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Kroatien: Staza sedam slapova

– 7 Wasserfall Wanderung bei Buzet

Start: Buzet | Ziel: Buzet
Länge: 14 km | HM: 750 m | Gehzeit: 4 Std.
Bewertung: ★★★★☆

Ein Regentag hat auch etwas Gutes: Wasserfälle führen mehr Wasser als sonst im kroatischen Sommer. Leider haben die Wassermassen auch einen Nachteil: Wanderwege, die sonst zahme Bäche queren, führen nun mitten durch einen Fluss – ohne Brücke. Die 7 Wasserfall Wanderung (Staza sedam slapova) ab Buzet stellt eine abwechslungsreiche und abenteuerreiche Wanderung dar.

Es empfiehlt sich den Rundkurs im Uhrzeigersinn zu gehen. Das Auto kann am Straßenrand abgestellt werden. Nun folgen wir rund 15 Minuten der Mirna auf flachem Weg. Nach einigen Fitness-Geräten am Wegesrand wird bergiges Gelände betreten. Der erste von sieben Wasserfällen kommt in Sicht. Man scheint hier auch einen Klettersteig gehen und eine Zipline benutzen zu können. Einen Verleih haben wir jedoch nicht gesehen und im Internet können wir keinerlei Informationen zu diesem Klettersteig finden, der am Fels entlang bis direkt vor den zweiten Wasserfall führt. Direkt neben dem zweiten Wasserfall befindet sich so etwas wie ein Stollen, der tief in den Berg hineinführt und einen Blick lohnt.

Klettersteig, der bis zum zweiten Wasserfall führt
Klettersteig, der bis zum zweiten Wasserfall führt

Nahe des dritten Wasserfalls, dem Vela Pec, sind Haken in den Felswänden, die bei besserem Wetter von Kletterern genutzt werden. Nun wird es anstrengend. Ein steiler, steiniger Pfad windet sich den Hang aufwärts. Wir haben einen regnerischen Tag erwischt, sodass die vorhandenen Seilsicherungen und wenigen Metalltritte eine willkommene Hilfe sind, um das glitschige Terrain zu bestreiten. Auf diesem Weg gelangen wir aus der Schlucht der Pivka heraus und an den Mala Pec. Es ist ein kleiner Wasserfall mit einem großen mit grau-weißem Wasser gefüllten Becken davor. Das milchige Wasser und die Felswände, die ein Höhlengefühl verleihen, geben dem Gesamtbild ein mystisches Ambiente.

Wasserfall Mala Pec
Mala Pec

Einige Wege dieser Wanderung verlaufen auf beschilderten Mountainbike-Strecken. Die Wege sind steinig und umgeben von mediterranem Wald. Einen Mountainbiker haben wir jedoch nicht gesehen und auch sonst war wenig los. Auf dem gesamten Weg sind wir bloß zwei Familien und einem Paar begegnet. Mehrfach fragten wir uns, ob es hier wohl immer so einsam zugeht im September oder ob Corona mitgewirkt hat.

Wasserfall und Wassermühle bei Kotli
Wassermühle bei Kotli

Nach etwa der Hälfte der Strecke wird das Dorf Kotli erreicht. Es kann über eine Straße erreicht werden, sodass hier mit einer größeren Anzahl Touristen zu rechnen ist. Wir hatten die Natur heute dennoch fast für uns allein. Vom Hauptweg solltet ihr unbedingt den schmalen Pfad bis hinunter ans Wasser nehmen. Dort steht man vor einer verfallenen Wassermühle und kann den Verlauf der Mirna mit den Stromschnellen und Wasserfällen bestens verfolgen. Die Mirna hat den Stein glatt geschliffen, sodass das Wasser in und über kleine runde Becken fließt.

Furt durch die Mirna auf der Sieben Wasserfall Wanderung
Furt durch die Mirna

Die zweite Hälfte des Weges verläuft entlang der Mirna und ist deutlich flacher. Viele Wege sind zwar rund einen Meter breit, jedoch steinig und wirken als würde man auf einem fast ausgetrockneten Flussbett spazieren gehen. Vier Mal quert unser Weg den Fluss. Im Internet lasen wir, dass die Querungen normal kein Problem darstellen. Bei uns führten die vielen Regenfälle jedoch zu einem deutlich höheren Wasserstand.

Das erste Mal konnten wir von Stein zu Stein tretend das Wasser überqueren. Die nächsten Male zogen wir Schuhe und Socken aus und wateten durch das Wasser. An der tiefsten Stelle standen wir etwa knietief im Wasser und Steine, die klein und spitz oder groß und rund unsichtbar am Grund liegen, machten das Gehen nicht einfach. Bei der vierten und letzten Querung ist es möglich von der einen zur anderen Seite zu springen. Für Tobi kein Problem, doch ich hatte Sorge auf dem nassen Fels auszurutschen und im Wasser zu landen. Schließlich kamen wir trotzdem beide gut hinüber und konnten die letzten Meter der Wanderung in Angriff nehmen.

Auf der anderen Seite der Mirna geht es ähnlich dem Hinweg wieder zurück bis zum Auto. Eine Ausschilderung der Wege ist zwar vorhanden (rot-blaue-Streifen), doch ohne GPS-Gerät hätten wir uns mehrfach verlaufen, da wir Abzweige übersehen haben und die Abstecher zu den Wasserfällen teilweise Sackgassen sind. Die Wanderung entlang der sieben Wasserfälle durchquert wilde Natur und hat nach Regenfällen jede Menge Abenteuerpotenzial. Im Hochsommer sind vermutlich die meisten der Wasserfälle ausgetrocknet.

Gesamtstrecke: 13781 m
Gesamtanstieg: 754 m
Gesamtabstieg: -758 m
Download file: Staza_Sedam_Slapova.gpx

Weitere Eindrücke:

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