Zum Inhalt springen

„Matterhorn“ von Taborno

Start: Afur | Ziel: Afur
Länge: 11,4 km | HM: 800 m | Gehzeit: 4,75 Std. | Gesamtzeit: 6 Std.
Bewertung: ★★★★★

„Wo sollen wir da denn bloß hinaufgekommen sein?“, frage ich mich. Immer wieder ist es unglaublich, wo sich doch noch begehbare Pfade hinaufwinden. Nach Durchwanderung des Barranco de Afur führt ein abenteuerreicher Steig hinauf bis zum Fuß des „Matterhorn von Taborno“.

Die heutige Anaga – Wanderung kann gut in Taborno oder in Afur begonnen werden. Bei uns fällt die Wahl auf Afur, wo wir das Auto auf einem (für die Dorfgröße) großen Parkplatz abstellen. Es ist empfehlenswert die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu gehen, um die schwierigen Passagen hinaufsteigen zu können.

Barranco de Afur
Barranco de Afur

Nun folgen wir immer den gelb-weißen Markierungen. Der Wanderweg führt in die Schlucht Barranco de Afur hinab. Einzelne Stellen sind mit einem Holzgeländer oder einem Seil am Fels gesichert. Mehrfach queren wir das derzeit überwiegend trockene Flussbett. Mehrere kleine Wasserbecken liegen etwas entfernt vom Weg idyllisch im Tal. Normalerweise gäbe es auch obenherum einen Weg, doch dieser ist zurzeit wegen eines abgerutschten Hanges gesperrt.

Mit Erreichen einer größeren Wasserstelle, in der gerade ein Pärchen badet, besteht die Wahl, ob ihr zum Strand Playa de Tamadite hinabgehen oder direkt den Aufstieg beginnen wollt. Da wir für heute geplant haben, den Roque de Taborno zu umrunden, sparen wir uns den Abstecher zum Strand.

Barranco de Afur
Barranco de Afur

Der nun kommende rund einstündige Aufstieg ist nicht ganz leicht zu finden. In einigen Internet-Bewertungen haben wir gelesen „es gäbe keinen Weg“ und hatten bereits die Befürchtung, dass der frühere Weg vielleicht nicht mehr existent ist. Diese Sorge können wir euch nehmen. Der Abzweig ist mit einem gelb-weißen X markiert. Anfangs ist der Pfad wirklich schlecht zu erkennen, doch wenn man genau hinsieht, werden die ersten rund 100 m mit roten Pfeilen auf schwarzem Stein gekennzeichnet. Im Anschluss ist der Pfad meistens eindeutig. Bei Unsicherheit könnt ihr euch auf den angehängten gpx-Track verlassen, denn dieser passt sehr genau.

Nachdem wir ganz am Anfang auf der rechten Seite der Schlucht aufsteigen und über uns den Zaun zu einer Hütte sehen, wechseln wir auf die linke Hangseite. Der steile und immer wieder ausgesetzte Steig führt uns teils recht zugewachsen durch den Barranco de Palos Hincados über Fels und Stein aufwärts. Entlang des Weges fallen mehrere Wasserfälle auf. Derzeit sind sie ausgetrocknet, doch der meterhohe glatt geschliffene Fels zeugt davon, dass sie zu anderen Jahreszeiten imposant sein müssen.

Die letzten Meter aus der Schlucht heraus führen auf einem schmalen Streifen begleitet von dornigen Ästen den Abhang entlang. Die Aussicht auf den Roque de Taborno, die Küste und insbesondere die gerade durchquerte Schlucht sind grandios. Es ist, wie so häufig, kaum vorstellbar, wie wir dort hochgekommen sein sollen.

Tendenziell ist der untere Bereich des Aufstiegs schwieriger zu gehen als der obere. Mit Verlassen des Schluchtensteiges fällt uns ein Schild „Peligro / Danger“ auf, dass vor der Gefährlichkeit dieses Weges warnt. Persönlich halten wir den Pfad bei Trittsicherheit und Schwindelfreiheit für problemlos machbar. Jedoch würden wir ihn weder mit Kindern noch bei Nässe empfehlen. Auf diesem Wegabschnitt haben wir nur ein anderes Pärchen getroffen. Den Spinnenweben quer über dem Weg nach zu urteilen waren wir auch zumindest heute die ersten auf diesem Pfad.

Blick auf das Anaga-Gebirge bei Taborno
Blick auf das Anaga-Gebirge bei Taborno

Nun besteht die Möglichkeit direkt weiter nach Taborno zu wandern oder den auch als „Matterhorn von Taborno“ bezeichneten Roque de Taborno zu umrunden. An sich ist es ziemlich egal, in welcher Richtung ihr die Umrundung angeht. Wir haben uns für den Uhrzeigersinn entschieden. Anfangs führt der Weg flach durch leicht steinige Grasflächen. Nur zu zwei Aussichtspunkten, die sich beide lohnen, ist eine kleine Klettereinlage notwendig. Auf der zweiten Hälfte der Umrundung wird es felsiger, doch insgesamt ist alles leicht zu begehen und familientauglich. Circa eine Stunde ist für diesen Abstecher einzuplanen.

Tobi fotografiert das "Matterhorn" von Taborno
„Matterhorn“ von Taborno

Der Beginn unseres Rückweges führt durch den Ort Taborno. Viele Wanderer scheinen von hier aus die Matterhorn-Umrundung einzeln zu starten. Für einen kurzen Wandertag auf jeden Fall eine schöne Strecke!

Rückweg vom "Matterhorn" von Taborno nach Afur durch knorrigen Wald
Rückweg nach Afur durch knorrigen Wald

Im leichten Auf und Ab wandern wir entlang des Hanges weiter. Ein Sattsehen an den tollen Ausblicken über das Anagagebirge sowie die an den Fels gehängten kleinen Dörfer ist kaum möglich. Später geht es ein kurzes Stück leicht abfallend durch einen knorrigen Wald. Der hauptsächliche Abstieg beginnt über Fels und Schotter. Wir passieren die Häuseransammlungen El Franton sowie Lomo Centeno, zwischen welchen sich der Abstiegspfad in einen betonierten Fußweg wandelt. Hierdurch verlieren wir nun schnell an Höhenmetern und gelangen zurück nach Alfur.

Die Wanderung durch zwei Barrancos mit anschließender Umrundung des Roque Taborno ist eine anspruchsvolle und lohnenswerte Tour. Für den erfahrenen Wanderer ist sie eine abwechslungsreiche Herausforderung, die wir gerne weiterempfehlen.

Gesamtstrecke: 11830 m
Gesamtanstieg: 1321 m
Gesamtabstieg: -1322 m
Download file: Matterhorn_von_Taborno.gpx

Info: Die Angaben der Höhenmeter werden leider nicht richtig angezeigt. Die Angabe unter dem Titel ist korrekt.

Diese Tour ist Teil eines Wanderurlaubs auf den Kanaren. Hier findest du die übrigen Wanderberichte von La Gomera und Teneriffa.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.