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Einsam zum Monte Traversole

Start: Vesio | Ziel: Limone | Rundwanderung möglich
Länge: 17,6 km | HM: 1100 m | Gehzeit: 6 Std. | Gesamtzeit: 8 Std.
Bewertung: ★★★★☆

Einsam schreite ich durch die Natur, genieße den Monte Traversole und später die Ausblicke auf den Gardasee. Dabei hänge ich meinen Gedanken nach.

Einstieg meiner Wanderung ist am Wanderparkplatz in Vesio. Die erste halbe Stunde führt mich der Weg steil bergauf über einen Pfad durch den Wald. Oben angekommen wird es für kurze Zeit eben. Ich schreite durch einen kurzen Tunnel. Nun heißt es linkshalten und weiter Höhenmeter gewinnen. In stetigem Auf und seltenem Ab wandere ich über den Bergrücken durch niedrigen Wald. Vom Gardasee ist durch die Bäume und Sträucher erst einmal nichts zu sehen.

Aufstieg zur Cima dei Sospiri entlang umgefallener Bäume über bewachsenen Weg
Aufstieg zur Cima dei Sospiri

Über eine grüne Wiese geht es steil bergab zur Bocca Sospiri. Gleich darauf sammele ich fleißig Höhenmeter um zur Cima dei Sospiri (1.266 m) zu gelangen. Hier kommen offensichtlich selten Menschen entlang. Enge Serpentinen, teils dicht bewachsen und von zwei umgefallenen Bäumen bedeckt, winden sich für mich anstrengend den Berg hinauf. Der Weg ist dennoch immer gut zu finden und nach 1 ¾ Stunden erreiche ich heute den ersten Gipfel.

am Gipfel Corno Nero und der Corna Vecchia entlang
am Gipfel Corno Nero und der Corna Vecchia entlang

Der weitere Weg führt mich am Gipfel Corno Nero und der Corna Vecchia entlang. Dieser Pfad liegt direkt am Abhang. Es heißt aufmerksam weitergehen und auf jeden Schritt achten, gerade da dieser Weg ebenfalls häufig von Gras und kleinen Büschen bewachsen ist. Immer wieder flüchten Eidechsen vor mir.

Mein Tagesziel, den Monte Traversole (1.441 m) erreiche ich nach rund 3,5 Stunden und mehreren kleinen Gipfeln . Mein Weg führt mich über schmale Bergpfade mal aufwärts und mal abwärts; die Punta della Selva (1.281 m), die Punta della Brosa (1.288 m) und die Bocca di Faigole (1.346 m) liegen auf meinem Weg. Am Gipfel angekommen setzte ich mich auf einen von Gras umgebenden Felsen, hinter mir stehen niedrige Bäume und ich genieße die Aussicht. Hier bin ich ganz allein. Es gibt kein Gipfelkreuz und auch sonst zeugt nichts davon, dass sich häufiger ein Mensch hier hinauf verirrt.

Nicht zu empfehlen ist es vom Monte Traversole weiter nach Norden zu laufen. Es zweigen mehrfach Pfade auf der Karte nach rechts ab. Doch diese sind noch stärker zugewachsen als die Pfade des Hinweges und man verliert unnötig viele Höhenmeter, die man unter Anstrengung wieder hinauf muss. Im Folgenden beschreibe ich daher lieber den Weg, den ich beim nächsten Mal gehen würde:

Vom Monte Traversole nimmt man besser den selben Weg zurück. Auf gut begehbaren Wegen gelange ich dann etwas niedriger als auf dem Hinweg gen Ziel. Anfangs kann ich mich auf einem etwas breiteren, aber nicht weniger schönen Waldweg von den zugewachsenen Pfaden erholen. Zeitweise führt mein Weg über lose Steinchen, teils erneut an einem Abhang, entlang. Immer wieder ist der Weg vom Wasser ausgewaschen und ich bekomme den Eindruck in einem ausgetrockneten Flussbett Höhe zu verlieren. Dabei unterbreche ich ständig meinen Gang und genieße die tollen Aussichten auf den Gardasee.

ausgewaschener Weg
ausgewaschener Weg
Höhle nahe des Monte Bestone
Höhle nahe des Monte Bestone

Bevor ich den Monte Bestone (917 m) erreiche, passiere ich drei Höhlen. Vermutlich stammen diese wie so vieles im Norden des Gardasees aus den Zeiten des Ersten Weltkriegs. Nach dem ich durch den niedrigen Eingang der zweiten Höhle gekrochen bin, erhellt meine Taschenlampe die nächsten Schritte vor mir. Ich erreiche erst einen und kurz darauf einen zweiten in den Fels geschlagenen Raum. Noch etwas weiter hinten dringt Tageslicht ein, hier gibt es einen weiteren Ausgang. Die dritte Höhle ist mit rund 50 Schritten Tiefe etwas kleiner und birgt „nur“ einen Raum neben dem Gang.

Der Monte Bestione wird durch ein Gipfelkreuz und eine Glocke markiert. Die Aussicht auf den tiefblauen Gardasee, das dem Berg zu Fuße liegende Dorf Limone und auf den Monte Baldo gegenüber ist phänomenal!

Abstieg vom Monte Bestone nach Limone
Abstieg vom Monte Bestone nach Limone

Der Abstieg nach Limone wird der härteste Teil der Wanderung. Anfangs ist der Weg kaum zu erkennen. Kurz darauf zeigt ein Wegweiser, dass ich richtig bin und nun wird auch die Markierung besser. Dennoch ist der Weg einfach nur steil und durch kleine Steinchen ziemlich rutschig. An besonders brenzeligen Stellen sind Drahtseile gespannt, die ich gerne nutze um mich festzuhalten. Mit brennenden Beinen steige ich rund 800 Meter niedriger bei Limone aus dem Berg heraus. Nur noch ein kurzes Stück durch den Wald, dann beginnen die Straßen des Städtchens.

Die Wanderung von Vesio über die Bergrücken hin zum Monte Traversole und über den Monte Bestone nach Limone ist im Großen und Ganzen eine schöne Tour. Wer die Einsamkeit liebt und zugewachsene Wege nicht scheut, findet hier eine passende Strecke. Tatsächlich habe ich auf der gesamten Wanderung keinen anderen Menschen getroffen! Ihr müsst bedenken, dass die erste Hälfte der Wanderung kaum Ausblicke auf den Gardasee bereithält, gleichzeitig ist die zweite Streckenhälfte reich an schönsten Aussichten und Eindrücken.

Wahlweise könnt ihr (wie ich) nach Limone absteigen oder nach dem Monte Bestone abzweigen und als Rundwanderung wieder in Vesio enden.

Gesamtstrecke: 17590 m
Gesamtanstieg: 1853 m
Gesamtabstieg: -2405 m
Download file: Monte Traversole.gpx

Info: Die Angaben der Höhenmeter werden leider nicht richtig angezeigt. Die Angabe unter dem Titel ist korrekt.

Diese Tour ist Teil eines Wanderurlaubs in Italien. Hier findest du die übrigen Wanderberichte aus Italien.

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