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Hoher Ifen und Gottesackerplateu – eine Wanderung im Kleinwalsertal

Vielseitige, aber auch anstrengende Wanderung

Start: Talstation Ifenbahn | Ziel: Talstation Ifenbahn
Länge: 15,2 km | HM: 1390 m | Gesamtzeit: 7 Std.
Bewertung: ★★★★★

“13 km als erste Wanderung des Urlaubs ist doch ein sanfter Einstieg”, dachte ich und vergaß, dass Höhenmeter und Wegbeschaffenheit nicht zu unterschätzen sind. Wir sind rund sechs Stunden gelaufen und waren am Ende der der großartigen Wanderung müder und kaputter als erwartet.

Aufstieg und Hoher Ifen

Kühe vor dem Hohen Ifen
Kühe vor dem Hohen Ifen

Für eine Wanderung auf den Hohen Ifen und über das Gottesackerplateu kann das Auto am Parkplatz vom Ifenlift abgestellt werden. Zur Kürzung der Wanderung wäre es möglich den Lift bis zur Mittelstation zu verwenden. Wir haben uns für den Fußweg zur Mittelstation entschieden. Dieser verläuft zum Großteil über sehr wurzelige Pfade in einem kleinen Wäldchen umgeben von Skipisten. Benötigt haben wir dafür ca. 40 Minuten. Vor kurzem muss es geregnet haben, da der Weg sich ordentlich matschig zeigte und insbesondere absteigende Wanderer einige Probleme mit nassen Wurzeln und rutschigen Wegen hatten. Ab der Mittelstation stiegen wir zwischen Familien über einen steil ansteigenden steinigen Pfad, der von Gras gesäumt ist, weiter auf. Kühe weiden auf den Wiesen und bilden ein traumhaftes Fotomotiv vor dem Felssockel des hohen Ifen.

Aufstieg auf den Hohen Ifen
Aufstieg auf den Hohen Ifen

Nach einem fast ebenen Wegstück, das sanft neben einer Senke voller Geröll ansteigt, biegt der Weg auf den Hohen Ifen nach links ab. Zuvor suchten wir bereits eine ganze Weile, ob wir einen Weg oder Wanderer ausmachen können und sahen keine Möglichkeit, wie der Hohe Ifen wohl bestiegen werden soll. Der Hohe Ifen erhebt sich kolossal mit senkrechten Wänden. Erst kurz vor dem Wegweiser wird es klar: In Serpentinen durch einen Hang aus Geröll schlängelt sich ein Weg zum Fuße der Ifenmauer. Weiter geht es quer durch die Wand über einige mit Stahlseilen gesicherte, aber gut machbare Kletterpassagen aufwärts. So macht das Wandern Spaß!

Am Ende des zu kletternden Weges angekommen, dachten wir, wir seien oben am Gipfel angekommen und stellten fest, dass vom Aufstieg auf das Felsplateau bis zum Gipfel noch ein ganzes Stück zurückzulegen ist. Dieses wird über einen steinigen Bergweg zurückgelegt. Schließlich erreichen wir den höchsten Punkt es Tages: die Hochfläche mit dem Gipfelkreuz. Zur Seite des Gottesackerplateaus brechen die Felswände mehr als 200 hm steil ab. Hier fällt man besser nicht herunter. Rund um das Gipfelkreuz bietet sich eine gute Gelegenheit für eine Pause mit Weitblick. Dies sahen nicht nur wir so und so saßen dort viele Wanderer und stärkten sich. Nach dem obligatorischen Gipfel-Foto taten wir es ihnen gleich und ließen uns von der grandiosen Aussicht in die Allgäuer Alpen verzaubern. Der Urlaub kann beginnen!

Blick vom Hohen Ifen auf das Gottesackerplateu
Blick vom Hohen Ifen auf das Gottesackerplateu

Gottesackerplateu und Abstieg

Querung eines Geröllfelds am Fuße des Hohen Ifen
Querung eines Geröllfelds

Die weitere Wanderung führt über das Gottesackerplateau, welches ein einmaliges oder zumindest seltenes Naturphänomen ist. Bis zum Fuß der Ifenmauer geht es auf dem Weg des Aufstiegs wieder zurück. Nun quert der Weg langgezogen ein Geröllfeld und steuert auf den Gipfel des Hahnenköpfle oberhalb der Bergstation der Ifenbahn zu. Von der Querung eines Schneefeldes abgesehen, ist der Weg zwar anstrengend, aber nicht übermäßig herausfordernd. Wenig später erreichen wir das Gottesackerplateau.

Gottesackerplateu
Gottesackerplateu

Es handelt sich um eine unwirkliche Karstlandschaft. Ein großes Feld aus Fels, dass von unzähligen schmalen Spalten in verschiedensten Formen und Ausprägungen durchzogen ist. Es schaut als, wenn hunderte kleine Flüsse zwischen den Felsen etwas weggespült haben. Man muss dieses Naturspektakel gesehen haben. Wir wandern an einer Gruppe von Geologie-Studenten vorbei, die in ihrer Exkursion diese Gesteinsformation untersuchen. Beim Hindurchwandern achten wir darauf, nicht aus Versehen in eine solche Spalte zu treten. Wir haben den Gottesacker nicht so riesig erwartet und waren überrascht, wie lange wir wanderten und wanderten und uns noch immer auf dem Plateau befanden. Selbst in tieferen Lagen waren zwischen dem Bewuchs immer noch die charakterlichen Felsen und Spalten zu beobachten.

unwirkliche Karstlandschaft des Gottesackerplateus
unwirkliche Karstlandschaft des Gottesackerplateus
Abstieg vom Gottesackerplateu
Abstieg

Erst 2,5 km nach dem Hahnenköpfle erreichen wir die verfallene Gottesackeralpe – nur noch durch ihre Grundmauern erkennbar. Rechts von dieser beginnt der Abstieg. Anfangs steil und später besser zu gehen, geht es über steinige Pfade teils durch urwaldartiges Gelände, immer einem Taleinschnitt folgend, und später durch wurzeligen Wald hinab bis zur Wäldelestraße. Dort kann entweder direkt ein Bus (Haltestelle Sonnblick) genommen werden oder zu Fuß die letzten zwei Kilometer zum Parkplatz an der Ifenbahn zurückgelegt werden.

Diese Wanderung ist, wenn auch ziemlich anstrengend, dennoch sehr empfehlenswert. Herausfordernde Wege, wunderschöne Aussichten und neue Eindrücke warten auf jeden Wanderer.

Gesamtstrecke: 15233 m
Gesamtanstieg: 1389 m
Gesamtabstieg: -1386 m
Download file: Hoher_Ifen_und_Gottesackerplateau.gpx
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