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Im Süden La Gomeras nach El Cabrito

Start: Degollada de Peraza | Ziel: Degollada de Peraza
Länge: 20 km | HM: 1190 m | Gehzeit: 7 Std. | Gesamtzeit: 8,5 Std.
Bewertung: ★★★★☆

Beinahe alle Siedlungen, die wir auf unserem Weg durch den Süden La Gomeras antreffen, sind verlassen. Kein Wunder, denn in dieser Ecke ist es trocken und es gibt kein bisschen Schatten. Dafür erhalten wir tolle Weitblicke und durchwandern die imposante Schlucht Barranco Juan de Vera.

Am „Mirador Degollada de Peraza“ an der GM-2 parken wir das Auto. Rund 500 m müssen wir der Hauptstraße folgen bis wir links abzweigen können. Ein wenig steigen wir in dieser kargen Landschaft auf, dann führt uns der steinige Weg entlang von Büschen permanent abwärts. Vorbei an einem Funkturmgipfel, dem Pico Gomero und zum Dorf Ayamosna, wo wir einige Zicklein bewundern.

Die letzten Meter, bevor wir die Hauptstraße erneut queren, verlaufen auf einer Teerstraße, dann steigen wir in den Barranco de la Guancha hinab. Es folgt ein leichter Gegenanstieg. Wir passieren das verlassene Dorf El Magro, in dessen Umgebung sich verlassene Terrassenfelder befinden, und wandern unterhalb des Roque de Magro entlang zum Roque del Sombrero. Die Gesteinsformation am Gipfel sieht für uns aus wie ein runder Tempel. Wenn ich den Namen betrachte, sehen andere darin wohl eher einen Hut.

Roque del Sombrero
Roque del Sombrero

Am rechten Fuß einer Felswand wandern wir entlang von Palmen – die einzige Gewächse die heute mehr als Hüfthöhe haben werden. So fühlt sich Urlaub an! Dem Bergrücken folgend gelangt eine Felsnase in unser Sichtfeld. Der Steinboden dieses Plateaus sieht ein wenig wie ein Schildkrötenpanzer aus. Von hier, wie aber eigentlich ständig auf der Wanderung, haben wir einen tollen Blick auf die unter uns liegende Schlucht und die imposanten Berghänge. Alles hier ist riesig und eindrucksvoll!

Nur wenige Meter später gelangen wir zu einer Felsformation aus rötlichem Stein, die einer großen Hand gleicht – El Mano. In der Umgebung wachsen unzählige saftig-grüne Mini-Bäume. Nun kommt der Abstieg, der uns vom Grat ganz hinunter in den Barranco Juan de Vera führt. Dort ist es steinig und oft rutschig. Serpentine um Serpentine arbeiten wir uns nach unten vorwärts.

Felsformation El Mano
Felsformation El Mano

Endlich im Tal angekommen spazieren wir auf gut begehbaren Wegen sanft abfallend bis zum Strand von El Cabrito. Anfangs durchstreifen wir trockene Gräser, später gelangen wir näher zum Feriendorf mit seinen Wohngebäuden und angrenzenden Feldern. An der Rezeption besteht die Möglichkeit die Wasserflaschen aufzufüllen, Eis zu kaufen (nur 14-15 Uhr) oder die Toilette aufzusuchen.

durch trockene Gräser im Tal nach El Cabrito
durch trockene Gräser im Tal nach El Cabrito

Der Strand El Cabrito ist schwarz und steinig. Zwei mutige Wanderer, die uns zuvor überholt haben, nehmen gerade ein Bad in den Wellen. Wir gönnen uns auch eine kurze Pause, denn nun folgt der Aufstieg. Rund 1000 Höhenmeter liegen auf der zweiten Hälfte der Wanderung noch vor uns!

Blick auf das Feriendorf und den Strand El Cabrito
Blick auf das Feriendorf und den Strand El Cabrito

Ein Kopfsteinpflasterpfad führt uns in Serpentinen die ersten Meter hinauf. Hier finden wir an der Felswand den letzten Schatten des Tages. Von nun an wird die Sonne für den Rest der Wanderung unbarmherzig auf uns herab scheinen. Die meiste Zeit ist der jetzt geradlinig, aber etwas flacher ansteigende Weg durch am Rand liegende Steine gut markiert, selten müssen wir auf dem GPS nachsehen, ob wir noch richtig sind.

Steine und poröses Vulkangestein begleiten uns im weiter fortwährenden Anstieg. Blühende Wolfsmilchgewächse sind ein lebendiger Kontrast zu den verfallenen Häuseransammlungen Morales und Tacalcuse sowie den schon lange nicht mehr bestellten Terrassenfeldern. Je höher wir entlang des Bergrückens gelangen, desto mehr Agaven und Kakteen kommen hinzu.

Die letzten Meter zum Ausgangspunkt zurück nehmen wir einfach die Hauptstraße GM-2. Es bestünde auch die Möglichkeit noch einmal ins Tal hinab- und dann wieder aufzusteigen, doch für uns war der Tag lang genug, sodass wir uns ausnahmsweise einmal für den direkten Weg entschieden und den sicher schöneren Weg gespart haben.

Die Wanderung durch den Barranco Juan de Vera zum Strand El Cabrito entlang von Berghängen und verlassenen Dörfern ist lang. Genauso anstrengend wie diese Tour ist, so schön ist sie jedoch auch! Nehmt genug Zeit und viel zu trinken mit, denn Schatten ist hier selten und die Sonne heiß.

Gesamtstrecke: 19973 m
Gesamtanstieg: 1695 m
Gesamtabstieg: -1660 m
Download file: El_Cabrito.gpx

Info: Die Angaben der Höhenmeter werden leider nicht richtig angezeigt. Die Angabe unter dem Titel ist korrekt.

Diese Tour ist Teil eines Wanderurlaubs auf den Kanaren. Hier findest du die übrigen Wanderberichte von La Gomera und Teneriffa.

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