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Hirschbachtobel, Ornach, Wildbachtobel, Ostrachtaler Klettersteig

Tobel, Almwiesen und großartige Klettereinlage

Start: Bad Hindelang| Ziel: Bad Hindelang
Länge: 11 km | HM: 1090 m | Gehzeit: 3,5 Std.
Bewertung: ★★★★☆

In der Sonne am grauen Fels bergan klettern während sich hinter uns das grüne Tal erstreckt. Schritt um Griff und Griff und Schritt weiter gen Himmel. Unsere Herausforderung: Das Sicherungsseil am Ostrachtaler Klettersteig nicht als Kletterhilfe missbrauchen. Eine tagesfüllende Aktivität? Nicht ganz. Vorher lohnt sich eine Wanderung durch die Tobel Hirschbach und Wildbach.

Hirschbach
Hirschbach

Zu Beginn des Tages starten wir mit einer schönen Wanderung zwischen Bad Hindelang und Bad Oberdorf. Das Auto kann am Straßenrand der Jochstraße in einer Haltebucht kostenfrei abgestellt werden. Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Haltestelle „Bad Hindelang, Letzter Heller“ genutzt werden, da sich diese direkt am Einstieg der Tour befindet. Wir folgen dem Hirschbach bergauf. Zu Beginn ist es ein einfacher breiter Weg am Bach entlang. Der Hirschbach fällt links von uns über mehrere gemauerte Stufen gen Tal. Nach kurzer Zeit wird es natürlicher und der Bach schlängelt sich rauschend durchs Gestein.

Wir folgten dem Verlauf weiter und überqueren einige metallene Brücken. Teile des Weges sind mit Drahtseilen gesichert. Wir achten auf unsere Schritte, um auf den teils glitschigen Felsen nicht auszurutschen. Eine Familie vor uns kehrte um, da sich die Tochter nicht weiter traute. Klettersteig.de beschreibt den Hirschbachtobel als Klettersteig, sodass wir überlegten unsere Klettersteig-Sets mitzunehmen. Allerdings hörten sich alle anderen Beschreibungen nach einem normalen Wanderweg an und die Klettersteig-Sets blieben im Auto. Dies war richtig, denn trotz der Seilversicherungen handelt es sich hier um keinen Klettersteig. Es wird außer Wanderstiefeln und Trittsicherheit keine besondere Ausrüstung benötigt. Nach Passieren eines Wasserfalls verlässt man den Bach und steigt in Serpentinen Meter um Meter auf einem schmalen Pfad, der von üppigem Grün umgeben ist, bergan. Insgesamt verbringt man etwa eine Stunden in diesem tollen Tobel.

Wir biegen links ab und nach wenigen Metern auf einem Waldweg geht es über eine Almwiese weiter bergauf. Im Gegensatz zum immer feuchten Weg am Tobel, ist der Boden hier rissig vor Trockenheit – die Niederschläge der letzten Tage wurden vom Boden gierig aufgesaugt und reichten dennoch nicht aus, um das Niederschlagsdefizit zu kompensieren. Schließlich erscheint die bewirtschaftete Hirsch-Alpe – ungefähr am höchsten Punkt der Wanderung. Sie wirkt sehr einladend und bietet einen schönen Platz für eine Verschnaufpause.

Weiter geht es über einen steinigen Pfad, der zwischen Wiesen und aufragenden Hängen verläuft zum Steinpaßsattl. Der Name hört sich für uns nach einem felsigen Hochgebirgspass an. Den Wanderer erwartet allerdings eine sanfte, grasbewachsene Kuppe mit einer Wegkreuzung. Es scheint erst, als wenn es von nun an bergab ginge, doch es geht nach einem kurzen Abstieg noch einmal eine steile Bergflanke hinauf zum wirklich höchsten Punkt der Tour. Das Gipfelkreuz des Ornach (1572m) belohnt mit einer tollen Aussicht auf die umliegenden Berge. Der Abstieg nach Oberjoch erfolgt über ein bis zwei Kilometer über eine geschotterte Teerstraße.

Der Ort Oberjoch ist schnell durchquert und es folgt der zweite Tobel des Tages der zum Startpunkt zurückführt – diesmal am nicht weniger schönen Wildbach entlang. Hier kann man sich leicht im Weg vertun: Der kleine Pfad auf der rechten Seite, der näher am Bach verläuft, ist der richtige! Dieser Pfad verläuft auf einem schmaleren Weg und direkt am Bach entlang – zum Ziel würden beide Wege führen. Der Wildbachtobel hat uns noch besser gefallen als der Hirschbachtobel. Der Wildbach rauscht neben uns und macht seinem Namen alle Ehre, wenn er als Wasserfall herabfällt. Unser Pfad verläuft währenddessen über Fels und Stein. An schwierigeren Stellen wird mit einem Drahtseil gearbeitet, selten wurden künstliche Trittstufen und einmal Haken im Stein als Absicherung gegen das Ausrutschen angebracht. Der Weg macht einfach Spaß!

Wildbachtobel
Wildbachtobel

Zurück zum Startpunkt geht es über kleine Wege am Hang entlang, die die sich nach Oberjoch schlängelnde Hauptstraße queren. Das letzte kurze Stück verläuft wieder am Hirschbachtobel auf vom Hinweg bekannter Strecke. Uns störte es nicht, hier vielleicht 500m des Weges doppelt zu gehen.

Gesamtstrecke: 11000 m
Gesamtanstieg: 1090 m
Gesamtabstieg: -1089 m
Download file: Hirschbachtobel_Ornach_Wildbachtobel.gpx

Start: Oberjoch| Ziel: Oberjoch
Länge: 3 km | HM: 225 m | Gehzeit: 50 Minuten
Bewertung: ★★★★★

Tobi im Ostrachtaler Klettersteig
Tobi im Ostrachtaler Klettersteig

Im Anschluss an diese wunderschöne Wanderung fuhren wir weiter nach Oberjoch, welches wir schon vorher durchwandert haben, zum Ostrachtaler Klettersteig. Wir hatten Glück und fanden direkt am Ortseingang einen kostenfreien Parkplatz. Von der Gemeinde empfohlen wird das Parken auf dem kostenpflichtigen Parkplatz P1. Von Oberjoch kann einfach der sehr guten Ausschilderung des Ostrachtaler Klettersteigs gefolgt werden. Bis zum Einstieg an einem Kiosk an der Jochstraße verläuft ein Fußweg neben der B308, der trotz der Straße gar nicht so übel ist, wie wir erst dachten, da meist ein paar Meter zwischen Weg und Straße liegen. Der Einstieg liegt etwas niedriger als der Kiosk am Ausblickspunkt Kanzel. Nach einem großen Fangzaun für Geröll und herabfallende Steine beginnt der Klettersteig.

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Voller Vorfreude legten wir die Klettersteigsets an und hakten uns ein. Dieser Klettersteig passt ziemlich perfekt zu unserem Können: Bis auf einige knifflige Stellen konnten wir beide ohne Greifen nach dem Stahlseil alles direkt am Fels klettern. Das hat uns sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht! Die Challenge sehen wir damit als „Bestanden!“ an. =)

Blick auf den Ostrachtaler Klettersteig
Blick auf den Ostrachtaler Klettersteig

Im Klettersteig selbst befanden wir uns für rund 40 Minuten. Das letzte Stück bis zum Ausstieg am Ifenblick wird wandernd durchs Grün zurückgelegt. Über den Panoramaweg, der immer wieder Ausblick auf die gegenüberliegenden Berge gibt, geht es zurück nach Oberjoch. Inklusive Zu- und Abstieg benötigten wir etwas weniger als eine Stunde für den Klettersteig, können diesen aber trotz seiner Kürze Absolut für Anfänger und Fortgeschrittene empfehlen.

Insgesamt war es für uns ein sehr gelungener Tag. Nicht so anstrengend wie die letzten Tage, aber mit jeder Menge unterschiedlicher Eindrücke durch die Tobel, Almwiesen sowie einer großartigen Klettereinlage!

Gesamtstrecke: 2856 m
Gesamtanstieg: 223 m
Gesamtabstieg: -218 m
Download file: Ostrachtaler_Klettersteig.gpx
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