Start: Lozovac | Ziel: Lozovac
Länge: 4,5 km | HM: 285 m | Gehzeit: 2 Std.
Bewertung: ★★★★☆
Bereits zu Hause haben wir von den Wasserfällen im Krka Nationalpark gelesen und diese von Freunden empfohlen bekommen. Heute konnten wir dieses Highlight unserer Reise live und in Farbe besichtigen.
Das Auto kann sowohl in Skradin als auch in Lozovac geparkt werden. Von Skradin aus führt ein ca 3,5 km langer Weg zum bekanntesten Wasserfall, dem Skradinski Buk. Die Strecke kann auch mit einem im Ticketpreis inkludierten Boot zurückgelegt werden. Wir entschieden uns für das Parken in Lozovac, von wo aus ein ca. 800 m langer Schotterweg hinunter in den Park führt und lassen die sonst bestimmt schöne Bootsfahrt aus, da wir uns wegen Corona auf Distanz halten möchten. Inklusive wäre auch ein Shuttlebus, doch diesen hätten wir vermutlich ohnehin nicht genutzt.
Im Nationalpark folgen wir einem Rundweg, der auf Holzstegen durch die grüne Flusslandschaft verläuft. Überall im Fluss haben sich natürliche Staudämme gebildet, über die das Wasser plätschert, oder einen Wasserfall bildet, wenn diese besonders hoch sind. Schwärme von Fischen ziehen gemächlich durch die Wasserfläche und Enten beobachten die Touristen. Es ist deutlich leerer als wir angenommen haben. Jeder hat Platz für sich und man läuft auf dem Rundweg nur ab und an anderen Besuchern über den Weg. Am schönsten Aussichtspunkt heißt es kurz warten bis zwei, drei andere Personen weitergehen, um Corona-Abstände zu wahren. Dann erhalten wir Aussicht auf die türkis-blaue Oase. Ein kleiner Wasserfall ergießt sich in ein Becken, von wo das Wasser über eine flachere Stelle fließt und über einen kleine Stufe in das nächste Becken gelangt. Bei strahlendem Sonnenschein glitzert das flache Wasser und wir genießen die Idylle.
Schließlich gelangen wir zum Skradinski Buk, dem höchsten Wasserfall dieses Abschnitts, der über mehrere Stufen verläuft. Am Fuße des Skradinski Buk ist der einzige Ort im Nationalpark, wo das Baden erlaubt ist. Hier tummeln sich viele Menschen und es gibt Souvenirshops sowie Imbissbuden – alles sehr touristisch. Nach ein paar Fotos gehen wir lieber weiter, da diese Fülle von Menschen nicht zur vorherigen Idylle passt. Vor dem Ausgang befinden sich einige Mühlen, die als kleines Museum über das Mahlen von Korn und den Nationalpark im Allgemeinen genutzt werden. Hier sollte man ruhig durch und nicht wie viele Touristen nur daran vorbeigehen.
Im Anschluss an die Gegend rund um den Skradinski Buk ist es zu empfehlen mit dem Auto weiter gen Norden zu fahren. Wir wählten die Straße westlich der Krka. Den an der Straße ausgeschilderten Aussichtspunkt zur Klosterinsel Visovac empfanden wir als unspektakulär. Wer jedoch die Klosterinsel besichtigen möchte, kommt nur von hier mit einem Boot dorthin. Diese Fahrt ist jedoch nicht Teil des Nationalparktickets.
Empfehlen möchten wir den noch weiter nördlich liegenden Aussichtspunkt „Rogovo“. Ein Schild am Straßenrand weist den Weg, der zuerst noch auf einer Teerstraße und später auf einem Schotterweg verläuft. Circa 800 m vor dem Ziel befindet sich eine Parkfläche. Die Aussicht, die nach einem kurzen Fußmarsch genossen werden kann, ist wunderschön: Die Krka verläuft hier durch eine tiefe Schlucht, der man mit dem Blick bis zum Horizont folgen kann. Auf der anderen Seite liegt die Klosterinsel Visovac lieblich mitten im Fluss. Bis hier gelangt kaum ein Tourist – zumindest haben wir niemanden weit und breit gesehen.
Schließlich lohnt die Fahrt zum Wasserfall Roski Slap, welcher ein paar Autominuten weiter nördlich liegt. Der Wasserfall an sich ist klein und nicht besonders spannend, doch die ganze Gegend ist wunderschön und einsam. Es ist ein kleiner Rundweg auf einer Tafel ausgewiesen, dem wir folgen. Es bietet sich ein ähnliches Bild wie an den Holzstegen des Skradinski Buk, das auf seine Weise doch anders schön ist. Vom Weg geht die Höhle Ocidana Pecina ab, für die 571 Treppenstufen erklommen werden müssen. Ocidana Pecina ist rund 50 m tief und bietet Informationen über Höhlenbewohner aus der frühen Steinzeit. Die Höhle ist ganz nett und da sie keinen zusätzlichen Eintritt kostet, sollte ruhig ein Blick hineingeworfen werden. Jeder, der nicht alle Treppenstufen hinaufsteigen möchte, sollte doch die ersten Stufen gehen, denn von dort bietet sich ein schöner Ausblick.
Am Ende des Weges stehen eine Mühle mit vorgelagerter Wiese und ein kleines Restaurant. Wir gönnen uns ein Eis und bedauern, dass wir keine Zeit mehr für ein Bad haben. Hier ist es viel leerer als am Skradinski Buk und auch ohne großen Wasserfall ähnlich schön.
Ein Tag im Krka Nationalpark ist mit den Ausflügen zum Aussichtspunkt Rogovo sowie zum Roski Slap ein tagfüllendes Programm. Es bieten sich eindrucksvolle Ausblicke und wunderschöne Spaziergänge. Obwohl der Eintritt mit rund 25 € ziemlich teuer ist, sollte niemand, der in der Nähe ist, ohne Aufenthalt im Krka Nationalpark vorbeifahren.
Gesamtanstieg: 286 m
Gesamtabstieg: -287 m
Liebe Svenja, lieber Tobi
Wir sind in der Vorbereitung zum Krka Nationalpark auf Eure Beschreibung gestossen. Ich muss Euch ein riesen Kompliment machen. Es war sehr hilfreich. Wir haben genau Eure Stationen gemacht. Zuerst Trubel im Skradinski Buk, dann totaler Frieden, Ruhe und ein super Rundumblick am Rogovo Aussichtspunkt. Und zum Abschluss baden, essen in der alten Mühle und kleiner Rundweg mit kurzem Aufstieg zur Höhle. Und das alles bei langsam untergehender Sonne. Für mich war es ein super Erlebnis in der Natur. Es wird einem wieder einmal bewusst, wie klein wir auf dieser Welt sind.
Nochmals herzlichen Dank für Euren Input und liebe Grüsse von Silke&Stephan
Hallo Silke, vielen Dank für das tolle Feedback. Es freut uns, dass ihr einen schönen Tag hattet. Wir haben unseren Urlaub in Kroatien ebenfalls sehr genossen.