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Monte Baldo

Start: Bergstation Malcesine Seilbahn | Ziel: Talstation Malcesine Seilbahn
Länge: 15,5 km | HM: 650 m (und rund 1.600 m Abstieg)| Gehzeit: 4,5 Std. | Gesamtzeit: Std.
Bewertung: ★★★★★

Die Kraxelei auf dem blanken Fels hinauf zum Gipfel Cima Valdritta des Monte Baldo ist äußerst reizvoll. Und das obwohl der Nebel den Blick auf den Gardasee nur selten freigibt.

Seilbahn vom Monte Baldo nach Malcesine, Blick auf den Gardasee
Gardasee-Blick

Der Monte Baldo kann auf verschiedene Weisen erreicht werden. Die vermutlich häufigst genutzte Variante ist die Seilbahn. Das Auto wird im Parkhaus abgestellt und für 25 € (Stand 09/2021) könnt ihr hinauf und später wieder hinunter schweben. Hier gibt es detaillierte Preise für das Parken und die Seilbahn. Wir raten euch, die Seilbahntickets bereits zu Hause online zu kaufen. Zum einen kosten sie dann 2 € weniger und zum anderen vermeidet ihr unnötige Wartezeiten. Wir mussten heute eine Stunde überbrücken, da die vorigen Gondeln bereits ausgebucht gewesen sind. Und im Internet haben wir von noch viel längeren Wartezeiten gelesen! Eine Alternative könnte es sein mit dem Auto direkt zur Mittelstation zu fahren. Dies soll von Malcesine aus nur rund eine Viertelstunde dauern. Oder von hinten mit einem kurzen Sessellift, wenn man ohnehin dort im Tal ist (bestimmt auch günstiger).

An der Bergstation des Monte Baldo angekommen, ist es deutlich kühler als im Tal. Einige Besucher tragen Jacken. Uns reichte Anfang September während des Wanderns auch ein T-Shirt aus.

Es stehen am Gipfel verschiedene kürzere und längere Wanderrouten zur Verfügung. Wir entscheiden uns dem Bergrücken nach Süden zu folgen. Die anfänglich breiten Wege werden schnell schmaler und auch die Anzahl an anderen Touristen nimmt stetig ab. Wir freuen uns hier oben vermehrt auf Italienisch und nicht wie im Tal vorwiegend auf Deutsch gegrüßt zu werden. Ob dies am Ort liegt oder daran das heute Sonntag ist, vermögen wir nicht zu beurteilen.

auf dem Weg zur Cima delle Pozzette
kurz vor der Cima delle Pozzette

Dem Kamm des Monte Baldo folgend erreichen wir über Pfade durchs Gras erst den Passo Tratto Spino (1.760 m). Überall blüht lila Enzian und wir fühlen uns wie an einer österreichischen Almwiese. Nun wird es etwas felsiger und schon bald erscheint die Cima delle Pozzette (2.182 m). Bis hier gelangen noch einige Wanderer, doch dann wird es deutlich einsamer. Tobi entscheidet sich ebenfalls umzukehren.

Eine Wand aus Nebel steht neben dem Gipfel. Die Sicht auf den Gardasee ist heute nie besonders gut gewesen, doch nun sehe ich ihn fast gar nicht mehr. Es wird alpiner. Niedrige Kiefern wachsen am Wegesrand, es wird felsig und immer wieder werden Felsbrocken überstiegen. Die Cima Longino lasse ich rechts von mir liegen und wandere auf der dem Gardasee abgewandten Seite weiter bis ich schon bald wieder auf den Grat gelange. Ein kurzes steil ansteigendes Stück ist mit Sicherungsketten versichert. Sonst wandere ich auf ausgesetztem Weg entlang und freue mich immer wieder über kleine Kletterpassagen. Bei Höhenangst ist von diesem Weg auf jeden Fall dringend abzuraten.

Schließlich erreiche ich nach rund 2,5 Stunden die Cima Valdritta (2.218 m). Wer nicht mag, muss diesen Gipfel nicht besteigen. Hinauf führt ein felsiger Bergpfad. Auf- und Abstieg benötigen jeweils rund eine Viertelstunde. Ich liebe es, mich nun im alpinen Gelände zu befinden! Egal wohin ich blicke und gehe: Fels. An weniger Nebel verhangenen Tagen hat man von hier mit Sicherheit eine wunderbare Aussicht. Heute kann ich neben dem metallenen Gipfelkreuz gerade einmal grob meinen gleich kommenden Abstieg ausmachen.

Der Abstieg ist steinig, steil und rutschig. Die ersten Höhenmeter zwischen zwei Felsflanken im Geröllfeld zu verlieren macht wahrlich keinen Spaß. Ich sehe eine Gams, die lässig den Abhang entlang springt und bin etwas neidisch. Als der Weg eher Richtung Norden abknickt wird es langsam besser. Zwischen den Felsen und Kieseln kommt nun Erde hinzu und mein Tritt wird sicherer. Später gelange ich in einen Wald und schließlich führt mich eine Kopfsteinpflasterstraße im Wechsel mit erneut steinigen Waldpfaden hinab zur Mittelstation der Seilbahn. Am Einstieg des Abstiegs lies mich ein Schild wissen, dass dieser Weg rund 3,5 Stunden dauern würde. In großer Eile, um die letzte Gondel um 18:45 Uhr sicher zu erreichen, bin ich bereits nach 2,5 Stunden am Ziel. Dies ist aber stressig gewesen und würde ich auf keinen Fall für Planungen empfehlen!

Der Monte Baldo ist eine tolle Wanderregion. Es gibt leichte und richtig alpine Pfade, sodass für jeden etwas dabei ist. Wer kann, der sollte darauf achten, dass der Berg nicht mitten im Nebel liegt, doch auch mit fehlender Aussicht ist diese Wanderung sehr zu empfehlen!

Gesamtstrecke: 15512 m
Gesamtanstieg: 1013 m
Gesamtabstieg: -2196 m
Download file: MonteBaldo.gpx

Info: Die Angaben der Höhenmeter werden leider nicht richtig angezeigt. Die Angabe unter dem Titel ist korrekt.

Diese Tour ist Teil eines Wanderurlaubs in Italien. Hier findest du die übrigen Wanderberichte aus Italien.

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