. Das Hotel ist okay für seinen Preis, doch wir hätten uns eine zentralere Unterkunft gewünscht. Die Linie 8 der U-Bahn, an der das Hotel liegt, ist im September 2019 noch nicht fertiggestellt und so mussten wir viel umsteigen, um überall hin zu gelangen. Dies ist ziemlich zeitaufwendig und Zeit hatten wir nicht besonders viel eingeplant in Peking.

Morgens um 9 Uhr kommen wir im Hotel an und haben den Tag vor uns. Müde, kaputt und dennoch neugierig gespannt auf die Stadt. Trotzdem legen wir uns erst einmal zwei Stunden ins Bett.

Kunmingsee Sommerpalast Peking

Unser erster Sightseeing-Stopp soll der Sommerpalast werden, welcher am Kunmingsee liegt. Jede Menge Tretboote tummeln sich hier. Die Siebzehn-Bogen-Brücke überspannt mit 150m Länge den See und fügt sich in das idyllische Bild dieses UNESCO-Weltkulturerbes perfekt ein. Den neuen Sommerpalast kann man sich als große Gartenanlage vorstellen. Unser Reiseführer teilt uns mit, dass es sich beim Sommerpalast um den größten und best erhaltenen kaiserlichen Garten Chinas handele. Die gesamte Parkanlage ist schön gestaltet. Bunt bemalte Tempel, die mit grünen Jadefiguren geschmückt sind, säumen den Weg. Das Marmorboot, von dem wir des Häufigeren gelesen haben, liegt erhaben im Wasser und ist doch weniger spektakulär als ich gedacht hätte. Man könnte hier sicher einen ganzen Tag verbringen und einfach das Fleckchen Erde genießen, doch auch mit deutlich weniger Zeit kann man so wie wir einen schönen Spaziergang rund um den See machen und China auf sich wirken lassen. Uns überraschte, dass wir keine anderen europäisch aussehenden Besucher sahen. Vielleicht ist China als Reiseziel doch noch exotischer als wir dachten. Zum neuen Sommerpalast gelangt man mit der U-Bahn-Linie 4. Am besten steigt man an der Station Xiyuan aus und läuft in ca. 10 Minuten zum Haupteingang, dem Osttor. Für die Rückfahrt kann die selbe Station oder die Haltestelle Beigongmen am Nordtor genutzt werden. Der Eintritt kostet ca. 4 € für den Park an sich. Uns reicht das so. Wer auch die Gebäude besichtigen möchte, zahlt etwas mehr.

Die nächsten beiden Tage verbringen wir an der Chinesischen Mauer auf den Abschnitten „Jiankou nach Mutianyu“ und „Gubeikou über Jinshanling nach Simatai“. Vermutlich sammelte ich hier meine schönsten Reiseerlebnisse bislang! Der Aufenthalt an der Mauer erhält einen eigenen Artikel, in dem ich berichten werde, welche Gedanken wir uns im Voraus machten und auf welche Weise wir das für uns bestmögliche rausholten.

Parkanlage beim Himmelstempel in Peking
Parkanlage beim Himmelstempel

Nach der Mauer kehren wir noch einmal nach Peking zurück. Unseren zweiten Tag in Peking beginnen wir mit einem Besuch des Himmelstempels, ebenfalls ein UNESCO Weltkulturerbe. Die Anlage liegt direkt gegenüber unserem Hotel, sodass wir zu Fuß dorthin hinkommen. Der Eintritt beträgt ca. 5 €. Unsere Besichtigung beginnt am West-Eingang. Den Himmelstempel kann man sich ebenfalls als großen Stadtpark mit einigen Tempelgebäuden vorstellen. Viele Chinesen nutzen die Flächen hier zum Sporttreiben, so sehen wir Jogger, Federball spielende Personen, aber auch einige Tänzer.

Himmelstempel
Weg zum Himmelsaltar

Auf dem Gelände des Himmelstempels steht eine gebogene Mauer mit ganz glatter Oberfläche, welche den Schall so weiterleiten soll, dass man eine Person, die an einem Ende flüstert, auch am anderen Ende verstehen können soll. Wir probieren es und bei uns klappt es leider nicht, aber es sind auch viele Leute in der Umgebung und es herrscht ein entsprechender Geräuschpegel. Über die breite Danbi-Bridge geht es nun zum eigentlichen Himmelstempel, der „Hall of Prayer for Good Harvest“. Ein großes rundes Gebäude, reich geschmückt und verziert in Rot- und Blautönen, das auf einem steinernen Podest steht, welches über mehrere Treppenstufen erreicht werden kann.

Danbi-Bridge und Hall of Prayer for Good Harvest in Peking
Danbi-Bridge und Hall of Prayer for Good Harvest

Die Tempelanlagen sind schön, keine Frage, doch wir finden es hier viel spannender die anderen Menschen zu beobachten. Im Gegenzug sind auch wir für die Chinesen von Interesse. Ein junger Mann bezeichnet Tobi als „handsome guy“ und bittet um ein Foto. Die Situation ist für uns etwas seltsam, aber auch witzig, und so schnell werden wir das nicht mehr vergessen. Insgesamt haben wir uns vom Himmelstempel aber mehr versprochen und würden eher den Sommerpalast empfehlen, wenn für euch nur eine der beiden Anlage in Frage kommt.

Menschenmenge vor dem Tianmen-Platz

Mit der U-Bahn gelangen wir nun zum Tianmen-Platz. Vor dem Tianmen-Platz gibt es einen Security-Check wie am Flughafen. Leider müssen wir für diesen rund eine Stunde anstehen. Im Nachhinein hatten wir allerdings Glück: Sowohl vor der Verbotenen Stadt als auch vor dem Tianmen-Platz gibt es einen solchen Security-Check und die Schlange vor dem an der Verbotenen Stadt war noch deutlich länger. Wir befürchteten schon, heute in beiden Schlangen warten zu müssen. Doch auf dem Tianmen-Platz dann die schöne Überraschung: Man kann durch eine Straßenunterführung vom Tianmen-Platz direkt zum Eingang der Verbotenen Stadt wechseln.

Tianmen-Platz und
im Hintergrund die Verbotene Stadt

Nach dem Anstehen sind wir jedoch erst einmal etwas enttäuscht. Der Tianmen-Platz ist eine große gepflasterte Fläche. Es weht die chinesische Nationalflagge und darunter steht auf einem Podest ein Soldat. Dafür haben wir so lange angestanden? Naja, irgendwie erwartet ja jeder, dass man hier herkommt, wenn man in Peking ist… Vielleicht ist es auch nur morgens und abends beim Hissen und Senken der Flagge spannend, doch das passte für uns zeitlich nicht. Durch die Unterführung gehen wir dann weiter zur Verbotenen Stadt. Bevor wir diese betreten, essen wir erst einmal etwas in einem der touristischen Schnellimbisse. In dieser Gegend haben wir keine anderen Straßenstände gesehen und waren bereits beim Anstehen für den „Platz des Himmlischen Friedens“ hungrig.

vor dem Eingang der verbotenen Stadt
vor dem Eingang der Verbotenen Stadt

Um in die Verbotene Stadt zu gelangen, müssen wir nur noch unsere Reisepässe vorzeigen. Bereits von Deutschland aus habe ich Online-Tickets für die Verbotene Stadt gekauft, da täglich „nur“ 80.000 Besucher eingelassen werden und wir kein Risiko eingehen wollten bei unserer engen Zeitplanung. Eine Buchung über die eigene Homepage der Verbotenen Stadt war uns mangels Alipay oder chinesischer Kreditkarte nicht möglich, sodass wir über den Drittanbieter The China Guide buchten und ca. 13 € pro Person bezahlten. Man muss sich bei der Ticketbuchung entweder für den Vor- oder Nachmittag entscheiden.

Verbotene Stadt in Peking
Verbotene Stadt

Mit der Verbotenen Stadt besuchen wir nun bereits das dritte UNESCO-Weltkulturerbe in China. Früher war den einfachen Leuten der Zugang verboten, daher auch der Name. Heute strömen Massen von Menschen überall entlang. Früher soll es hier verlassen gewirkt haben, denn neben dem Kaiser, seiner Frau, den Konkubinen und wenigen anderen durfte niemand die Stadt betreten. Kaum noch vorstellbar! In dieser Stadt in der Stadt ist alles in Reih und Glied auf einer rechteckigen Fläche angelegt. Ein reich verziertes rotes Gebäude mit gelb-braunem Pagodendach reiht sich an das nächste. Für uns ist der Gesamteindruck vom Großen und Ganzen beeindruckend. Das Gelände ist wirklich riesig und erschlägt den Besucher nahezu. Jedes einzelne Gebäude besichtigen und jeden einzelne Tempel betrachten, geben wir schnell auf. Wir sind ohnehin relativ spät dran und bleiben bis zur Schließung um 17 Uhr. Nun werden alle Besucher konsequent Richtung Ausgang geleitet und hinausgebeten.

Beihai Park in Peking
Beihai Park

Wir setzen uns am Wassergraben auf eine Mauer mit Blick auf die Verbotene Stadt in der tiefstehenden Sonne und überlegen, ob wir vor unserer Weiterreise noch irgendetwas tun wollen. Wir gehen zum Beihai Park und schlendern hier ein wenig entlang. Der Park ist wie ein kleiner Sommerpalast: Ein See liegt vor einem Berg, der mit Tempeln übersät ist. Es ist ruhig hier und sehr grün.

im Hutong in Peking
im Hutong

Schließlich verlassen wir den Park, sehen ein Straßenschild mit der Aufschrift „Hutong“ und entscheiden uns, dort etwas zu Essen zu suchen. Hutongs sind ursprüngliche Wohngassen, von denen es fast 3000 in Peking geben soll. In diesem befinden sich einige Imbisse. Ob das typisch für Hutongs ist? Keine Ahnung, wir haben keine anderen gesehen. Im bestbesuchten Laden wählen wir auf bunten Plastikhockern sitzend auf einer bebilderten Speisekarte etwas aus und bekommen: kalte Nudeln mit Gurken (Naja, die hätten wir uns wissentlich nun nicht bestellt), Fleisch im Brötchen (sehr lecker) und Hähnchen in süßer Soße (kann man ebenfalls sehr gut essen). Zusammen mit zwei Getränken auf jeden Fall ein super günstiges Abendessen für unter 10 €. Nun haben wir es aber bereits eilig und müssen zusehen, dass wir unser Gepäck im Hotel abholen und zum Bahnhof kommen, denn heute Nacht wollen wir weiterreisen nach Datong.

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